17.09.12 04:45

, von Thomas Mauch

KeyRocket: Shortcuts am Computer leicht lernen

Tastatur-Shortcuts sparen Zeit und verhindern den berüchtigten Maus-Arm. KeyRocket will dabei helfen, sich die Tastaturkürzel besser merken zu können.

Jeder und jede kennt vermutlich einen Kollegen, der irgendwann unter dem Repetitive Strain Syndrom (RSI) gelitten hat. Gemäss Wikipedia gilt der «Maus-Arm» seit einem Entscheid des Verwaltungsgerichts Göttingen aus dem Jahr 2006 sogar als Berufskrankheit.

Tastaturkürzel zu verwenden ist eine sinnvolle Lösung für solche Probleme. Praktisch alle Programme, cloudbasierte Anwendungen und Betriebssysteme können heute mit Shortcuts gesteuert werden. Das ist gesund und spart Zeit - bis zu 2 Sekunden pro Befehl, was gemäss Berechnungen der KeyRockets-Entwicklern bis zu einer Arbeitswoche pro Jahr ausmachen würde.

Das Problem bloss: Wie merkt man sich die oftmals kryptisch anmutenden Kürzel? Die Liste ausdrucken und neben den Bildschirm hängen scheitert an der schieren Menge der Kürzel - ganz zu schweigen davon, dass der Platz wohl kaum für die Listen aller Anwendungen ausreichen würde.

Shortcuts als Alternative anzeigen

Das Berliner Startup Veodin Software hat deshalb KeyRocket entwickelt. Jedes Mal, wenn ich einen Befehl per Maus ausführe, zeigt KeyRocket den ebenfalls möglichen Shortcut an. Das geschieht in bekannter Notification-Manier am Rand des Bildschirms oder des Browsers. So, die Absicht, sehe ich bei jeder Mausnutzung den entsprechenden Shortcut und lerne es langsam.Das Prinzip scheint bestechend und erste Selbstversuche mit Gmail fand ich ansprechend. KeyRockets gibt es neben der Chrome-Extension für Gmail bisher für die Windows-Versionen der Microsoft-Office-Familie - für Word, Excel, Outlook Powerpoint und Konsorten finden sich darin rund 1600 Kürzel. Das weist auf das Geschäftsmodell des Startups hin: Für den persönlichen Gebrauch ist KeyRocket kostenlos, Firmen bezahlen pro Nutzer eine Gebühr 5 (monatlich) oder 60 (einmalig) US-Dollar.

Social und Gamification - der gute Ton 2012

Wie es sich für eine App von 2012 gehört, fehlt das Social-Element bei KeyRocket nicht: Wer zum ersten Mal ein neues Tastaturkürzel verwendet, kann den Erfolg mit seinen Freunden teilen. Ein Gamification-Element ist ebenfalls vorgesehen: Man kann einen Wettbewerb mit seinen Freunden starten und gewinnt mit dem höchsten Shortcut Score. Das Feature befindet sich noch im Closed Beta-Stadium.

Wie erwähnt: Meine ersten Versuche haben gefruchtet - innerhalb von fünf Minuten habe ich mir in Gmail drei bisher unbekannte Tastaturkürzel angeeignet. Wer also gerne mehr mit Shortcuts arbeiten möchte, sollte KeyRocket mal ausprobieren - eine clevere Idee.

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Kommentare: KeyRocket: Shortcuts am Computer leicht lernen

Kürzel sind in der Tat sinnvoll. Anfangs war ich nicht so der große Fan davon, weil sie mich abgeschreckt haben und heute bin ich es auch nicht, doch habe ich Viele gelernt, was eine große Erleichterung ist. Man sollte zumindest die Kürzel erlernen, die man oft braucht. So ist man blitzschnell fertig mit der Arbeit. LG

Diese Nachricht wurde von Andreas am 17.09.12 (09:28:58) kommentiert.

Mhh... kurzfristig klingt das gut. Zusätzlich kann man ja einige Dinge auch umbelegen. Allerdings ist die Beschränkung auf einzelne Programme auch wieder altmodisch. Wenn das Programm schon so konnektiv ist, dann könnten doch die Benutzer auch einfach unbekannte Kombinationen zu Programmen Crowdsourcen. Das wird zwar nicht für alle Programme gehen, aber doch für die meisten. Einfach bei unbekannten Kombinationen einen "Hinzufügen"-Button und bei bekannten einen "Fehler melden"-Button mit einblenden... Mein persönliches Ideal ist allerdings noch etwas anders: 1. Bessere Tastaturkonzepte. Qwerty wurde mal entwickelt um langsam genug zu sein für Schreibmaschinen und strg, alt etc. stammen auch noch von Problemen, die man heute nicht mehr hat. Und wer nutzt schon regelmäßig mehr als zwei, drei Funktionstasten, so sinnvoll sie sein könnten? 2. Direkte Rückmeldung, aber vor der Ausführung. Ich denke nicht an Tasten mit Display, ich will ja nicht runter gucken müssen. Eher z.B. an Tasten mit zwei Druckpunkten wie bei Kamera-Auslösern und Rückmeldung auf dem Bildschirm. 3. Programme, die sich dem Benutzer anpassen. Ich meine nicht, dass ich in Einstellungen herumsuchen will um Tastenkombinationen zu ändern. Ich meine, dass das Programm meine Absicht erkennt. Es darf gerne Fehler machen, so wie ich auch, solange es a. einen schnellen Weg gibt das eigentliche Ziel doch noch zu erreichen und b. das Programm aus seinen Fehlern lernt. Als Programmierer kann ich sagen: Ich weiß, dass das geht, aber ich weiß nicht, warum wir es nicht machen.

Diese Nachricht wurde von Martin L. am 17.09.12 (20:37:59) kommentiert.
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