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16.02.08

Digitalfotos langfristig archivieren

Fotos tragen Erinnerungen in sich, die man sich (hoffentlich) noch lange vor Augen führen möchte. Während früher Filmstreifen auf Lebzeiten erhalten blieben, ist dies bei der Digitalfotografie etwas schwieriger zu bewerkstelligen. Dies sollte jedoch kein Grund dafür sein, auf die Vorteile von Digitalbildern zu verzichten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, digitale Fotos langfristig zu archivieren.

Gegenüber dem fotochemischen Film liegt der Hauptvorteil digitaler Daten darin, dass beliebig viele Kopien verlustfrei und auf einfache Art und Weise hergestellt werden können. Über einen langen Zeitraum gesehen kämpft man allerdings auch hier mit Problemen. Unter anderem haben Datenträger nur eine begrenzte Lebenserwartung und Dateiformate können im Lauf der Zeit veralten. Von Zeit zu Zeit müssen die Fotos wohl oder übel kopiert und/oder konvertiert werden.

Das Fotoarchiv aus Papier und Pappe - nicht die naheliegendste Möglichkeit für Digitalfotos

Das Fotoarchiv aus Papier und Pappe - nicht gerade die naheliegendste Möglichkeit für Digitalfotos

Welche Dateiformate in Zukunft aktuell sein werden, darüber lässt sich spekulieren. Für die Haltbarkeit der Datenträger gibt es jedoch ziemlich verlässliche Angaben, wobei die Fertigungsqualität großen Einfluss haben kann:

  • Optische (DVD) und magnetische (Harddisk) Datenträger bieten viel Platz zu einem relativ günstigen Preis. Die Lebensdauer von CDs und DVDs liegt bei maximal zehn Jahren. Häufig sind jedoch nur ein bis zwei Jahre zu erwarten. Ähnliches gilt für Festplatten. Mit zunehmender Betriebsdauer steigt z.B. die Wahrscheinlichkeit eines Headcrashs. Hochwertige Festplatten können fünf bis acht Jahre halten. Eine Studie von Google (.pdf) hat jedoch gezeigt, dass für Festplatten ein verflixtes drittes Jahr zu existieren scheint. Für den Fall der Fälle sollte daher vorgesorgt werden. Besser eine Kopie der Kopie erstellen.

  • Flash-Speicher sind teuer und kommen daher für das Archivieren großer Datenmengen zur Zeit nicht in Frage.

  • Online-Speicher: Es gibt zahlreiche Anbieter, welche Speicherplatz im Web zur Verfügung stellen. In vielen Fällen werden neben kostenpflichtigen Dienstleistungen auch Gratiszugänge angeboten, diese dann oft mit Einschränkungen. So lassen sich beispielsweise bei Flickr nur 100 MB pro Monat hochladen. Zudem ist der verfügbare Speicherplatz für große Fotosammlungen knapp bemessen (zum Beispiel bei Picasa derzeit 1 GB). Dafür kommen andere Vorteile zum Zug: Einmal im Web gespeichert, können Fotos problemlos anderen zugänglich gemacht werden. Bei Diebstahl, Feuer oder ähnlichen Katastrophen bleiben die Daten trotzdem erhalten. Allerdings ist man vor Unzuverlässigkeiten der Anbieter natürlich nicht gefeit, auch hier ist also ein Backup der Fotos sinnvoll. Eine Ausnahme ist The Swiss Picture Bank , die Fotos gegen Garantie 30 Jahre lang speichert (30 Cent pro Bild).

  • Papier: Wer lange Haltbarkeitszeiten sucht, dem bleibt der Druck auf Papier. Natürlich verliert man dabei alle Vorteile der Digitaltechnik, und der Druck belastet bei vielen Abzügen den Geldbeutel nicht unwesentlich.

Zusammengefasst: Für den Großteil der Fotos sind optische oder magnetische Datenträger die erste Wahl. Wer auf eine gewisse Redundanz achtet, bleibt vor bösen Überraschungen verschont. Als langfristige Ablage sind Online-Speicher allerdings nicht unbedingt geeignet, da das Platzangebot oft beschränkt ist und man der Zuverlässigkeit der Anbieter nicht völlig vertrauen sollte.

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