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16.04.14Leser-Kommentare

Dinge erledigen ohne Internet: Wie E-Mail in Offline-Phasen zu meiner Rettung wird

Manche Menschen fluchen über die E-Mail. Ich liebe sie - erst recht, wenn ich im Flugzeug sitze und kein Internet habe. Dann helfen mir verschiedene Workarounds auf Basis von E-Mail, dennoch so viel wie möglich zu erledigen. So versende ich beispielsweise Tweets per Mail und speichere zu lesende Artikel in Instapaper.

OfflineAusgehend von der Häufigkeit von Texten, die mit der E-Mail abrechnen, scheinen viele Menschen einen regelrechten Hass auf die ihnen viel Ärger und wenig Freude bereitende elektronische Post zu haben. Auch nicht gerade populär bei vielbeschäftigten Machern der Digitalbranche sind Flug- oder Zugreisen, bei denen unter Umständen über mehrere Stunden keine (stabile) Internetverbindung besteht.

Diese beiden Schlechte-Laune-Faktoren haben nichts miteinander zu tun? Falsch. Denn indem man die E-Mail clever nutzt, kann man in unerwünschten Offline-Phasen über diese von Simone Janson kürzlich beschriebenen, generellen Workarounds hinaus trotzdem ein Maximum an Produktivität erreichen und sozusagen das Internet nutzen, ohne online zu sein. Folgende Verfahren haben sich für mich bewährt: 1. E-Mails beantworten

Auf Flügen widme ich mich stets gerne E-Mails, deren Beantwortung ich bislang aufgeschoben habe, indem ich sie in meinen E-Mail-ToDo-Ordner verfrachtet habe. Sobald ich in der Luft bin, hole ich mein iPad heraus, aktiviere mein Bluetooth-Keyboard und schreibe meine Antworten auf besagte E-Mails. Nach dem »Absenden« landen sie im Postausgang. Das nächste Mal, wenn mein Tablet wieder Kontakt zu einem WLAN oder mobilen Hotspot hat, gehen alle Mails automatisch an die Empfänger raus.

2. E-Mails schreiben und Aufgaben delegieren

Ich beschränke mich nicht nur auf das Beantworten angesammelter Mails, sondern verfasse nach diesem Muster auch neue, etwa zum Delegieren von Aufgaben. Oder ich verschicke Anfragen, zu denen ich bislang nicht gekommen bin. Hier hilft mir auch ein Blick in meinen Aufgabenmanager Wunderlist (der wie eigentlich alle ToDo-Werkzeuge offline funktioniert). Dieser informiert mich über anstehende Tasks - hinter denen ich dann natürlich gleich ein »Erledigt«-Häckchen setzen kann.

3. Artikel zum Lesen an Instapaper/Pocket schicken

Wenn ich ein Flugzeug besteige, ist mein RSS-Reader sowie mein Später-Lesen-Tool Instapaper meist prall gefüllt mit offline verfügbaren Artikeln, die ich dann während der Reise verschlinge. Oft stoße ich dabei auf verlinkte Beiträge, die ich aufgrund der fehlenden Internetverbindung leider nicht abrufen kann. Doch was gut funktioniert, ist diese Links per E-Mail an mein persönliches Instapaper-Konto zu schicken, wo sie umgehend erscheinen, sobald die Mail mit der jeweiligen URL den Posteingang verlassen hat. Instapaper-Konkurrent Pocket beherrscht ebenfalls den Import per E-Mail.

4. Artikel twittern oder anderweitig im Social Web teilen

Auch wenn ich keine Netzverbindung habe, möchte ich für lesenswert empfundene Texte mit meinen Followern im sozialen Web teilen. Die Lösung: ifttt ermöglicht es, Beiträge per E-Mail zu twittern oder bei Facebook oder anderswo im Web zu posten. Dazu verschicke ich den jeweiligen Link per Mail an eine spezielle ifttt-Adresse und versehe den Betreff mit dem von mir bei ifttt definierten Hashtag. Der Tweet oder Facebook-Post wird dann veröffentlicht, sobald die E-Mail den Postausgang verlassen hat.

5. Synchronisation von Texten

Oft schreibe ich Texte oder brainstorme, während ich in der Luft bin. Manchmal sind die Kreationen zu lang, um sie per Aufgabenmanager festzuhalten. Stattdessen schicke ich sie per E-Mail an mich selbst. Später, wenn ich wieder im Netz bin, kann ich diese Mails dann auch gleich praktisch von anderen Geräten aus abrufen, um mit ihnen weiterzuverfahren (etwa um daraus einen Blogbeitrag zu machen).

Die aufgeführten Prozesse beschreiben nur einige Dinge, die sich mit E-Mail anstellen lassen, wenn man einmal für einige Stunden vom Internet abgeschnitten ist. Wahrscheinlich gibt es viele weitere Workarounds dieser Art. Wenn Ihr Tipps habt, lasst es uns wissen!

Kommentare

  • jacqueline

    16.04.14 (07:52:56)

    So arbeite ich auch, nur die SM Tools dazu fehlten mir. Danke!

  • Martin

    16.04.14 (17:37:35)

    Merci für die Tipps! «Wenn ich ein Flugzeug besteige, ist mein RSS-Reader sowie mein Später-Lesen-Tool Instapaper meist prall gefüllt mit offline verfügbaren Artikeln, die ich dann während der Reise verschlinge. Oft stoße ich dabei auf verlinkte Beiträge, die ich aufgrund der fehlenden Internetverbindung leider nicht abrufen kann. Doch was gut funktioniert, ist diese Links per E-Mail an mein persönliches Instapaper-Konto zu schicken, wo sie umgehend erscheinen, sobald die Mail mit der jeweiligen URL den Posteingang verlassen hat.» Liest man direkt in der Instapaper-App, sollte der Umweg über E-Mail nicht notwendig sein – die Instapaper-App synchronisiert «Read Later»-URLs, sobald man das nächste Mal im Internet online ist. Dito AFAIK auch Reeder, zumindest in der (ansonsten ja leider ziemlich fehlerhaften) iOS-Version.

  • Martin Weigert

    16.04.14 (19:49:24)

    Stimmt, bei Instapaper geht es direkt. In Reeder glaube ich aber nicht (und auch in anderen RSS-Reader-Apps nicht). Denn die Artikel werden nicht lokal an die Instapaper-App übergeben, sondern es ist eine Internetverbindung notwendig. Ich habe das gerade nochmal mit Reeder getestet. Es kommt zwar keine Fehlermeldung, wenn man offline einen Beitrag "instapapered". Der Text landet aber danach nicht in Instapaper.

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