<< Themensammlung Organisieren

23.08.11Leser-Kommentare

Frust vermeiden: Von Urlaub auf Arbeit umstellen

Für die meisten von uns ist die Urlaubszeit vorbei - der erste Arbeitstag steht an: Tipps für den erfolgreichen Wiedereinstieg.

Wir waren dieses Jahr an der Ostsee. Wer's nicht mitbekommen hat, wie es dort war: nächstes Jahr haben wir keinen Bock auf so viel Regen. Ich glaube, wir buchen Schottland oder südliches Norwegen. Jetzt sind wir jedenfalls wieder da und es wartet die Umstellung von der völligen Entsagung bei Mails, Telefon und Internet zum Hamsterrädchen, das auf Arbeit wartet.

.

Der erste Arbeitstag

Da kommst Du ausgeruht auf Arbeit. Hast neue Ideen für neue Projekte. Willst es aber eigentlich ruhiger angehen, weil Du im Urlaub viel entspannter warst. Frisch rasiert, mit einem Latte-Becher in der Hand kommst Du als eine der ersten ins Büro. Dort wartet ein voller Schreibtisch auf Dich und - falls Du im Urlaub keine Mails gecheckt hast - ein Posteingang mit ca. 600 Mails.

Für viele von uns sind damit alle guten Vorsätze vergessen. Das Hamsterrad kommt gleich auf volle Touren. Was uns bleibt, ist zu reagieren. Und zu hoffen, dass die Kollegen uns am ersten Tag etwas in Ruhe lassen und nicht gleich noch drei oder vier Meetings angesetzt haben.

Viel zu tun am 1. Tag?

In einem Artikel für den Tagesspiegel (Vom Strand ins Büro) erklärt der Psychologe Manuel Tusch, warum uns die Umstellung von Urlaub auf Büro gefährlich werden kann. Die Auszeit vom Stress hat uns an einen neuen Alltag gewöhnt. Die Umstellung wieder zurück fällt uns schwer, denn wir Menschen sind keine Freunde von Veränderung. Unser Organismus und unsere Psyche müssen sich anpassen und reagieren mit Krise und Frust. Wir sind müde, abgeschlagen, antriebsarm, unausgeglichen, gereizt, aggressiv, so Tusch.

Tipps für die Zeit nach dem Urlaub

Um diese Probleme zu vermeiden, solltest Du Dich an diese Tipps halten:

  • Plane nach Deiner Reise noch ein paar Tage Übergangszeit zu Hause ein, um Dich langsam wieder auf den Alltag einzustimmen
  • Rituale helfen beim Übergang: Packe am letzten Tag Deine Tasche für die Arbeit, so bekommst Du Deinen Kopf frei
  • Rituale helfen (2): Gönne Dir am letzten Tag noch etwas Besonderes als Abschluss Deines Urlaubs
  • Schreibe Dir alle Entscheidungen, Projekte und Vorsätze auf, die Du Dir im Urlaub vorgenommen hast
  • Gehe vor dem 1. Tag ausreichend früh ins Bett
  • Stehe am 1. Tag ausreichend früh auf, um gut frühstücken zu können und trotzdem zeitig auf Arbeit zu sein
  • Gehe die Arbeit am 1. Tag ruhig an (Du wirst nicht von Anfang an volle Leistung bringen)
  • Bringe Ordnung in Deinen Arbeitsplatz: Sortiere und beantworte Deine Mails, arbeite Dich durch die Unterlagen auf Deinem Schreibtisch
  • Halte mindestens den ersten Tag frei von Meetings
  • Wenn Du darfst, stelle am ersten Tag das Telefon aus, um ungestört zu arbeiten
  • Sorge für positive Stimmung (z.B. indem Du Dich für Aufgaben belohnst, oder ein Urlaubsfoto als Hintergrund für Deinen Desktop nimmst)
  • Beginne bereits jetzt mit der Planung für Deine nächste Auszeit!
  • Ideal am 1. Tag (aber oft kaum durchsetzbar) ist, etwas verkürzt zu arbeiten (so gewöhnst Du Dich langsam an den Übergang von 0 auf 8 Stunden Arbeit)
  • Trinke reichlich, weil das Deine Leistungsfähigkeit erhöht

Wie gehst Du den Übergang von Urlaub zu Arbeit an? Sag uns in den Kommentaren, was Du empfiehlst!

Kommentare

  • Mirko

    23.08.11 (07:56:18)

    Ich halte es oft genau umgekehrt: Wenn ich in den Urlaub gehe, verändere ich nicht alles auf einmal. Beispielsweise stehe ich fast so früh auf wie in der Zeit in der ich arbeite - das bringt mir viele ruhige Stunden am Tag und mein Körper stellt sich gar nicht erst um. Wir sollten schauen, dass wir möglichst wenig Unterschied zwischen Arbeit und Urlaub machen. Dann es gibt keinen wirklichen Grund, wieso wir nur 3 Wochen im Jahr "entspannt" sein sollten (oder, noch schlimmer, "dürfen"). Wenn wir ernsthaft "in den Urlaub fallen", stimmt etwas gewaltig mit unserem Alltag nicht (siehe dazu den Artikel von Tusch und andere Quellen wie http://news.orf.at/stories/2022463/2012408/). Was mir jedenfalls auch gut hilft ist, wenn ich mir ein paar Angewohnheiten aus dem Urlaub mit in den Alltag übernehme: Langsamer und entspannter Autofahren, bewusster Pause machen und - vor allem - im Kopf die Prioritäten richtig sortieren: Auch wenn das ein unpopulärer Standpunkt ist, aber kein Stress auf der Arbeit ist nur im Ansatz so wichtig wie die Krankheit des Kindes oder eine private langfristige Entwicklung. Nein, nicht jeder berufliche Stress bedeutet drohenden Jobverlust und damit doch private Probleme ;)

  • Anna

    23.08.11 (08:10:05)

    Mein Tipp: Nach Möglichkeit nicht mit einer vollen Woche wiedereinsteigen, sondern z.B. mittwochs oder donnerstags. Nicht gleich eine volle Woche vor der Brust zu haben hilft enorm.

  • Tanja Handl

    23.08.11 (14:08:34)

    @ Mirko: Was Entspanntheit betrifft, stimme ich dir völlig zu. Weder im Urlaub (soll's ja auch geben) noch in der Arbeit sollte man den Blick auf die Balance verlieren. Ich finde, einige der Tipps sind einfach Alltagsweisheiten: Schließlich ist es nicht nur nach dem Urlaub gut, früh genug aufzustehen, um sich noch ein gelungenes Frühstück zu gönnen. Ich selbst bereite gerne schon vor dem Urlaub alles auf die Rückkehr vor, so dass ich dann zu Hause nicht viel Arbeit habe (saubere Wohnung, aufgeräumter Arbeitsplatz, möglichst viel vorgearbeitet). Die Rückkehr gestaltet sich dann eigentlich immer sehr entspannt. Aber wer weiß, was ich nach meinem Herbsturlaub zu berichten habe. ;)

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer