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24.04.07Leser-Kommentare

mite: Klarheit über jede Minute

«mite» macht die Auftragsabrechnung für Freelancer und Kleinbetriebe einfach - und das kostenlos.

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Freiberufler wie ich verkaufen ihre Arbeit manchmal zum Pauschalpreis, manchmal offeriert und verrechnet man auch Stundenaufwände. In beiden Fällen hatte ich bisher einen schlechten keinen Überblick darüber, wieviel Zeit ich wofür aufwende.

Gefühlt klar war bisher nur, dass ich für vieles viel mehr Zeit aufwende als ich verrechnen kann, was aber für notorische Kulturtäter normal ist. Auch klar ist: Im Lauf der Jahre gewinnt man an Routine, das ist in jedem Beruf so - und darum gelingen mir hin und wieder Dinge in einer halben Stunde, die sonst eigentlich fünf dauern.

Wie auch immer: Der Überblick war bisher gleich null. Das war nicht wirklich schlimm, nur manchmal wäre man doch froh, man könnte etwas genauer abschätzen, wo denn nun die viele Zeit geblieben ist. Und manchmal wäre man gut bedient, man könnte einem schwierigen Kunden (für den man u.U. eh schon halb gratis arbeitet) mit einem detaillierten Stundenrapport vor den Augen wedeln.

Seit ein paar Wochen hat mein Unwissen ein Ende. In einem Nebensatz bei hogenkamp.com entdeckte ich ein Kleinod zur Zeiterfassung, das noch Furore machen wird. Es heißt mite (sprich: maitii) und kommt bereits jetzt im Rahmen einer betamäßigen Diplomarbeit als hocheffizienter und wunderschön gemachter Online-Dienst daher:

 

mite ist ein Hochgeschwindigkeitstool zur Erfassung und Auswertung von Arbeitszeit. Entworfen mit und für kleine Agenturen und Freelancer. (...) mite startete 2006 als Teil unserer Diplomarbeit "Agile Produktentwicklung im Neuen Web" an der Technischen Fachhochschule Berlin.

 

Die Anwendung ist nicht nur in sich ein Knüller (weil einzigartig), das Projekt wird auch nach allen Regeln der Web-2.0-Kunst hochgefahren. Kein Wunder, es stammt von zwei bekannten Bloggern der Popnutten, nämlich Julia Soergel und Sebastian Munz. Beide seit Jahren im Netz unterwegs, haben sie ihr Projekt natürlich mit einem Blog und einem Wiki ausgestattet und mit einem cleveren Geschäftsmodell aufgesetzt:

Die deutsche Online-Version wird kostenlos bleiben, Julia und Sebastian wollen hier die Spendenschiene ausrollen, und ich kann mir gut vorstellen, dass das funktionieren wird. Wer so eine tolle Anwendung regelmäßig professionell einsetzt, schiebt gerne mal ein paar Euro nach Berlin. Zukünftige fremdsprachige Versionen sollen dann kostenpflichtig sein, und geplant ist außerdem eine ebenfalls kostenpflichtige Download-Version.

blog4Dieses Geschäftsmodell wird fast sicher aufgehen. Grund: Das Problem von Zeiterfassung und Reporting ist hoch akut. Nicht nur bei Freelancern und lockeren Dreimannshows in der "Digitalen Bohème" (was für ein scheußliches Wort), sondern bis weit in die klassischen KMUs mit 10 bis 50 Leuten. Unglaublich, was da noch mit handgestrickten Excel-Listen rumgebastelt wird. Wenn du einen Firmenchef aus diesem Segment ärgern willst, dann frag ihn mal nach seiner Zeiterfassung und ob die in irgend einer schlauen Form projektorientierte Reports ausspuckt. Er wird die nächste Flasche Edelzwicker bestellen und über was anderes reden wollen.

Mit anderen Worten: Das Bedürfnis nach einem einfachen, aber leistungsfähigen Zeiterfassungstool mit einem unkomplizierten Reporting ist bei zehntausenden von kleinen Firmen riesig. Es gibt zwar unzählige Angebote für mehr oder weniger Geld, aber allen ist gemein, dass sie entweder unausgegoren oder overdressed oder mit komplizierten lokalen Installationen daherkommen. mite geht da ausdrücklich andere Wege:

 

Funktionalität ohne KlimBim. mite gestaltet die Eingabe so schmerzlos wie nur irgend möglich, und erstellt daraus im Handumdrehen aussagekräftige und verwertbare Reports.

Konkret: Ich kann mit mite Kunden definieren und diesen Kunden verschiedene Projekte zuordnen.

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Ich kann zudem mehrere Benutzer-Accounts vergeben, an Mitarbeiter im Haus oder externe Freelancer. Jeder Benutzer startet morgens seinen Account und wählt das Projekt, an dem er gerade arbeitet, trägt dort die Zeit ein (oder lässt die Stoppuhr mitlaufen) und schreibt noch ein paar Notizen dazu. Fertig.

Tut man das gewissenhaft, wird man mit erstaunlichen Reports belohnt. Ich weiß jetzt zum Beispiel, wieviel Zeit ich fürs Bloggen aufwende (ca. 70 Stunden in den letzten drei Monaten). Ich weiß auch, für welches meiner vier Blogs wieviele Stunden draufgehen. Und: Ich kann das ganze noch mit einem Zeitfilter auspressen und weiß dann, dass ich etwa in der letzten März-Woche acht Stunden fürs Bloggen aufgewendet habe - diese Funktion ist für längere Projekte praktisch, um z.B. Zwischenabrechnungen zu erstellen.

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Das erstaunlichste Reporting-Resultat in meiner dreimonatigen Testphase entstand bei einem kleinen Auftrag: Ein Inserat für einen Blumenladen. Ein einfacher Schnellschuss ohne großen Text- und Konzept-Aufwand sowie minimalem Gestaltungsaufwand, gute zwei Stunden alles in allem. Aber auf dem mite-Ticker standen am Schluss nochmal soviele Stunden fürs Rumtelefonieren und Organisieren. Für das Logo musste ich einem Schriftenmaler und einem Drucker nachrennen; der eine schickte was falsches und der andere erst nach der dritten Mail und dem fünften Anruf was halbwegs brauchbares.

Ohne mite hätte ich - typisch Freelancer - nach ein paar Tagen noch eine halbe Stunde dafür aufgeschrieben.

mite steht am Anfang. Erklärtes Ziel der Autoren ist es, das Tool laufend auszubauen. Auf Anfrage hat mir Julia die mite-Roadmap verraten:

 

1. Benutzerrechteverwaltung (wer welche Projekte & Reports sehen darf, soll optional eingeschränkt werden können. Sinnvoll für "Praktikanten", kooperierende Freiberufler oder auch Kunden, die nicht Zugriff auf alle Accountdaten haben sollen.)

2. Eine downloadbare Version zur Installation auf dem eigenen Server (kostenpflichtig)

3. Mehrsprachigkeit (vorneweg Englisch)

4. Integration von Stundenansätzen

5. offene API

Ein kleiner, aber wesentlicher Pluspunkt von mite ist das Benutzerinterface. Es ist selbsterklärend im besten Sinn. Eine Hilfe-Ecke gibt es zwar als FAQs, dort werden aber nur eine Handvoll Anwenderfragen besprochen, denn alles andere ist quasi auf Anhieb klar. Und: Das Ding ist schlicht und schön - da hat's nix von diesem ollen Tabellenmief, sondern da wird man von einem dezent farbenfrohen Tool empfangen, das man gerne täglich benutzt. Julia und Sebastian sagen dazu in ihrem Manifest:

 

Wir glauben an Freude fürs Auge. mite würde auch mit einer weniger durchdachten und liebevoll gestalteten Oberfläche das tun, was er eben tut. Fitzelkleine Texte, Tabellenwüsten und Farbenblindheit machen allerdings nicht glücklich. mite schon.

Überhaupt, dieses mite-Manifest - wo andere in bemüht gestelztem Marketinggeschwafel von hehren und abgewetzten Philosophien lafern, setzen Julia und Sebastian zu Bekenntnissen wie diesem an:

 

Wir glauben an flexible Software. mite soll sich deiner Arbeitsweise anpassen, nicht umgekehrt. Als Werkzeug reichen wir dir offen angelegte Strukturen, die du kreativ für dich nutzen kannst.

oder:

 

Wir glauben an Ehrlichkeit. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber wie die Praxis mancher Unternehmen aussieht, weißt du so gut wie wir. Vom Marketinghimmel gefallene Pseudowahrheiten ersetzen wir durch ehrliche und offene Information: wenn etwas schief geht, erfährst du es auch.

Das alles tönt nicht nur gut, es ist auch so umgesetzt. Eine sehr angenehme Stimmung wird da versprüht, finde ich. So macht es Spaß, sein Zeitmanagement zu organisieren.

» Ausprobieren: mite

Christian Röthlisberger ist freischaffender Texter/Konzepter/Marketier, er lebt in den Berner (Schweizer) Voralpen und bloggt seit Mai 06 alias Bugsierer im henusode-blog.

Kommentare

  • mds

    24.04.07 (11:09:51)

    Leider scheint mite keine verschlüsselten Verbindungen zu verwenden, nicht einmal für die Übertragung der Benutzerdaten ? das erweckt keinen überzeugenden Eindruck, denn wer bereits diesbezüglich bei der Sicherheit pfuscht, dürfte erfahrungsgemäss bei weniger einfachen Sicherheitsaspekten genauso überfordert sein. Daneben sollte man genügend Freizeit einplanen, muss man doch gemäss AGB damit rechnen, mite während fast drei Wochen pro Jahr nicht nutzen zu können? dennoch: Als Offline-Version könnte mite für Einzelunternehmer, die unerklärlicherweise bislang noch keine Zeiterfassung verwenden und sich mit dem rudimentären Funktionsumfang der aktuellen mite-Version abfinden, eine neue Alternative darstellen. Ich werde das Angebot trotz verschiedenen noch bestehenden Mängeln (siehe unter anderem oben) gerne ausprobieren sowie verfolgen, wie es sich entwickelt? :)

  • BloggingTom

    24.04.07 (11:48:41)

    @mds: Der Grund für die nichtverschlüsselten Daten dürfte auf der finanziellen Seite liegen: Die Möglichkeit, mite über HTTPS ? also eine verschlüsselte Verbindung ? zu nutzen, können wir zur Zeit leider aus Kostengründen nicht mehr anbieten. Falls Spenden in ausreichender Höhe zusammenkommen, werden wir diese Option natürlich wieder einrichten.

  • bugsierer

    24.04.07 (12:01:25)

    @ mds: ähm... tschuldigung, aber hier von pfusch und überforderung zu reden finde ich dann doch etwas dicke post. und dann drei sätze später noch ankünden, das teil dennoch ausprobieren zu wollen ? sehr uncool. und deine kritik von wegen "rudimentärer funktionsumfang" schiesst ebenfalls ins leere, es steht ja deutlich in meinem text, dass mite am anfang ist und laufend ausgebaut wird.

  • Peter Sennhauser

    24.04.07 (12:25:40)

    Waaa. Ich finds toll. Bietet sogar die Möglichkeit, frechen Kunden einen Tag zu 28 Stunden zu verrechnen... Ich wollte ja mal Projess ausprobieren, über das ich vor fünf Jahren schon geschrieben hab - ist ähnlich entstanden und inzwischen eine vollausgereifete Web-Zeitabrechnung für Kleinfirmen - aber bis jetzt habe ich den Zugriff auf die Testapplikation nicht gekriegt. Ich hol's nach.

  • mds

    24.04.07 (12:26:19)

    @bugsierer: Die Erfahrung zeigt leider, dass man aus dem Fehlen von einfach umzusetzenden Sicherheitsmassnahmen häufig darauf schliessen kann, dass es um weniger einfach zu implementierende Sicherheitsmassnahmen nicht zum Besten steht? das ist wie in einem Restaurant: Ist die Toilette nicht sauber, muss man um die Hygiene in der Küche fürchten, denn eine Toilette ist wesentlich einfacher zu reinigen als eine Küche. Und ja, ich werde trotz meiner Kritik mite ausprobieren und verfolgen, wie es sich entwickelt. Vielleicht blogge ich sogar auch noch darüber? :) @BloggingTom: Merci für den Hinweis! Ich hoffe, der Hinweis deutet nicht auf ein ernsthaftes Liquiditätsproblem von mite hin, denn ein SSL-Zertifikat ist nicht allzu teuer und eine verschlüsselte Verbindung zumindest für die Übertragung der Benutzerdaten bei der Anmeldung müsste auch von der Webserver-Performance her möglich sein?

  • mds

    24.04.07 (12:27:01)

    (Bitte entschuldigt die fehlenden Absätze, nicht mein Fehler? :roll:)

  • Julia

    24.04.07 (12:34:17)

    Spenden sind inzwischen eingetroffen, und somit kommt HTTPS mit entsprechendem Zertifikat auch zeitnah, dies nur zur Information. Daneben: danke für den Artikel! Dass unsere Arbeit so geschätzt wird, freut und motiviert uns ungemein.

  • mds

    24.04.07 (12:40:41)

    @Julia: Super! :D Ich hoffe, Ihr findet auch noch einen passenden Hosting-Anbieter in Deutschland oder zumindest in Europa ? ein Serverstandort in den USA ist im Zusammenhang mit den europäischen Datenschutzbestimmungen bekanntlich heikel und könnte für Unternehmen unter Umständen sogar bedeuten, dass Sie Euer Angebot gar nicht legal nutzen können.

  • mds

    24.04.07 (12:49:45)

    @Christian Röthlisberger: Siehst Du, das SSL-Problem wird gelöst und zeitnah hier kommuniziert ? positiv! Wie übrigens Kommunikation sowieso eine Stärke von mite zu sein scheint; die online verfügbaren Informationen jedenfalls sind sehr umfangreich.

  • Florian Steglich

    24.04.07 (13:04:13)

    @mds: Nur aus Interesse: Mit welchen Kosten muß m an denn für https rechnen? @Julia: Ich schließe mich Christians Urteil an, nutze mite jetzt seit ein paar Tagen und finde es genauso cool. Warum habt Ihr nicht ein bißchen Werbung auf der re:publica gemacht?

  • mds

    24.04.07 (13:09:43)

    @Florian Steglich: SSL-Zertifikate, die von allen gängigen Browsern akzeptiert werden, kosten unter 100 Dollar pro Jahr. Relevante Kosten verursachen kann die entsprechende Serverlast? allerdings sollten verschlüsselte Verbindungen im WLAN-Zeitalter selbstverständlich sein, man möchte ja nicht, dass Passwörter und andere persönliche Daten wie kürzlich an der re:publica protokolliert werden?

  • bugsierer

    24.04.07 (13:13:25)

    @ mds: du glaubst es kaum, aber dass mite sehr gut und schnell kommuniziert habe ich schon gewusst und als user bereits davon profitiert. schön dass du nach deinem hüftschussmässigen pfusch-urteil von heute morgen auch noch was positives an mite entdeckst.

  • mds

    24.04.07 (13:28:32)

    @Christian Röthlisberger: Keine verschlüsselten Verbindungen zu verwenden ist genauso Pfusch wie Deine Kleinschreibung ? daran halte ich fest. Abgesehen davon weisst Du doch, dass Kritik üblicherweise nicht das Fehlen von Positivem ausdrückt? und gerade jemand wie Du, der ebenfalls häufig kritisch kommentiert, sollte auf Kommentare zu eigenen Beiträgen nicht derart betroffen reagieren.

  • Julia

    24.04.07 (13:45:47)

    @mds: mite ist mit Rails umgesetzt, das schränkt die Serverwahl leider ziemlich ein. Wir wären auch gerne in Deutschland geblieben, haben aber schlicht kein Angebot entdecken können, das uns so sehr überzeugt hat wie das jetzige. Bezüglich der legalen Nutzung: könntest du mir dort mit weiteren Infos behilflich sein? Die Problematik ist uns nicht bewusst. @Florian: Gute Frage, eine klassische verpasste Chance wohl, dabei war ich zumindest sogar vor Ort. Auf der Nummer Zwei dann ;-)

  • mds

    24.04.07 (16:03:08)

    @Julia: Die Problematik mit dem Hosting ist mir bekannt, leider? für Rechtsberatung ist der Rahmen hier nicht geeignet, aber es geht grundsätzlich um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Personendaten ins Ausland übermittelt werden dürfen, insbesondere auch in Länder wie die USA ohne gleichwertige Datenschutzbestimmungen.

  • martin

    24.04.07 (16:41:01)

    ich nutze mite seit knapp einem monat testweise und führe dort die stunden eines projektes nach. auch mich hat's doch überrascht, wie schnell man da auf eine grosse zahl kommt, wenn man mal wirklich abrechnet ;) ich werde wohl nächstens alle meine projekte mit mite erfassen - ist wirklich spielend leicht! und ich freue mich schon auf die von julia im artikel angekündigte funktion der integration von stundenansätzen! für mich persönlich wäre zudem noch ein feature für pauschale abrechnungen cool. bei meinem projekt mache ich das bisher so, dass ich das als "nicht verrechenbar" wähle und dann selbst eben zusammenzähle, wie viele einträge ich dort habe um daraus die rechnung zu generieren. weiter so!

  • martin

    24.04.07 (16:42:52)

    (und die absätze funktionieren hier ja wirklich nicht! *grrr*) (zudem wäre die tool-box, die in den anderen blogwerk-blogs oberhalb des textareas steht, wo gewisse html-befehle direkt eingefügt werden können, auch noch ganz cool - gäll peter hogenkamp!?)

  • Peter Hogenkamp

    24.04.07 (17:09:19)

    Ja.

  • bugsierer

    24.04.07 (17:24:46)

    @ mds: nix da betroffen, ich finds einfach uncool, wenn man das haar in der suppe zum elefanten im porzellanladen macht. das gleiche machst du auch in deinem zweiten kommentar, wo du hinter dem fehlen eines ssl-zertifikats gleich eine liquiditätskrise bei mite vermutest. das ist nicht kritik, das ist genörgelt, was ein grosser unterschied ist. zudem hast du den geist dieser veranstaltung nicht kapiert: das ist kein startup, sondern eine DIPLOMARBEIT. und warum meine kleineschrift kein pfusch ist steht hier: http://www.stadtwanderer.net/blog/single.php?date=1156189620

  • mds

    24.04.07 (18:57:02)

    @Christian Röthlisberger: Ein Mangel wie fehlende verschlüsselte Verbindungen ist aus meiner Sicht kein Haar in der Suppe, sondern ein gravierender Fehler. Und ja, wer schreibt, verschlüsselte Verbindungen seien aus Kostengründen nicht möglich, hat angesichts der marginalen Kosten, die dafür anfallen, offensichtlich einen Kontostand nahe Null. Und nein, was mite online anbietet, hat ganz offensichtlich das Stadium einer Diplomarbeit hinter sich gelassen und stellt nun ein Startup dar ? ist das sooo schlimm?

  • mds

    24.04.07 (18:58:25)

    Als Nachtrag ein Zitat von Tim Pritlove: Hier schlummert dann im übrigen das eigentliche Problem: viele ISPs und Hoster bieten sichere Infrastruktur überhaupt nicht an. Dateizugriff via SFTP? Pustekuchen. POP3S für verschlüsselten E-Mail-Abruf? Na wo kommen wir denn dahin? Zusätzliche IP-Adressen für SSL/TLS-Zugang zu Blog-Adminbereichen und Benutzerzugängen? Das wird teuer! Mit Sicherheit scheint derzeit noch kein Markt gemacht werden zu können. Es wird Zeit, dass die Kunden dies hinterfragen! Wenig Verständnis habe ich allerdings für diverse Startups und Webzwonull-Dienste, die irgendwie immer noch nicht eingesehen haben, dass Verschlüsselung der Kundenzugänge auch in ihrem Interesse ist. Weder z.B. Technorati, Twitter und auch Wikipedia (und diese Liste ist sehr, sehr lang) sehen offensichtlich wenig Sinn darin, die digitalen Identitäten ihrer Benutzer zu schützen und scheuen die notwendigen Mehrausgaben und den technischen Zusatzaufwand. Dabei gibt es auch Gegenbeispiele wie z.B. XING, die den kompletten Zugriff mit HTTPS absichern. Es geht also. Warum nicht alle? (http://tim.geekheim.de/2007/04/24/netzwerksicherheit-auf-der-republica)

  • mpunkt

    25.04.07 (01:26:53)

    wer bitteschoen verwaltet seine abrechnungsgrundlage und seinen kompletten arbeitsablauf - wohlmoeglich noch gespickt mit kundendaten - über eine webseite im internet, gehostet von ein paar studenten, die nicht mal in der lage sind sich fuer 50? ein ssl-zertifikat oder zur not ein selbstunterschriebenes zu verschaffen? mich wundert langsam gar nix mehr...

  • Julia

    25.04.07 (01:46:55)

    Wir investieren viel Zeit & Liebe in mite. Beim Zertifikat ging es uns ums Prinzip: warum können wir nicht die Personen, die das Tool tagtäglich kostenfrei nutzen - und das im Gros überaus zufrieden - bitten, ein paar Euro zu spenden? Das Thema Sicherheit nehmen wir ernst, sonst würden wir die Option ja überhaupt nicht angehen. Im Übrigen noch einmal die Betonung: wartet noch ein paar Tage, dann ist HTTPS umgesetzt. Davon abgesehen hindert ja nichts im Geringsten daran, Kunden- oder Accountdaten unkenntlich zu machen..

  • Plagööri

    25.04.07 (13:10:21)

    @mds & @mpunkt mancher leute horizont beschränkt sich auf einen punkt.,. und das nennen sie dann ihren standpunkt...

  • noch ein plagööri

    25.04.07 (21:17:45)

    ich fase zusammen: als mac-user freuen mich webbasierte dienste, denn viele programme laufen leider nicht auf dem mac. was sich mite (milbe? tollername! hahahah!) aber leistet, weckt kein vertrauen. ich vertraue meine daten doch nicht zwei studis an, die sich selbst als popnutten bezeichnen, für speichern von sensiblen daten einen usa-server verwenden (nicht einmal einen eigenen) und die paar euro für verschlüsselung nicht ausgeben möchten. da können die milbenfreunde noch so sehr auf die übermittler der kritik losgehen, die kritik sitzt und hat hand und fuss!

  • Florian Steglich

    25.04.07 (21:36:46)

    @noch ein plagööri: Ahja. Du kaufst bei einer Computerfirma, die sich "Apfel" nennt und deren einer Gründer sein Studium nicht mal abgeschlossen hat, wertest es aber als Grund für Mißtrauen, daß dieses Projekt sich mit "Milbe" übersetzen läßt (allerdings auch mit Obulus, Heller, Kleingeld) und von zwei Diplomanden kommt, deren Blog "Popnutten" heißt. Finde ich nicht so überzeugend. Die anderen Kritikpunkte leuchten mir da schon mehr ein - die "paar Euro für Verschlüsselung" allerdings wollen sie sehr bald ausgeben, wie Du weiter oben lesen kannst.

  • Julia

    28.04.07 (02:27:41)

    mite ist jetzt über HTTPS nutzbar..

  • noch ein plagööri

    28.04.07 (11:56:27)

    mite kriegt einfach nicht den rank! die anmeldung geht unverschlüsselt, man versendet das passwort als klartext mit mail, und die 'sichere verbindung' muss man extra auswahlen. 'unsichere verbindung' ist standard. der server ist in den usa und nicht einmal ein miteserver, sondern geteilt mit x anderen. man fand keinen server in deutschland, was einfach dumm ist. es gibt genug server in deutschland. die zwei studis sind sicher nett und alles aber mit sicherheit hoffnungslos uberfordert. 'popnutten' spricht fur sich. aber egal fur die web 20-amateure tut es offensichtlich, schon fur sie.

  • Hans

    16.09.09 (11:28:01)

    Kleiner Nachtrag: 1. mite hat noch nicht die Weltherrschaft errungen. 2. mite ist jetzt durchgängig verschlüsselt 3. mite hat eine API 4. Für Mac-User gibt es DynaMite. Dieses kleine Tool setzt deine Arbeitszeit in die Menüleiste und lässt dich Timer starten und stoppen, ohne die mite-site aufzurufen.

  • anonym

    29.03.11 (13:54:36)

    Auf unseren Seiten möchten wir den Besuchern in kompakter Form ein kategorisiertes Verzeichnis verschiedener Systeme zur Zeiterfassung und Zutrittskontrolle vorstellen (http://zeit.erfassung.info/). Vielleicht ganz interessant zu diesem Post. [Edit: Bitte Kommentarregeln einhalten. Ein Name als Absender wäre persönlicher, SEO-Versuche werden ungern gesehen. Danke - PS]

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