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13.08.12

Glück: Ohne Geld zur inneren Zufriedenheit

Brauchen wir Geld, Gucci und Goldkettchen um glücklich zu sein? Eine neue Studie besagt das Gegenteil. Materialismus macht unglücklich.

Jeden Morgen die gleiche Szene: Ich stehe vor meiner Kleiderstange und denke mir, ich habe nichts anzuziehen. Wüsste ich es, wenn ich weniger Auswahl hätte? Wäre ich dann entschlossener und vielleicht auch glücklicher? Nicht, dass ich unglücklich wäre. Aber das Streben nach schönen Dingen kann schon anstrengend sein. Und hie und da spüre auch ich eine gewisse Unzufriedenheit, wenn ich dies oder das nicht haben kann.

Ein schönes Haus zum Beispiel, Luxusferien, eine Kellybag. Und zwei Sekunden später frage ich mich, wer denn solche Sachen überhaupt braucht? Leute mit einem niedrigen Selbstwertgefühl und Geltungsdrang. Materialisten, die sich über ihre Besitztümer definieren und immer mehr wollen. Nein, so möchte ich nicht sein.

Lebensziele beeinflussen Zufriedenheit

Bereits im Jahre 1993 untersuchten die beiden US-Psychologen Tim Kasser und Richard Ryan den Zusammenhang zwischen Lebenszielen und der empfundenen Zufriedenheit. Das Ergebnis besagt, wer in seinem Leben vor allem nach Geld und Besitz strebt, ist unglücklicher als jene ohne materielle Ansprüche. Für seine neue Studie Situational Materialism undermines personal social well-being (Gezielt platzierter Materialismus beeinträchtigt das Wohlbefinden) führte Professor Galen Bodenhausen von der Northwestern Universität insgesamt vier Experimente mit Freiwilligen durch.

Für das Foto-Experiment setzte er 50 Studenten in Einzelkabinen. Der einen Hälfte zeigte er Fotos von Luxusgütern wie Autos, Kleidung und Juwelen. Den anderen 25 wurden neutrale Bilder gezeigt. Danach beantworteten die Studenten Fragen zu ihren Gefühlen und Empfindungen und ihrem Freizeitverhalten. Sie gaben an, was das Betrachten der Bilder in ihnen auslöste. Ob sie glücklich waren, neidisch, gestresst oder traurig. Zusätzlich wollten die Forscher wissen, ob sie sich in ihrer Freizeit gerne mit Freunden trafen (Ausgehen, Parties), oder ob sie lieber alleine blieben (Lesen, Fernsehen).

Luxus macht ängstlich und traurig

Das Ergebnis: Wer Bilder von Luxusgütern gesehen hatte, fühlte sich wesentlich ängstlicher und trauriger - und verbrachte seine Freizeit lieber alleine. "Materialisten sorgen sich um ihre relative Position in der Gesellschaft", schreibt Bodenhausen, "und das führt zu Ängsten, Misstrauen, Sorgen und Unzufriedenheit."

Und wenn du dich dabei ertappen solltest, dein Glück an materiellen Dingen zu messen, schau dir den DOK Film "Glückskinder“ an. Wunderbares Porträt von fünf Menschen, die trotz Behinderung, bescheidenen finanziellen Verhältnissen oder gar Armut glücklich sind.

 

Und ich werde nun meinen Schrank ausmisten. Weniger ist mehr.

Bild: Paul Downey bei flickr.com (CC BY 2.0)

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