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01.08.12

Jobwechsel: Das eigene Multipotential richtig verkaufen

Wer häufig den Job wechselt, gilt als unsteter Jobhopper. Viele Leute interessieren sich im Verlauf ihres Beruflebens aber für verschiedene Dinge.

Vor einiger Zeit erklärte eine Neurowissenschaftlerin, es sei überhaupt nicht erstrebenswert, dass wir ein Leben lang den selben Job machten. Darauf sei unser Gehirn gar nicht ausgelegt. Ich habe mich über diesen Artikel gefreut, weil er mit einer in Deutschland sehr gängigen Meinung aufräumt: Dass wir vom Schulabbschluss bis zur Rente am besten immer den selben Job haben. In anderen Ländern ist das ganz anders, hier hat man bereits erkannt , wie wichtig berufliche Flexibilität in einer sich immer schneller verändernden Welt ist. Nur in Deutschland hält sich diese Vorstellung hartnäckig: Wer zu oft seinen Job wechselt, gilt als unstet und unzuverlässig.

Keine Möglichkeit zum Ausprobieren!

Das Ergebnis ist, dass Schulabgänger in Anbetracht der beruflichen Auswahlmöglichkeiten derat unter Druck geraten, dass sie in ein regelrechtes Trotz-Phlegma verfallen. Und dass es, sind wir mal ehrlich, ziemlich viele Junge Leute gibt, die nicht wissen, was sie machen wollen. Oder besser: Sie wissen schon was sie wollen. Nämlich einfach mal ein paar Sachen ausprobieren. Aber sie sehen keine Möglichkeit dazu.

Was tun, wenn man sich für vieles interessiert?

Umso wohltuender fand ich das Blog Puttylike, auf dem es um Menschen mit multiplen Interessen geht - und ihre Probleme. In seinem Blogbeitrag How to Get People to Take You and Your Interests Seriously befasst sich Alexander Heyne damit, wie man als jemand, der gerne mal von einem Job zum anderen springt, ernst genommen wird.  Alexander hat eine Menge ausprobiert und studiert: Meditation, Bogen-Machen, Überlebenstraining, Bloggen, Kampfsport, Klettern, Kalligraphie, chinesische Philosophie, Akupressur, Naturmedizin, Kochen und ein gutes Dutzend weiterer Interessen. Einen Satz, den Alexander sich dabei offenbar oft anhören musste: «Was machst du nur damit? Das ist doch zu überhaupt nichts Nütze.» Seine Tipps gegen solche Totschlagargumente lassen sich auf einen wichtigen Punkt herunterbrechen: Es kommt darauf an, wie man selbst zu der Sache steht und es verkauft:

5 Tipps für Multiinteressierte

     

  1. Ideen fokussieren: Um nicht sprunghaft zu erscheinen, macht sich Alexander eine Liste mit seinen nächsten Zielen. Andere können sehen, dass er es wirklich ernst meint und nicht nur spontan von einer Idee zur nächsten springt.
  2. Der Sache einen tieferen Sinn geben: Wer einfach nur von einer Idee zur nächsten oder von einem Job zun nächsten hüpft, gilt schnell als wankelmütig. Alexander schlägt vor, der Sache einen tieferen Sinn zu geben - z.B. dass man sucht, wofür man wirklich leidenschaftlich brennt.
  3. Einfach mal abwarten: Alexander hat festgestellt, dass anfängliche Begeisterung für eine Sache und dann das ebenso plötzliches Abflauen der Begeisterung verstörend auf andere wirkt. Daher hält er sich nun mit seiner Anfangsbegeisterung ein wenig zurück, bis er selbst weiß, ob er dauerhaft bei einer Sache bleiben möchte.
  4. Mut zum Wechseln: Oft genug, schreibt Alexander, hat er zu lange in Tätigkeiten ausgehalten, in denen er eigentlich schon genug gelernt hatte, weil andere das von ihm erwarten. Manchmal kann man woanders mehr lernen, das einen in Zukunft weiter bringt - und dann sollte man den Mut haben, zu wechseln.
  5. Selbstbewusstsein: Schließlich schlägt Aleaxander das vor, was er «Agieren wie Alexander der Große» nennt: Einfach selbstbewusst die eigene Richtung vertreten, statt beschämt herumzustottern.

Bild: Steven Depolo bei flickr.com (CC BY 2.0)

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