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04.10.16Kommentieren

Haltungsschäden durch Bürojobs

Prävention mit ergonomischen Stühlen, Blendschutz & Bewegung

Rückenschmerzen dank falscher SitzhaltungBildquelle: fotolia.com

Gegenüber klassischen Steh-Berufen oder körperlich schwerer Arbeit erscheint eine sitzende Tätigkeit auf den ersten Blick wie ein Kur-Aufenthalt. Doch der Schein trügt. Mittlerweile ist erwiesen, dass ein Arbeitsalltag, der vorwiegend am Schreibtisch stattfindet, mindestens genauso schädlich und lebensverkürzend ist.

Der Grund liegt auf der Hand: Der menschliche Körper ist schlichtweg nicht darauf ausgelegt, vorwiegend in Ruheposition zu verharren. Durch eine langfristige Bewegungsarmut und damit verbundene fehlende Sauerstoffzufuhr steigt nicht nur das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch das Muskel-Skelett-System wird durch einen progressiven Muskelabbau erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Hinzu kommt, dass in einer sitzenden Position zudem häufig Fehlhaltungen eingenommen werden.

Und: Die Zahl der Arbeitnehmer, die von Bewegungsmangel und Rückenproblemen betroffen sind, ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen, wie eine Bewegungsstudie der Techniker Krankenkasse darlegt. Das Zauberwort lautet daher Prävention, die nicht nur spezielle Anforderungen an den Arbeitsplatz berücksichtigt, sondern auch ein bewusstes Bewegungsprogramm. 

Die wichtigsten Bedingungen für einen gesunden Arbeitsplatz

Bei einem Bürostuhl empfiehlt sich ganz allgemein eine konkave Rückenlehne sowie eine fest gestaltete, aber zugleich bequeme Sitzbreite und -tiefe ab mindestens 40 Zentimetern. Ein Arbeitstisch wiederum sollte nicht nur eine ausreichend große Arbeitsfläche mitbringen, sondern auch die Möglichkeit bieten, dass er nicht nur im Sitzen, sondern zur Abwechslung auch im Stehen genutzt werden kann.  Entsprechend verstellbar sollte er in der Höhe sein. Der ideale Abstand zwischen Computerbildschirm und Augen wiederum beträgt 50 bis 80 Zentimeter.

Warum ein effektiver Blendschutz mit Plissees oder Rollos wichtig ist

Regelmäßige Lichtirritationen an Computer-Bildschirmen wirken sich keineswegs nur ungünstig auf die Gesundheit der Augen, sondern, meist unbemerkt, auch auf die Wirbelsäule aus. Denn der Arbeitnehmer versucht eine mangelhafte Sicht, wenn oft auch unbewusst, durch eine verkrampftere oder unnatürliche Haltung auszugleichen. Das kann nicht nur zu massiven Verspannungen im Schultergürtel führen, sondern auch konkret zu Wirbelsäulenschäden, wie beispielsweise Bandscheibenvorfällen.

Ein zuverlässiger Blendschutz beispielsweise in Form von Plissees oder Rollos ist also für einen gesunden Arbeitsplatz einfach unverzichtbar. Wichtig ist, dass der Sonnenschutz auch mit geeigneten Merkmalen ausgerüstet ist. Fensterdekorationen, die lediglich blickdicht sind, liefern hier keine optimalen Ergebnissee. Nach Auskunft von Livoneo sollten Plissees oder Rollos unbedingt lichtundurchlässige Eigenschaften haben, da nur sie wirklich effizient vor Spiegeleffekten schützen.

Sitzbälle als Lösung?

Lange Zeit galt er als Ultima Ratio für bewegungsarme Büromenschen: der Gymnastikball als Ersatz für einen Bürostuhl. Um sich aufrecht auf dem Ball zu halten, muss beständig die Körperhaltung darauf korrigiert werden. Die Wirbelsäule wird so automatisch korrekt positioniert und die Rückenmuskulatur gestärkt – so das Argument der Erfinder.

Heute hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Wirbelkörper durch den fortwährenden Balanceakt überbeansprucht werden. Davon abgesehen garantiert ein Gymnastikball noch lange keine korrekte Haltung. Denn auch mit nach vorne gekrümmter Wirbelsäule oder mit einem Hohlkreuz lässt sich eine halbwegs stabile Position auf dem Ball erzielen. Ein ergonomischer Stuhl ist und bleibt also sehr viel empfehlenswerter.

Dennoch ist zu berücksichtigen: So perfekt und ergonomisch eine Sitzgelegenheit oder auch weiteres Büroinventar immer sein mag – ganztägiges Sitzen fördert immer Rückenprobleme und zu wenig Bewegung lässt sich damit auf lange Sicht ebenfalls nicht ausgleichen.

Schon bei der Arbeit möglichst viel bewegen

„Wer rastet, der rostet“, sagt ein altes Sprichwort. Fazit: Nur mit regelmäßiger Bewegung lassen sich ernsthafte chronische Erkrankungen an Skelett und Muskulatur vorbeugen. Eine körperliche Betätigung sollte unbedingt schon in den Arbeitsalltag integriert werden. Dabei empfehlen sich zum Beispiel kleinere Bewegungseinheiten während der Bildschirmpausen – beispielsweise in Form von kurzen Spaziergängen, Treppensteigen oder ein etwas schnellerer Marsch zur Kantine während der Mittagspause. Ausgiebiges Strecken, sanfte Kreisbewegungen mit den Schultern oder zwischendurch in der sitzenden Position bewusst einen „Buckel“ zu machen, tragen ebenfalls zu einer dynamischeren Rückenmuskulatur bei. Wichtig ist außerdem, dass die Beine hüftbreit und rechtwinklig mit beiden Füßen auf dem Boden positioniert und nicht übereinander geschlagen werden.

Darüber hinaus sollte die Freizeit für ein Ausgleichsprogramm genutzt werden, die viele Deutsche leider oft ebenfalls sitzend vor dem Internet oder dem Fernseher verbringen. Ideal sind Sportarten, die den ganzen Körper einbeziehen, wie Fahrradfahren, Walken, Joggen, Yoga und Schwimmen. Regelmäßig körperlich aktiv zu sein hat übrigens noch einen Zusatzeffekt: Das Stresshormon Cortisol wird abgebaut und die erhöhte Sauerstoffzufuhr sorgt auch gleich noch für eine wesentlich bessere Erholung während der Schlafenszeit.

Alle Tipps im Überblick:

  • Achten Sie auf die Ergonomie von Stuhl und Arbeitstisch
  • Schützen Sie sich vor Spiegelungen am Bildschirm, zum Beispiel in Form von stark verdunkelnden Plissees oder Rollos
  • Halten Sie im Arbeitsalltag regelmäßig kleine Bewegungspausen ein
  • Machen Sie mindestens zwei Mal pro Woche in Ihrer Freizeit Sport, der möglichst alle Muskeln, aber auch die Ausdauer trainiert
  • Verbringen Sie Ihre Freizeit so oft wie möglich im Freien

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