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03.07.14Kommentieren

Einatmen – Pause – Ausatmen – Pause

Faulheit, Egoismus und Güte statt Burnout?!

„Warum hast du hier nicht so und warum da genau so gehandelt?“

Faulheit: Einfach mal den Wolken nachschauen 


NICHTS tun? Tagträumen? Wer kann das noch, beziehungsweise wer will sich das im täglichen Geschäftsleben überhaupt erlauben? Trauen Sie sich! Denn es ist für unser Gehirn pures Auftanken. Zur Ruhe zu kommen, aktiviert unser Gehirn: Aufräumen, Wissen verankern, ausmisten, Platz für Neues schaffen. Sozusagen im Nichtstun, das in unseren qualitätsbewussten und auf Effizienz getrimmten Arbeitsprozessen zu wenig Beachtung erfährt, wird so manches Problem gelöst. Burnout ist letztlich eine langwährende Unausgeglichenheit der Antagonisten Geben und Nehmen, Aktivität und Ruhe.

Egoismus: Handeln im Einklang mit sich selbst


Zunächst ist alles Tun von der Befriedigung ureigener Bedürfnisse, wie Essen, Schlafen, Harmonie oder Respekt, gesteuert. Wir erfahren Freude und Zufriedenheit, wenn wir diese Bedürfnisse erfüllen. Es gibt keine bessere Burnout-Prävention als das Bewusstwerden der schönen Momente im Alltag – ein Lächeln wirkt sich nicht nur auf unsere Psyche, sondern darüber hinaus auf die neuronalen Strukturen aus.

Güte: Jeder macht es so gut, wie er gerade kann


Güte bedeutet, dem systemischen Grundgedanken zu folgen, dass jeder momentspezifisch sein Bestes gibt. Das gilt sowohl für unsere Mitmenschen als auch uns selbst. Kennen wir nicht alle Selbstvorwürfe à la „Warum hast du hier nicht so und warum da genau so gehandelt?“ Weil wir unter Stress schlichtweg nicht klar denken können! Die Evolution hat uns auf Flucht oder Angriff geprägt. Erlauben wir uns also auch einmal zu „flüchten“, sprachlos statt schlagfertig zu sein, zu sagen: Jetzt bin ich erstmal sprachlos – könnten wir uns morgen um 10 Uhr nochmals treffen? 

 

Was genau ist eigentlich der Auslöser für Stress? 


Wir reagieren gestresst, wenn eine Bedürfniserfüllung als gefährdet angesehen wird. Die Systemische Therapie lehrt uns: Konflikte entstehen immer durch unsere Bewertung. Das Zuspätkommen eines Mitarbeiters oder Geschäftspartners deuten manche vielleicht als fehlende Wertschätzung und handeln auf Grundlage dieser Deutung. Die stressbedingte Erschöpfung basiert zumeist auf einer Verletzung des Bedürfnisses nach Anerkennung oder Selbstbestimmung – zu lange wurde versäumt, die eigenen Bedürfnisse genauso wichtig zu nehmen, wie die von Familie und Beruf. Die regelmäßige Reflexion darüber kann die Entstehung ebendieser Schieflage verhindern. Egoismus beschreibt in der Burnout-Prävention einen Akt der Selbstliebe, in dem wir täglich neu entscheiden, wann wir NEIN zu anderen und JA zu unseren Bedürfnissen sagen.


Probieren Sie doch mal, diese beiden Tipps in Ihren Alltag einzubauen:

Tipp 1: Atempause
Stellen Sie sich einen Wecker und machen alle zwei Stunden eine Atempause. Nichts anderes tun als Einatmen – Pause – Ausatmen – Pause. Sie werden vielleicht merken, dass dies gar nicht so einfach ist. Schnell geht der Geist zur nächsten Besprechung, zu kleinen Ärgernissen des Tages. Doch wenn Sie Ihren Geist trainieren, ruhig zu werden, werden Sie bald merken, dass Sie über mehr Kraft, Effizienz und Konzentration verfügen.


Tipp 2: Glückstagebuch
Fünf Minuten am Abend den Tag Revue passieren lassen und darauf schauen, was ist – und nicht, was nicht ist. Jeder  Gedanke ist biochemische Realität, wie schon Marc Aurel wusste: „Auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe unserer Gedanken an“.

Karin Probst begleitet als zertifizierter Business-Coach internationale Unternehmen und Institutionen zu den Themen Stress- und Burnout-Prävention mit Trainings, Coaching und Beratung. Sie hat das KompetenzNetz Burnout e.V. gegründet, dessen Vorstand sie aktuell ist. Die frühere Schauspielerin an führenden Theatern Deutschlands ist inzwischen auch als Lehrtrainerin an verschiedenen Hochschulen und Zentren für Hochschuldidaktik tätig. Weitere Informationen unter www.2-change.de.

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