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08.12.11

Arbeitswelt: Fünf Trends der Zukunft

Was bewegt uns und die Arbeitswelt in den kommenden 10 Jahren? Der Talent Management-Experte Kevin Wheeler verdichtet seine Beobachtungen zu fünf Trends.

Kevin Wheeler ist Spezialist für HR-Fragen und Talent Management. Sein Steckenpferd sind zukünftige Entwicklungen - wohin bewegt sich die Welt, insbesondere die Arbeitswelt? Jedes Jahr schart er für das «Future of Talent Retreat» helle Köpfe um sich und wagt einen Blick in die Glaskugel. Grundlegend ist Kevins Bild des Dorfes: Unsere Gesellschaft wird wieder ähnlicher wie die Dorfgemeinschaft, die bis vor ein paar Jahrzehnten unsere Kultur geprägt hat.

Zurück zum Dorf

Dörfer waren kleine und überschaubare Gemeinschaften, die gemeinsam aufgebaut und auch gemeinsam geleitet wurden. Der Austausch unter den Mitgliedern der Gemeinschaft war rege, man hat von den Älteren gelernt. Gleichzeitig war auch die soziale Kontrolle besser ausgebaut: Jeder wusste alles von jedem. Heute seien wir auf dem Weg zu ganz ähnlichen Gemeinschaften - auch Unternehmen würden sich in diese Richtung entwickeln. Mit dem Unterschied, dass die Technologie ein starker Treiber dahinter ist und eine virtuelle Erweiterung der Gemeinschaft erlaubt, die bis anhin unbekannt war.

Zusammengefasst sieht Kevin fünf Trends, die unsere Arbeitswelt in den kommenden 10 Jahren prägen werden:

1. Social Business

Beziehungen prägen die Geschäftswelt in Zukunft noch viel stärker als heute - Beziehungen zwischen Verkäufern, Käufern, Lieferanten, Mitarbeitern und anderen. Vielmehr als Verträge oder rechtliche Rahmenbedingungen bestimmen Vertrauen und Transparenz die Zusammenarbeit. In dieser Zusammenarbeit wird es auch viel mehr darum gehen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und Lösungen zu finden - über die Unternehmensgrenzen hinweg. Das Internet erleichtert und ermöglicht diese Zusammenarbeit und erweitert unseren Wirkungsraum.

2. Social Leadership

Der CEO wird in Zukunft eine von vielen Führungskräften sein. Die Komplexität der anstehenden Probleme verunmöglicht es, dass eine einzelne Person die Verantwortung tragen kann. Geteilte Verantwortung, gemeinsame Entscheidungsprozesse und situative Führung wird die Regel werden.

3. Transparenz und Privatsphäre

Das Internet und das Social Web lassen heute keine Geheimnisse mehr zu - Anaylsetools und Aggregatoren sind inzwischen zu mächtig. Wir werden neue Regeln für die Privatsphäre definieren müssen und festlegen, wie wir damit umgehen.

4. Das Konzept des Angestellten neu denken

Das Konzept des Angestellten, der nur für eine Unternehmung arbeitet, ist ein sehr junges Konzept der vergangenen hundert Jahre. Davor waren die meisten Menschen «unabhängige» Kleinunternehmer. In Zukunft werden die meisten von uns in wechselnden Rollen unterwegs sein: Als Teilzeit-Angestellte, Freelancer, Subunternehmer, Selbständige etc. Dabei gilt es einige Fragen zu klären: Wie sehen Entschädigungsmodelle aus für Co-Creation? Welches sind die Mitarbeiter, die ein Unternehmen zum Kern zählt?

5. Wissen, Daten und Menschen zusammenführen

Wir lernen aus Erfahrungen, Fehlern und Informationen, die wir finden - heute sind das Dinge, die meistens nur noch einen Mausklick entfernt sind. Mit Tablets und Smartphones lernen wir praktisch ständig. Schulen und Ausbildungsstätten werden sich in den nächsten Jahren zu Orten verändern, in denen wir gemeinsam neues Wissen erarbeiten und Erfahrungen austauschen.

Jay Cross, Experte für informelles Lernen und Buchautor, war Teilnehmer der diesjährigen «Future of Talent Retreat» und hat auf seinem Blog seine Eindrücke zu den fünf Trends zusammengefasst.

(Artikelbild: bvalium auf flickr.com, CC BY 2.0)

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