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23.08.08Leser-Kommentare

Backup (II): Tools für Windows

Nachdem man sich eine Strategie für die Datensicherung zurechtgelegt hat, geht es darum, ein geeignetes Werkzeug zu finden, mit dem man diese umsetzen kann.

Zu Teil I: Eine Backup-Strategie entwickeln

Die Programme in dieser kleinen Auswahl gehen teilweise ganz unterschiedlich an das Thema Backup heran. Ihr Vor- und Nachteile werden ganz unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht. Ich habe mich bemüht, möglichst Software auszuwählen, welche kostenlos im Internet verfügbar ist. Es sind aber auch ein paar kostenpflichtige Angebote dazugekommen. Auf die zahlreichen Dienste für Online-Backups, die in letzter Zeit vermehrt auf den Markt drängen, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in einem separaten Artikel eingehen.

 

Windows XP /Vista

Unter Windows lassen sich Datensicherungen auch ohne zusätzliche Software erstellen. Windows XP bringt das Sicherungsprogramm sowohl in der Pro- als auch in der Home-Version mit, wobei es bei letzterer erst manuell nachgerüstet werden muss. Nicht alle Editionen von Vista hingegen sind mit einer automatischen Backup-Funktion ausgerüstet.

Sicherungs- und Wiederherstellungs-Assistent unter Windows XP

Der Assistent unter Windows XP lässt einem die Wahl, ob man einige Dateien und Einstellungen oder das gesamte System sicher möchte.

Unter Windows XP lässt sich mit dem Assistenten relativ einfach eine Datensicherung durchführen. Zunächst legt man fest, was genau gesichert werden soll: Es können einfach nur die wichtigsten Dokumente und Einstellungen (unter anderem mit dem Ordner "Eigene Dateien") oder aber das gesamte System (mit sämtlichen Dateien) ausgewählt werden.

Auf Wunsch kann man selber bestimmen, welche Daten den Weg ins Backup finden sollen. Unter den erweiterten Einstellungen finden sich weitere Funktionen: So kann man den Typ der Datensicherung (vollständig, differenziell, inkrementell) angeben und ein regelmässiges Intervall für automatische Sicherungen festlegen. Für die grundlegenden Bedürfnisse reicht dies schon bestens aus.

Vista unterscheidet ebenfalls, ob einzelne Dateien oder das komplette System gesichert wird. In letzterem Fall können die Backups entweder auf Festplatten oder DVDs abgelegt werden. Für die Variante mit den einzelnen Dateien kommen zusätzlich Netzwerkfreigaben in Frage. Sicherungen auf Bandlaufwerke sind zum Beispiel aber nicht möglich. Zudem können die Daten nicht auf den gleichen Datenträger gesichert werden, von dem sie stammen. Im Test wurde auch meine Netzwerkfestplatte nicht akzeptiert. Unter Windows XP hatte dies keine Probleme bereitet.

» XP: Anleitung

» Vista: Anleitung

AceBackup

Um in AceBackup eine Datensicherung anzulegen, muss zunächst ein entsprechendes Projekt angelegt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Das "Archiv" fügt mehrere Dateien analog einer Zip-Datei zusammen. Die Ordnerstruktur innerhalb des Archivs kann frei definiert werden. Diese Variante eignet sich für einmalige Sicherungskopien. Das "Backup" entspricht der regelmässigen Datensicherung. Alle Pfadangaben bleiben erhalten und automatische Sicherungen können über einen Zeitplan definiert werden.

AceBackup 2

AceBackup in der Übersicht: Oben der Explorer, unten die Projektverwaltung

Über einen Assistenten lassen sich vielfältige Einstellungen vornehmen. Im ersten Schritt wird festgelegt, ob die Datensicherung verschlüsselt und/oder komprimiert werden soll. Danach teilt man dem Programm mit, was es mit veränderten Dateien machen soll. Einerseits können bestehende Dateien generell ersetzt werden oder nur ältere. Es können aber auch verschiedene Versionen der gleichen Dateien abgelegt werden.

AceBackup erstellt bei jeder Sicherung eine Protokolldatei, welche man sich per E-Mail zustellen lassen kann. Als Datenträger kommen lokale Festplatten oder Netzwerkfreigaben, CD/DVD-Laufwerke oder FTP-Server in Frage. Es können gleichzeitig mehrere Ziele definiert werden, so dass ein Backup beispielsweise auf einem Server ausser Haus und auch auf einer DVD abgelegt wird. Vor und nach der Projektverarbeitung lassen sich Programme ausführen.

Ebenfalls eine Fülle von Funktionen bringt SyncBack mit. Allerdings werden diese nicht so übersichtlich präsentiert. Das fällt zum Glück nicht so ins Gewicht, da man die Einstellungen nur einmal vornimmt und dann hin und wieder anpasst. Dazwischen arbeitet das Tool selbständig über den Taskplaner von Windows.

» Ace Backup (Freeware)

» SyncBack Freeware (Freeware)

DriveImage XML Private Edition

Für den Heimgebrauch ist DriveImage XMLkostenlos. Damit lassen sich Abbilder (sogenannte Images) ganzer Festplatten (oder Partitionen) erstellen. Der Vorteil dieser Herangehensweise liegt auf der Hand: Nicht nur einzelne Dateien, sondern ein ganzes System kann aus einem Abbild wieder hergestellt werden. Man umgeht damit im Notfall eine langwierige Neuinstallation des Betriebssystems.

Nach der Auswahl der gewünschten Partition erscheint bei DriveImage XML ein Dialog, der durch das Backup führt.

Nach der Auswahl der gewünschten Partition erscheint bei DriveImage XML ein Dialog, der durch das Backup führt.

Während des Erstellens des Images kann ohne Unterbruch mit dem System weitergearbeitet werden. Die Abbilder können später entweder als Ganzes zurückgespielt werden, oder aber man kopiert daraus einzelne Daten. Über den Taskplaner von Windows kann die Datensicherung automatisiert werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Inhalte einer Festplatte direkt auf andere Festplatten zu kopieren.

Die gleich Herangehensweise wählt Drive Snapshot. Für 30 Tage gibt es eine Testversion mit voller Funktionalität. Danach können Backups nur noch angeschaut oder zurückgespielt werden. Das Werkzeug bringt einen ähnlichen Funktionsumfang mit wie DriveImage XML. Es stellt sich jedoch die Frage, ob man den hohen Anschaffungspreis für die etwas bessere grafische Darstellung bezahlen möchte.

» DriveImage XML (kostenlose Private Edition)

» Drive Snapshot (39.- Euro, Testversion für 30 Tage)

Acronis True Image Home

Rund fünfzig Euro kostet Acronis True Image. Man erhält dafür eine Fülle von Möglichkeiten und eine angenehme Benutzerführung, an welche die anderen Tools nur zum Teil herankommen. Neben der Datensicherung bringt das Programm ein spezielle Funktion mit: Eine virtuelle Umgebung steht zum Testen von Software bereit. Erst später muss entschieden werden, ob die Änderungen in das eigentliche System übernommen werden. Wertvoll ist die Funktion zum Überprüfen der Integrität der erstellten Backups. So kann man sicherstellen, dass die Archive korrekt gelagert werden.

acronisNach der Installation weist Acronis True Image Home deutlich darauf hin, wenn keine Datensicherung geplant ist.

Nach der Installation weist Acronis True Image Home deutlich darauf hin, wenn keine Datensicherung geplant ist.

Im Assistenten wird einem die Wahl zwischen vier Varianten überlassen: Einerseits kann ein Abbild des gesamten System, einzelne Dateien, Einstellungen von Anwendungen oder die E-Mails gesichert werden. Danach entscheidet man sich für ein vollständiges, differentielles oder inkrementelles Backup. In den erweiterten Einstellungen finden sich weitere Funktionen, welche die bisher vorgestellten Tools nicht mitbringen: So kann festgelegt werden, wie stark die Software das System und den Netzwerkdurchsatz belasten darf. Benachrichtigungen können nicht nur per E-Mail, sondern auch über den Windows-Nachrichtendienst (WinPopup) übermittelt werden. Das Archiv kann in fest definierten Grössen aufgeteilt werden, so dass es zum Beispiel auch nachträglich noch auf DVDs gebrannt werden kann.

Der Konkurrent Norton Ghost ist dank einer Preissenkung zum fast identischen Preis zu haben. Gegenüber Acronis True Image punktet er unter anderem mit ereignisgesteuerten Backups, z.B. wenn ein neues Programm installiert wird.

» Acronis True Image Home (49.95 Euro, Testversion für 15 Tage)

» Norton Ghost (49.99 Euro, Testversion für 30 Tage)

Kommentare

  • markus

    23.08.08 (13:58:34)

    Einfach mal bei eBay schauen. Habe dort Acronis True Image Home 11 für unter 25,00 Euro per Sofort-Kauf erhalten.

  • Mick

    23.08.08 (17:06:20)

    Das XP Backup ist nicht wirklich brauchbar, da es auf FAT32 nur maximal 4GB sichern kann. Und externe USB-Festplatten mit NTFS zu formatieren (geht das überhaupt?) wäre nur bedingt sinvoll, weil sie dann nur noch unter Windows genutzt werden können.

  • Nils Holgerson

    24.08.08 (17:30:44)

    Acronis True Image ist nicht (mehr) zu empfehlen. Seit Version 11 gibt es viele Probleme - man schaue sich nur mal die Kommentare bei Amazon an...

  • Dominik Tschopp

    25.08.08 (08:42:13)

    @ Markus: Bei den Preisen habe ich mich an den Angaben auf der Webseite der Hersteller orientiert. Auf Amazon beispielsweise findet man Acronis True Image Home 11 ebenfalls zu einem günstigeren Preis. @ Mick: Stimmt, das XP Backup reicht nur für einfache Zwecke. Aber dort erledigt es meinem Eindruck nach seine Dienste nicht schlecht. @ Nils: Acronis True Image Home wurde mir schon mehrmals empfohlen. Die Version 11 scheint aber tatsächlich unreif auf den Markt gekommen zu sein.

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