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13.07.11

Gregor Gross: «Bloggen zwingt mich, den Sachen auf den Grund zu gehen.»

Wieso sollte man bloggen? Nachdem netzwertig.com-Kollege Martin Weigert seine Erkenntnisse über das Bloggen gesammelt hat, schreibe ich hier auf, weshalb ich blogge und was es mir bringt.

Gregor GrossMein Antrieb

Mein Antrieb fürs Bloggen ist meine ganz persönliche Kombination aus Neugier und Mitteilungsbedürfnis. Ich lerne gerne Neues und lese sehr viel. Mit Themen, die ich interessant finde, beschäftige ich mich gerne tiefer. Und ein Blogpost zwingt mich, den Sachen zumindest teilweise auf den Grund zu gehen. Zur Zeit blogge ich mehrmals die Woche auf einem eigenen Blog Denkpass.de, bei imgriff.com und auf startwerk.ch. Die Themen sind kreatives Problemlösen für Lean Startups, Produktivität und Startups - alles Sachen, die mich auch beruflich am meisten berühren.

Wenn ich anderswo erwähnt werde, was nicht oft vorkommt, freut mich das. Neulich beispielsweise habe ich mit einer bekannten Gründerin einer Web-Applikation gesprochen. Sie wusste, dass ich für imgriff.com schreibe - das sind Augenblicke, die sich lohnen. Und was ich immer gut finde: Zu sehen, wie oft meine Artikel verlinkt oder getwittert oder auf Facebook empfohlen werden.Auch Kommentare finde ich gut. Es gibt fleissige Leser und Leserinnen bei imgriff.com, auf deren Kommentar ich bereits warte, wenn ich was veröffentliche. Am Ende ist qualitatives Feedback immer wichtiger als quantitative Informationen.Was ich nicht verstehe

Ich gebe mir Mühe, über Themen zu schreiben, die möglichst vielen Lesern gefallen. Dabei muss ich aufpassen, denn ansonsten verkommen unsere Blogs zu sowas Ähnlichem wie dem deutschen Fernsehen: Dort finden sich nur noch Beiträge für die breite Masse, für den etwas speziellen Geschmack findet sich aber nichts passendes. Das will ich beim Bloggen nicht erleben.

Interessant ist dabei, wie wenig sich der Erfolg von Postings vorhersagen lässt. Mir geht es wie Martin Weigert: Die Postings, an denen ich lange gearbeitet habe und die ich für wirklich lesenswert halte, kommen oft weniger gut an als erhofft. Andere Texte aber überraschen mich damit, wie viele Leser sie interessant finden.

Was aus meiner Erfahrung erfolgreich ist

Meine Beobachtung ist, dass die folgenden Sachen immer ganz gut laufen:

  • Alles, was mit Verbrechern zu tun hat, interessiert die Leute.
  • Schlafen scheint interessant zu sein.
  • Erfahrungsberichte darüber, was ich mit einer Software anstelle und wie und wofür ich sie einsetze, erzeugen haufenweise Kommentare und Verlinkungen.
  • Bullet-Listen (wie diese hier) kommen immer gut an

Was mich am meisten ärgert

Am meisten ärgern mich schnoddrige Kommentare. Ich rede hier noch nicht von Trollen, die ab und zu durchs Netz schwirren und überall negativen Mist ablassen - von denen bleiben wir bei imgriff.com weitgehend verschont. Was mich ärgert, sind Kommentare, die ganz kurz und ganz schnell etwas Negatives an einem Artikel hervor heben, ohne konstruktiv zur Diskussion beizutragen.

Wir versuchen, uns so gut wie möglich mit einem Thema zu beschäftigen. Manchmal klappt das nicht ganz, dann unterläuft mir ein Fehler oder ich übersehe etwas. Darauf will ich hingewiesen werden - aber das kann man auch respektvoll machen. Ein Beispiel: Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, dass ich es bevorzuge, den Geschirrspüler geordnet zu befüllen. Ich gab an, damit etwas Zeit beim Ausräumen zu sparen. Das erzeugte einen - wie ich fand - garstigen Kommentar, in dem ein Leser darauf hinwies, meine Zeiteingaben seien Käse, weil nicht statistisch belegt. Er dagegen könne nicht feststellen, auf diese Weise Zeit zu sparen - blieb aber den statistischen Beleg seiner Hypothese ebenso schuldig.

Wo meine Ideen herkommen

Martin schreibt , dass seine Kreativität insbesondere beim Duschen in die Gänge kommt. Vielleicht liegt's an meiner Dusche oder wir duschen anders: Meine Blog-Ideen kommen jedenfalls immer woanders her:

  • Probleme, die ich auf Arbeit lösen muss (die meisten Tools, über die ich schreibe, habe ich dort benötigt und eingesetzt).
  • Aus Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, anderen Blogs, RSS-Feeds etc.
  • Ideen, die mich auf langweiligen Vorträgen ereilen, zu deren Besuch ich mich hinreissen liess .
  • Aus Gesprächen mit Anderen: welche Probleme hatten sie, wie haben sie die gelöst?

Alle Ideen sammle ich in Form von Zeitungsausschnitten, Post-Its oder in meiner Aufgabenverwaltung OmniFocus. Die Themen, die mich richtig stark interessieren, blogge ich eigentlich sofort.

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