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19.05.14

Besser arbeiten durch mehr Zufriedenheit: Das Dankbarkeitstagebuch

Unser Leben wird immer schneller und hektischer. Da hilft es, sich klar zu machen, was man schon erreicht hat. Denn: Wer zufrieden ist, hat nicht nur ein besseres Leben, sondern arbeitet auch besser. Ein Dankbarkeitstagebuch kann uns dabei unterstützen.

Bild: Generation Bass bei flickr.com (CC BY 2.0)Nicht nur, dass das Leben um uns herum immer stressiger zu werden droht - nein, wir lassen uns auch selbst von dieser Hektik anstecken. Uns wird suggeriert, dass »immer mehr« und »immer besser« erstrebenswerte Ziele sind.  Auch wenn es sicher zur menschlichen Natur gehört, so zu denken: Oft genug überfordern wir uns mit unsere Zielen auch ein Stück weit selbst.

Stress durch die falschen Ziele

Zum Beispiel weil wir falschen Idealbildern aus den Medien hinterherhecheln; weil wir uns mit Kollegen, Freunden und Bekannten vergleichen; weil wir uns Ziele von außen, etwa von Chefs oder Auftraggebern, aufoktroyieren lassen. Und sind oft gestresst, weil diese Ziele gar nicht uns entsprechen und wir sie daher auch nur halbherzig verfolgen. Das Ergebnis ist dann, dass wir nicht wirklich produktiv sind und folglich auch nicht sonderlich erfolgreich.Der Stress, den wir dann beklagen, ist also oft genug hausgemacht:  Statt herumzuschimpfen und die Schuld für die Misere den anderen zu geben, sollten wir uns überlegen, was wir selbst zu einer Veränderung der Situation beitragen können. Zum Beispiel, indem wir überdenken, was wir wirklich wollen und dankbarer sind für bereits Erreichtes.

Das Dankbarkeitstagebuch

In diesem Zusammenhang bin ich auf das Dankbarkeitstagebuch gestossen, das Judith Wischhof auf Zeitzuleben und Carsten Bruns auf seinem Blog vorstellen. Es mag auf den ersten Blick simpel klingen, aber die beiden schlagen vor, jeden Abend in ein Dankbarkeitstagebuch einzutragen, wofür man an diesem Tag dankbar ist. Und zwar ohne Wenn und Aber. Dabei entstehen gleich mehrere Vorteile:

  • Sich die positiven Aspekte seines Lebens oder seiner Arbeit schriftlich zu vergegenwärtigen, lenkt die Sicht auf die Dinge, die man nur allzu oft als selbstverständlich wahrnimmt und daher schnell wieder vergisst.
  • Wer sich auf diese positiven Aspekte im Leben konzentriert, der werde, so versprechen die Experten, auch weitere positive Aspekte anziehen. Das klingt nun ein wenig esoterisch, wird aber mit der positiveren Ausstrahlung begründet und damit, dass man sich eben auch mehr auf das Positive in seinem Umfeld konzentriere.
  • Schließlich hilft das Fokussieren auch dabei, die eigenen Ziele auszuloten: Denn nach einer Weile wird man feststellen, dass sich in den Aufzeichnungen immer wieder ähnliche Dinge finden, die einen zufrieden und glücklich machen. Das hilft zu erkennen, was im eigenen Leben wertvoll ist.

Auch wenn positives Denken kein Allheilmittel ist ...

Natürlich ist positives Denken nicht das Allheilmittel zum Lösen aller Probleme. Negative Gefühle und berechtigter Ärger über Verhaltensweisen anderer sollten nicht unterdrückt werden. Notwendige Änderungen geht man gar nicht an, wenn man immer dankbar und zufrieden ist. Und tatsächlich kann zwanghafter Optimismus sogar schädlich sein, wie dieser Artikel in der ZEIT zeigt.

... so kann es uns doch weiterbringen, wenn wir uns Positives regelmässig vergegenwärtigen

Bestimmt ist es aber genauso schädlich, alles Positive auszublenden und überall nur das Schlechte zu sehen. Die richtige Mischung macht es eben aus. Darum lohnt es sich, sich regelmässig zu fragen:

  • Was ist mir heute an Positivem wiederfahren, für das ich dankbar sein kann?
  • Was hat mich erfreut und vielleicht sogar zum Lächeln gebracht?
  • Was gefällt mir in meinem Job?
  • Wann habe ich besonders produktiv und motiviert gearbeitet?

Fazit

Ein Dankbarkeitstagebuch ist eine gute Methode, den Fokus auf die positiven Dinge im Leben zu lenken, dadurch ein Stück zufriedener zu werden und - schöner Nebeneffekt - auch besser zu arbeiten. Probiert es einfach mal aus.

 

Bild: Generation Bass bei flickr.com (CC BY 2.0)

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