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17.09.14

Ist Neues ausprobieren Zeitverschwendung? Checkliste zum Umgang mit neuen Tools

Ständig gibt es neue Tools, die uns mehr Produktivität und ein besseres Leben versprechen. Wenn wir die alle ausprobieren wollten, kämen wir zu nichts mehr – oder?

Auf dieses Thema hat mich kürzlich ein Beitrag von Shel Holtz gebracht: Auf Ragans PR-Daily schrieb er über "7 reasons to try out new tools—without wasting time". Zu deutsch: 7 Gründe, neue Tools auszuprobieren, ohne dabei Zeit zu verlieren.

Der Titel klang vielversprechend, aber defacto war der Beitrag ein Plädoyer dafür, neue Tools auszuprobieren und zeigte vor allem die Vorteile solcher Tests auf – z.B. dass man mit einem neuen Tool neue Reichweite und neue Nutzergruppen erreichen könnte, was natürlich stark davon abhängt, um welche Tools es sich handelt.

Der Kern des Problems: Unsere Überforderung

Allerdings brachte mich Shel Holtz mit seinem Beitrag auch zum Kern des Problems: Wir sind nämlich schlicht überfordert mit den vielen neuen Tools, die ja quasi im Wochenrhythmus auf den Markt geworfen werden. Ich erinnere mich gut, als Google+ eingeführt wurde und viele seufzten: "Schon wieder ein neues Soziales Netzwerk, das wir nutzen müssen." So geht es mit vielen Tools, von denen wir durch Freunde und Bekannte hören oder in den Medien lesen: Diese App ist gerade hipp, jene der letzte Schrei und eine dritte wird garantiert unsere Produktivität beflügeln.

Nun gibt es Tool-Begeisterte wie imgriff.com-Autor Patrick Mollet, der jede Woche neue Apps und Tools präsentiert. Doch selbst Patrick stellt fest:

"In der Tat herrscht kein Mangel an digitalen Helferlein, die uns weismachen wollen, dass wir dank ihnen nun endlich ganz fokussiert arbeiten, uns nie mehr ablenken lassen und keine wichtigen Aufgaben mehr vergessen. Jede Woche erscheinen unzählige neue Tools, und wahrscheinlich erhoffen sich die Entwickler jeweils, das neue Evernote oder die neue Dropbox auf den Markt zu bringen. Ich würde Euch diese noch so gerne hier vorstellen, aber immer seltener überzeugt mich eine Neuerscheinung."

Sollen wir das Neue nicht mehr ausprobieren?

Sollten wir also einfach keine Zeit mehr damit verschwenden, neue Tools auszuprobieren, weil die alten Apps ja schon alles können? Das wäre der falsche Weg, denn wir vergeben uns damit nicht nur die Chance, neue, verbesserte digitale Helfer kennenzulernen, sondern werden plötzlich auch ziemlich hilflos dastehen, wenn unser Lieblingstool plötzlich abgeschaltet wird, was mir schon öfter passiert ist. Insofern hat Shel Holtz also recht, wir sollten tatsächlich neue Tools testen.

Aber vielleicht nicht immer, sondern nur hin und wieder. Dann wenn es sich wirklich lohnt, aber nicht weil Tool X oder App Y plötzlich gehypt wird und wir glauben, mitmachen zu müssen. Um das herauszufinden, habe ich diese kleine Checkliste erstellt, die Dir zeigt, wann es Sinn macht, sich ausführlicher mit einem neuen Tool zu beschäftigen – und wann nicht.

Checkliste: Welches Tool lohnt sich auszuprobieren?

  • Welche Ziele möchtest Du hinsichtlich Deiner Produktivität erreichen?
  • Wie bist Du auf das Tool aufmerksam geworden?
  • Wie sehr bist Du in Deiner Meinung von anderen beeinflusst worden?
  • Was soll das Tool können?
  • Ist dieses Feature für Deine Produktivitäts-Zwecke wirklich hilfreich?
  • Ist das neue Feature wirklich eine Verbesserung der Apps und Tools, die du bisher verwendest oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?
  • Gibt es bereits Meinungen oder Rezensionen, an denen Du Dich vorab orientieren kannst?
  • Kannst du das Tool kostenlos testen?

Welche Erfahrungen habt Ihr mit neuen Tools gemacht? Waren die Tests Zeitverschwendung oder haben sie Euch weitergebracht?

Bild: raneko auf flickr.com (CC by 2.0)

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