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09.06.08

Ein Dokument, das lebt

Viele Dinge existieren nur in unserem Kopf. Wir denken zwar viel darüber nach, doch wenn wir sie ab und zu niederschreiben, bekommen wir oft nur die selben zehn Punkte zusammen. Ein Dokument, das lebt, wird dagegen mit der Zeit immer umfangreicher - oder präziser.

Als Jugendlicher begann ich, Tagebuch zu schreiben. Ich war verliebt. Immer wieder. Oft unglücklich. Ich hatte viel zu berichten. Ganze Bücher schrieb ich voll. Doch wenn ich Rückschau hielt (was geschah heute vor einem Jahr?), dann musste ich ernüchtert feststellen: Die Probleme hatten sich nicht geändert. Und was ich mir vorgenommen hatte, waren die immer gleichen Ansätze. Mehr nicht.

Als ich zehn Jahre später Stephen Coveys Buch «Der Weg zum Wesentlichen» las, hörte ich auf, Tagebuch zu schreiben.

Er empfiehlt, seine Lebensphilosophie schriftlich festzuhalten. Aus diesem Dokument leitet er dann konkrete Ziele für sein Handeln ab. Nicht alle Ideen werden auf einer To-Do-Liste gesammelt, sondern nur diejenigen Punkte, die mit der persönlichen Lebensphilosophie in Einklang stehen.

Ziele ständig überarbeiten

Die ausformulierte Lebensphilosophie ist deshalb ein lebendiges Dokument - ein Dokument, das lebt. Es wird ständig weiterentwickelt. Erstaunlich dabei ist, dass bei der ersten Formulierung oft noch konkrete materielle Ziele in diesem Dokument zu finden sind: ein Auto, ein Haus, eine Yacht. Erst mit der fortwährenden Überarbeitung finden immer mehr immaterielle Werte Eingang. Letztlich wird oft Glück genannt, und woraus Glück für einen ganz persönlich besteht.

Man muss es aber nicht so hoch hängen. Ein lebendiges Dokument ist eine praktische Methode, um Gedanken zu konkretisieren. Zu fast jeder Methode, produktiver zu werden, gehört es, seine Ziele zu definieren und daraus konkrete Schritte abzuleiten. Diese Ziele werden dann oft beim Wochenrückblick zur Hand genommen, um sie mit dem Geleisteten abzugleichen und daraus die nächsten Schritte zu entwickeln.

Aufgaben oder Ziele ändern?

Bleibt jedoch eine Aufgabe schon in der dritten oder vierten Woche unerledigt, fragt man sich in diesem Moment, woran es liegen kann. Muss man sich die Aufgabe anders stellen? Oder sind die Ziele nicht die richtigen? Beantwortet man sich die letzte Frage mit ja, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als die Ziele umzuformulieren.

Dies kann in dem Moment geschehen, wenn man den Fehler im Denken erkannt hat. Das kann auch bloß eine Frage sein (Warum schaffe ich es nicht, dass ...?). Mit der Zeit wird das lebendige Dokument dann umfangreicher - oder präziser. Steven Covey empfiehlt sogar eine Auszeit alle Monate, um Abstand vom Alltag zu gewinnen und in Ruhe über seine Ziele nachzudenken.

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