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21.06.13Leser-Kommentare

Ja, ich bin faul: ...und genau deshalb bin ich produktiv

Vor kurzem habe ich hier beschrieben, welche Produktivitäts-Tools ich persönlich wirklich nutze und schätze. Aber weshalb will ich eigentlich immer so produktiv sein? Heute versuche ich das zu ergründen - und was das alles mit meiner Faulheit zu tun hat.

Ich nutze die genau gleichen Geräte für geschäftliche und für private Tätigkeiten. Die viel beschworene Trennung zwischen beruflich und privat findet praktisch nicht statt, was bei mir persönlich die Produktivität steigert.

Denn ich arbeite bis zu einem gewissen Grad «lustgesteuert» und erledige die Dinge dann und dort, wo es für mich gerade ideal passt.

Zufrieden macht Inbox Zero, nicht ein voller Terminkalender

Als ich mir neulich Gedanken dazu gemacht habe, warum ich mich überhaupt mit Produktivität beschäftige und warum ich produktiv sein will, habe ich folgendes festgestellt: Ein grosser Teil davon ist durch meine eigene Faulheit bedingt! Ich definiere mich nicht durch eine möglichst hohe Arbeitsbelastung und einen vollen Terminkalender.

Eine Inbox Zero und eine abgearbeitete To-Do-Liste am Freitagvormittag sind viel befriedigender. Ich liebe es, Dinge abzuhaken und das sprichwörtliche Äffchen von meiner Schulter weg zu haben (empfohlene Lektüre: «The One Minute Manager Meets the Monkey»).

Entsprechend versuche ich, mein Leben so einfach wie möglich einzurichten. Dabei reduziere ich auch bewusst die Anzahl Interaktionen: Ich bestelle konsequent jeden Newsletter ab, aber auch jeden physischen Katalog. Auf dem iPhone habe ich alle Push-Benachrichtigungen deaktiviert, auf dem Laptop ebenso.

Dies bedeutet auch, dass ich zwar sehr gerne Tools einsetze, aber nur wenn sie mir einen Mehrwert bringen und mein Leben vereinfachen. Leo Babautas Buch «Focus» bringt den Simplicity-Ansatz schön auf den Punkt.

Das gleiche in weniger Zeit machen

Mit «Produktivität» ist zumeist gemeint, in der gleichen Zeit mehr zu machen. Technisch gesprochen wird also mit einem gegebenen Input ein maximaler Output angestrebt. Ich hingegen definiere es als «Das gleiche in weniger Zeit machen», denn es geht nicht immer darum, noch mehr Dinge zu tun.

Entscheidend ist es zudem, sich regelmässig Gedanken zum Output zu machen, denn man kann auch ganz effizient am Falschen arbeiten. Wer immer nur die Produktivität im Auge hat, vergisst gerne sich zu überlegen, ob er seine Energie für die richtigen Ziele einsetzt.

 

Bild: vasilisvg bei flickr.com (CC BY 2.0)

Kommentare

  • Kranzi

    21.06.13 (20:20:46)

    Guten Abend und danke! Wertvolle und eher selten gehörte Gedanken zum Thema. Viele Grüße, Karsten Ps. Ist das die erweiterte Antwort auf meinen Kommentar zum Produktivitäts-Artikel vom 14. Juni? :)

  • Journey

    22.06.13 (06:26:24)

    "Mit «Produktivität» ist zumeist gemeint, in der gleichen Zeit mehr zu machen. Technisch gesprochen wird also mit einem gegebenen Input ein maximaler Output angestrebt. Ich hingegen definiere es als «Das gleiche in weniger Zeit machen», denn es geht nicht immer darum, noch mehr Dinge zu tun." Wow, aus diesem Blickwinkel habe ich das noch gar nicht so bewusst gesehen. Ich glaube, das hänge ich mir an die Wand. ; ) Viele Grüße Journey

  • Patrick Mollet

    24.06.13 (08:21:07)

    Danke für das Feedback! Und nein, ich habe beide Artikel gleichzeitig geschrieben, aber er passt gut als erweiterte Antwort ;-)

  • Patrick Mollet

    24.06.13 (08:21:24)

    Danke für das Kompliment!

  • paul

    25.06.13 (16:55:36)

    oh wie schön, ich bin doch nicht auf Abwegen wenn ich mir meine "Produktivitätstseigerungen" in persönlicher Freizeit auszahlen lasse ;-) statt 1,5 Überstunden täglich ist es jetzt nur noch ne halbe Überstunden, und das mit freierem Geist und dem wohligen Gefühl etwas geschafft (=abgehakt) zu haben Danke für die Tipps auf imgriff

  • Patrick Mollet

    25.06.13 (18:07:07)

    Genau so soll es sein!

  • Andre

    23.05.15 (13:48:32)

    Sehr interessanter Gedanke. In der Regel wird ja versucht produktiver zu sein und dadurch noch mehr zu schaffen. So ist das aber auch sinnvoll. Dann hat man mehr Zeit für Entspannung und um das Leben zu genießen. Push-Benachritigungen ausschalten halte ich auch für eine gute Möglichkeit, sollte ich auch mal versuchen.

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