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28.07.14Leser-Kommentare

Appify your life: Tipps, wie wir unser Leben, Denken und Arbeiten appifizieren

Ich habe mich in letzter Zeit ausführlich mit dem Gebrauch technischer Geräte als Arbeitsform beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, wie sich durch die Einführung von Tablets, Smartphones und Apps nicht nur unsere Nutzeroberflächen, sondern unser gesamtes Arbeiten und Denken grundsätzlich verändern.

Sean MacEntee bei flickr.com (CC BY 2.0)Wir sind es zum Beispiel gewohnt, unsere Arbeit hierarchisch zu organisieren, in Ordnern, Unterordnern und Unter-Unter-Ordnern. Wir bilden uns ein, die Sachen dann leichter wiederzufinden, wenn wir nur gut genug sortieren.

Bei vielen technischen Neuerungen funktioniert das allerdings nicht mehr, weil sich das Prinzip gewandelt hat:

Label statt Ordner

So sortiert Gmail Mails nicht mehr in Ordnern, sondern in Labels und Konversationen. Ebenso funktionieren neuere Nutzeroberflächen von PC-Desktops nicht mehr nach dem Schubladenprinzip, sondern sie lassen uns unsere bevorzugten Programme ohne Ordnungszwänge frei nach unseren Wünschen sortieren – wie etwa Windows 8 oder Unity in Ubuntu. Beide Systeme stießen (und stoßen noch) auf große Widerstände unter den Nutzern, eben gerade weil die neue Freiheit verwirrt.

Ich nenne die beschriebene Entwicklung Appifizierung unseres Denkens. Oder einfach in Fortführung des Slogans »Simplify your life«: »Appify your life«. Es geht nicht mehr nur ums Vereinfachen, sondern darum, Arbeitsabläufe auf so wenige Arbeitsgänge wir möglich herunterzubrechen und intuitiv zu gestalten, statt in festgelegten Strukturen zu agieren.

5 Tipps zur Appifizierung unseres Denkens

Die Frage ist nun: Wie passen wir unsere alte Arbeitsweise dieser neuen Denkweise an? Einige Tipps, wie wir unsere gesamte Arbeit, nicht nur unser Smartphone appifizieren und damit erheblich vereinfachen.

     

  1. E-Mails nicht mehr sortieren: Wie viele Ordner und Labels für Deine E-Mails hast Du? Und wieviel Zeit verbringst Du damit, die E-Mails entsprechend einzusortieren? Und was bringt es Dir, wenn Du dann wirklich einmal eine Nachricht suchst? Eben! Ich habe festgestellt, dass ich für E-Mails die Suchfunktion weitaus häufiger nutze als die entsprechenden Ordner durchzugehen. Den Aufwand des Einsortierens können wir uns also gleich schenken.
  2. Den Schreibtisch appifizieren: Der Nachteil bei Unterlagen aus Papier ist, dass es keine Suchfunktion gibt. Abgesehen davon ist das Problem ähnlich gelagert wie bei E-Mails: Wenn man zu viele Ordner hat, dann findet man erst recht nichts wieder. Abhilfe schafft es, wichtige Informationen möglichst zeitnah elektronisch einzupflegen und sonst gnadenlos wegzuwerfen. Was hingegen nicht hilft, ist, mehrere Behältnisse als Auffangbecken für Unterlagen aufzustellen und irgendwie zu sortieren.
  3. Die Wohnung appifizieren: In der Regel stapeln sich in unseren Wohnungen zu viele unnötige Gegenstände, die uns nur belasten. Nun kann man aussortieren, was man nicht mehr braucht, aber einige Dinge wirst Du dennoch benötigen. Die Lösung ist, Funktionen möglichst zusammenzulegen - beispielsweise eine multifunktionale Küchenmaschine statt viele verschiedene Geräte.
  4. Den Computerbildschirm appifizieren: Bislang waren Desktops vor allem in Menüs und Ordnern sortiert. Auf neueren Desktops, etwa bei Windows 8, ist das plötzlich anders und führt zu allgemeiner Verwirrung. Dabei entfällt auch hier das lästige Einordnen von Programmen in Menüs. In Linux Unity nutze ich mittlerweile auch nur noch die Suchfunktion, um ein bestimmtes Programm zu finden. Das geht deutlich einfacher und schneller als ein individuelles Menü zu erstellen.
  5. Das Internet appifizieren: Das klingt erstmal widersinnig, da Internetanwendungen im Idealfall schon für mobile Funktionen appifiziert sind. Tatsächlich geht es aber eher um unsere Surfgewohnheiten: Statt z.B. Bookmarks in Ordnern zu sortieren, kann man auch hier Dienste wie Delicious nutzen, um gefundene Informationen zu verzeichnen. Und auch beim Surfen durch das Netz selbst sollten wir wenig hierarchisch vorgehen, sondern uns durch den Informationsfluss intuitiv leiten lassen.

Welche weiteren Lebensbereiche habt Ihr bereits appifiziert und wie?

 

Bild: Sean MacEntee bei flickr.com (CC BY 2.0)

Kommentare

  • Chris

    28.07.14 (12:36:55)

    Hallo Frau Janson, der Artikel erscheint mir hier doch recht kurz für die einleitende Beschreibung, dass Sie sich "ausführlich" mit dem Gebrauch technischer Gräte als Arbeitsform beschäftigt haben. Alles zu "appifizieren" klingt für mich nach einer Suche der eierlegenden Wollmilchsau. Dabei wirkt dies mehr wie eine Idee einer Richtungsvorgabe, als eine Ausführung von Tipps. Soll dieser Artikel zum Fördern von Interesse in dem Gebiet sein, dann fehlen mir mehr grundlegende Strukturen und Anaylsen, wieso man bislang so ordnerbehaftet arbeitet. Falls es um konkrete Lösungen geht, dann sind bei weitem zu wenig Programme bzw. Apps und Lösungswege genannt. Eine kritische Auseinandersetzung fehlt mir hierbei völlig, sodass ich zumindest einen Fall nach dem "Gegeben-Gesucht-Lösung-Antwortsatz"-Prinzip erwartet hätte. Ein paar klassische Probleme Situation mit konkreten Lösungen hätte ich mir hier gewünscht. Auch eine Problemsituation, für die es zwei sich stark unterscheidende Lösungsmöglichkeiten gibt, wären interessant gewesen. Sie sprechen von Digitalisierung wichtiger Dokumente zur besseren Suche und Verarbeitung. Das halte ich durchaus für eine sinnvolle Sache und im eigenen Rahmen wird das von mir durchgeführt. Aber wie steht es mit der zu nutzenden Technik? Welche Geräte, welche Programme, welche "Apps" sind für eine sinnvolle Nutzung geeignet? Der Klassiker: "In die Cloud mit meinen Daten! - Oder nicht?" hätte zumindest angerissen werden müssen. Auch ein mitunter sehr schwieriger Aspekt wäre die Nutzung von digitalen Dokumenten mit anderen Behörden. Weitere Punkte wie Systemverfügbarkeit (Programme für Linux, Windows, Mac, iOS, Android, WindowsPhone etc.), oder preisliche Abhängigkeiten (Cloud-Storage, Backup-lösungen, NAS-Systeme) hätte man hier einfließen lassen können. Besonders der hier völlig unterschlagene Aufwand der Initialerstellung der digitalen Dokumente (selber Einscannen und viel Zeit aufwenden, oder einscannen lassen und Geld investieren, sowie Datenschutz und Informationssicherheit zu gewährleisten) ist ein wichtiger Apsekt, der sehr selten zur Sprache kommt. Warum arbeiten viele Menschen mit Ordnern und Papier? Weil sie es gewöhnt sind. Viele sind diese Strukturen gewöhnt und eine Umstellung ist nicht immer einfach. Besonders, wenn nebenbei auch der private und berufliche Alltag zu bestreiten ist. Wie kann man hier einen guten Mittelweg finden? Nach dem Text habe ich somit statt gesuchter Lösungen und Mittel nur mehr Fragen und Zweifel. "Imgriff" bedeutet für mich das Gegenteil. Mit den besten Grüßen Chris

  • Ralph Berger

    28.07.14 (16:33:16)

    Der Grund für die Veränderung in Arbeit wie in Freizeit ist schlicht die Tatsache, dass ich nicht mehr eine zentrale Sende- und Empfangseinheit für die jeweilige Kommunikation und Tätigkeit habe, sondern einen Kanalmix, der nun mit anderen Mixsystemen kombinierbar sein muss. Hatte ich bislang sichere, statische Interfaceschnittstellen (Rechner, Mobilephone) müssen diese nun durch flexiblere ersetzt werden: dafür benötige ich (u.a.) Apps, bzw. das Zusammenschalten mehrerer Empfänger-/Sendereinheiten. Stichwort IFTTT. Dieser unerwartet hohe Freiheitsgrad stellt dann allerdings viele Nutzer vor Probleme: Man ist sozusagen «Lost in selection.» Die Frage ist nun: Müssen wir unser Denken diesen Systemen anpassen oder wir die Systeme für unser Denken optimieren? Ob ich jetzt das Prinzip der hierarchischen Ordnerstruktur zugunsten chaotischer Lagerhaltung aufgeben soll wird auch immer vom Einzelfall abhängen. Für mich ist z.B. ein Email-Eingang mit zahlreichen Unterordnern durchaus eine produktive Lösung. Ich sortiere in Mac Mail maximal 10 % meiner Mails von Hand, alle anderen laufen dank Regeln automatisch in die entsprechenden Ordner. Weiterer Vorteil dabei: ich sehe sofort von welchem Kunden eine neue Mail eingegangen ist ohne diese genauer in Augenschein nehmen zu müssen. Regeln steuern außerdem auch interne Workflows wenn ich automatische Antworten versende oder über Apple Script Aktionen wie z.B. automatisches Speichern von Bildern, Ausdrucken von pdf-Anhängen o.ä. aktiviere. Und das Durchsehen der Bezugszeilen von 25–50 Projektmails dauert auch nicht länger als die Stichwortsuche bei der ich erst noch nachdenken muss, mit welchen Schlagworten ich jetzt am schnellsten zum Ziel komme. Ähnliches gilt für die Benutzeroberfläche: Wie ich am schnellsten und einfachsten an mein Ziel komme, ist immer eine Frage der Vorlieben aber vor allem des Know-hows: Bin ich «Power-User» der 5.000 Shortcuts auswendig weiß oder taste ich mich mittels Maus vorsichtig durch die einzelnen Menüs. Natürlich nichts einfacher als über Spotlight mit cmd space w return MS Word aufzurufen. Wenn ich es aber im Dock abgelegt habe ist es vor allem wichtig, dass es immer an der gleichen Stelle steht, so dass ich es nach dem 30ten Mal «blind» anklicken kann. Ich bin auch zugegebenermaßen ein «Desktop-Clutterer» ich schmeiße erst einmal alles auf meinen Desktop und sortiere es dann projekt- oder kundenorientiert in Ordner. Erst nach einer Strukturierung landen diese dann auf dem Server oder in «Container-Ordner» – das sind bei mir Verknüpfungen, damit der Desktop nicht überfrachtet ist. So habe ich im Schnitt 25 – 50 Dateien / Ordner / Container auf dem Desktop die ich handeln muss (heute aktuell 32) aber so viele, dass ich im Finder-Fenster scrollen müsste. Aber wie gesagt: immer so wie man selbst am besten arbeiten kann; ein Freund von mir hat genau Null (in Ziffern «0») Ordner auf seinem Desktop ;-)

  • Tim

    28.07.14 (20:29:14)

    Festgelegte Strukturen nutzen vielen. Oder steigen Sie gerne in ein Flugzeug ein in dem der Pilot den Pre-Check nicht durchführte? Oder lassen sie den Chirurg einfach mal so losoperieren nach Gefühl? Strukturen helfen weniger zu denken. Im Hirn sozusagen automatisieren. Wieso soll ich jedesmal überlegen wenn ich was mache? Das ist doch zu aufwendig! Selbst mein Team hat mittlerweile kapiert wie wichtig Struktur und festgefügte Arbeitsabläufe sind. Dann fällt auch das Improvisieren leichter und das erkennen von der Abweichung. Übrigens, Papier wird in Papierform organsiert und nicht eingescannt, zu umständlich. Und wir sind so schnell mit Infos ziehen als im PC grossartig nachzuschlagen. Unsere Kunden loben uns für unser Gedächtnis. ;) Das geht nur wenn man eine einheitliche Struktur festgelegt hat. Komischerweise arbeiten wir zeitlich weniger (4 Tage Woche) , haben mehr Output (ca. 30 %). Und wir brauchen weniger Apps und keine Firmen-Smartphones in der Freizeit. Wir machen was falsch.

  • Stephan

    29.07.14 (13:37:31)

    "der Artikel erscheint mir hier doch recht kurz für die einleitende Beschreibung, dass Sie sich “ausführlich” mit dem Gebrauch technischer Gräte als Arbeitsform beschäftigt haben." Kann nur beipflichten. Die Zeit, als die Imgriff Artikel noch einen inhaltlichen Mehrwert und Antworten boten scheint lange vorbei zu sein. Schade, war lange Leser dieses Blogs aber mittlerweile spare ich mir die Besuche aufgrund der zu häufig belang- und informationslosen Artikel.

  • Simone Janson

    29.07.14 (14:27:31)

    Hallo Chris und Stephan, danke für den ausführlichen Kommentar, den ich so in naher Zukunft noch einmal gesondert aufgreifen werde, weil ich sie sehr spannend finde. Die Einleitung geht davon aus, dass viele Leser imgriff.com regelmäßig lesen und dann auch andere Beiträge von mir zu dieser Thematik kennen – wie z.B. diesen Vergleich mobiler Arbeitsgeräte: http://imgriff.com/2014/0…aet-der-zukunft-aus/ Kurz: Ein einzelner Beitrag kann niemals alle Aspekte eines Thema behandeln, sondern immer nur Teilaspekte. imgriff.com sollte insgesamt als Nachschlagewerk begriffen werden, in dem man immer wieder hin und herblättert: Das Thema Cloud oder nicht haben wir an vielen anderen Stellen schon erläutert. Auch ist es nicht mein Ziel, fertige, perfekte Informationen zu liefern, was auch gar nicht möglich ist, sondern, wie in diesem Fall auch, eine Grundlage für angeregte Diskussionen, in denen wir erfahren, was Euch als Leser interessiert. Danke dafür. Wie freuen uns übrigens immer über Themenvorschläge und Gastbeiträge zu einem Thema.

  • Chris

    29.07.14 (17:06:16)

    Hallo Frau Janson. Das ein einzelner Beitrag, bzw. Blog-Eintrag selten mit einer ausführlichen Ausarbeitung verglichen werden kann, verstehe ich. Dennoch können Artikel in Blogs durchaus sehr ausführlich recherchiert und mit konkreten Lösungen, bzw. Denkanstößen gespickt sein. Beispielhafte Blogs wären dabei für mich: - http://stadt-bremerhaven.de/ - http://blog.fefe.de/ - http://www.danisch.de/blog/ Ich lese diesen Blog nun doch recht regelmäßig und muss ehrlich zugeben, dass ich selten auf die Authoren achte. Eine Ausnahme sind bei mir besonders interessante Artikel, oder wenn ein Blog ausnahmsweise externe Schreiber zu Wort kommen lässt. In diesem Zusammenhang fehlte mir die von Ihnen erwähnte Verbindung zu anderen Artikeln, von Ihnen und zu diesem Thema. Als Empfehlung würde ich die Verlinkung zu bereits beschriebenen Artikeln einbauen. Somit müsste nicht extra die Suchfunktion des Blogs genutzt werden um weitere Informationen zu dem Thema zu finden. Zumindest im meinen Fall würde ich nicht davon ausgehen, dass das jeweilige Thema bereits in diesem Blog ausführlich genug beschrieben wurde. (Zumal ich die Nachrichten von mehreren hundert Blogs durchgehe und der Überblick der geschriebenen Artikel in Bezug zu den Blogs verschwindend gering wird.) Ergo wäre eine Suche über eine der gängigen Suchmaschinen die Folge, was mich mitunter nicht zurück auf imgriff.com bringen würde. (Natürlich abhängig von jeweiligem Thema.) Es geht mir ferner nicht um "fertige, perfekte Informationen". Im Rahmen der vorhandenen Technologien wird man immer eher in Richtung eines Kompromisses gehen, als eine Musterlösung vorzufinden. Eben genau diese Kompromisse - Gute wie Schlechte - auf Basis von fundierten Informationen sind eine gute Basis um eigene Entscheidungen zu fällen (und auch Diskussuionen zu führen). Um es also kurz zusammenzufassen: - mehr fundierte Informationen (gerne auch mit weiterführenden Links zu anderen Blogs) - Wenn erwartet wird, dass man rücksicht auf bereits geschriebene Inhalte nimmt, dann bitte auch hier ein kurzer Bezug - Themen wie Datenschutz, Cloud, Apps und weitere ändern sich mitunter im raschen Tempo. Wenn bereits darüber geschrieben wurde kann sich mitlerweile das Thema schon grundlegend geändert haben. Da stellt sich die Frage, wie aktuell der Blog sein will. Und der für wichtigste Punkt: Qualität schlägt die Masse. Besonders im heutigen Journalismus wirken viele Blogs und Zeitungsartikel wie ein Einheitsbrei. Gerade große Blogs scheinen mir von fehlender tiefgründiger und Kritischer Auseinandersetzung betroffen zu sein. Ich möchte eigene Entscheidungen u.A. aufgrund der Basis treffen, dass ich sehe, wie sich jemand mit dem Thema auseinandergesetzt hat und mir zeigt, welche Schlussfolgerungen diese Person daraus zieht. Ein Nachschlagewerk bezieht sich schließlich auch auf fundierten Fakten und nicht auf unfertigen Äußerungen. Wenn das alles gegeben ist, dann können wir auch gerne über inhaltliche Aspekte, Anregungen und weitere Interessensfelder sprechen. :) Mit den besten Grüßen Chris

  • Simone Janson

    29.07.14 (22:11:51)

    Hallo Chris, danke für die ausführlichen und konkreten Hinweise, die ich soweit möglich gerne beim nächsten mal beherzige. Ein wenig schade allerding finde ich, dass Sie sich so wenig dafür interessieren, wer hier schreibt - auch das gehört ja schließlich zum Bloggen dazu, der direkte Kontakt zwischen Lesern und Autoren. An der Stelle noch eine Frage von mir aus persönlichem Interesse: Da Sie sehr dezidierte Ansprüche an die Ihnen kostenlos zur Verfügung gestellten Informationen haben: Wären Sie bereit, dafür auch zu bezahlen? Dann könnte man nämlich tatsächlich einmal darüber nachdenken, auf Leserwünsche gezielter einzugehen und bestimmte Themen ausführlicher zu recherchieren. Danke

  • Simone Janson

    29.07.14 (22:50:04)

    Hallo Tim, danke für die ausführliche Schilderung. Damit man sich aber in den Strukturen zurechtfindet, müssen diese so einfach wie möglich gestaltet sein - nicht umsonst funktioniert die Bedienung neuerer Geräte geradezu intuitiv.

  • Simone Janson

    29.07.14 (22:50:50)

    Danke für die ausführliche Schilderung!

  • Chris

    30.07.14 (13:04:21)

    Hallo Frau Janson, ich bin mir nicht sicher, warum mein Interesse am Schreiber nur selten hoch ist. Ich nehme an, dass ein großer Teil daher kommt, dass ich im IT-Bereich tätig bin und größere Systeme oft von Teams durchgeführt werden. Der Einzelne ist meist Teil eines größeren Ganzen. Solange die Systeme erfolgreich laufen bemerkt man beispielsweise den einzelnen Administrator einer konkreten Software nicht. Wenn es dort jedoch zu Problemen kommt, ist dieser plötzlich im Mittelpunkt. Auch wenn Entscheidungen oft von Einzelnen getroffen werden, tritt man dennoch als Team zusammen auf und setzt entsprechende Punkte um. Wenn ich also beispielsweise eine Zeitung, oder ein Fachmagazin lese, dann ist das Auftreten des Ganzen für mich entscheidender. Sprich welche Richtung schlägt man ein und wie werden Probleme kommuniziert. Wie ein Team in der IT sollte für mich eine Zeitschrift oder auch ein Blog geschlossen als Team für die großen gemeinsamen Ziele auftreten. Und wie bereits erwähnt lese ich mehrere Nachrichtenquellen. Das merken von Einzelnen halte ich -außer in Ausnahmefällen- aufgrund der Masse für schwierig bis unmöglich. Ein Team, ein Blog dagegen behalte ich im Hinterkopf. Ich weiß daher recht genau welche Blogs ich primär und welche ich sekundär aufrufe. Woher der Blog, die Zeitschrift seine Quellen hat ist seine Sache. Wie bei einem Auto. Ich merke mir die Marke, wichtige Features und zukunftsweisende Richtungen. Welcher der tausend Mitarbeiter welchen Bereich davon designed, konstruiert, dokumentiert und veröffentlicht hat, kann ich mir nicht merken. Wenn jedoch ein Team dabei besonders heraus sticht, dann merkt man sich mitunter auch dieses. Wenn der direkte Kontakt mit dem Leser nun gewünscht ist, dann sollte dieser meiner Ansicht nach auch auf den Leser zugehen. Immerhin möchten Sie -manchmal sicher auch der Leser- eine Diskussion anregen. Wie diese Anregung nun aussehen soll, ob durch direkte Frage, Feedback-Formulare, Facebook-/Google-/Twitter-Portal oder andere Wege, weiß ich nicht. (Darüber einen umfangreichen Artikel mit Analysen etc. zu schreiben, wäre vielleicht den Aufwand wert.) Das Bezahlthema ist ein wirklich schwieriges und von vielen unterschiedlich behandeltes Thema. (Ähnlich wie bei Apps die Varianten: Kaufen, In-App-Purchase, werbebasiert oder Free-To-Play). Eine "Bezahlschranke", wie sie von einigen großen Nachrichtenportalen eingeführt wurde, ist für mich eine eher schlechte Umsetzung. Das grundlegende Problem besteht darin, dass ich keine Lust habe für jedes Portal eine separate App zu installieren oder mich für alle entsprechenden Seiten zu registrieren. - Apps benötigen unsinnig viel zusätzlichen Speicherplatz auf meinem Endgerät - ich habe bei jedem Portal ein anderes Design (Menüstruktur, Speichermöglichkeit und Weiteres) - hinzu kommen diverse Accounts und Berechtigungen - Datenschutzbedenken was die eigenen Daten anbelangt - Sicherheitskonzepte sind unterschiedlich und meist nicht offen zur Einsicht, sodass Sicherheitslücken oft nicht oder spät erkannt werden Eine Nutzung von Varianten wie den Google News Store, oder den Apple News Store bringt zwar die Designs schon mal besser unter einen Hut, ist nun jedoch wieder Betriebssystem-spezifisch. Ich habe diverse unterschiedliche Endgeräte und bin daher darum bemüht Systeme/Programme zu nutzen, die Betriebssystem und nach Möglichkeit auch übergreifend bei Systemtechnologien arbeiten. Früher nutzte ich den Google Reader. Ein RSS-Reader der für meine Verhältnisse übersichtlich, kompakt und vor allem bot er mir kostenfrei diverse Statistiken der eigenen Nutzung. Sprich ich konnte damit schnell sehen: - welche Blogs ich regelmäßig lese - welche Blogs viel Content bereit stellen - welche unregelmäßig bloggen - und welche nicht abbonierten Blogs in mein Interessenspektrum fallen Nach der Einstellung vom Google Reader blieb ich bislang bei Feedly hängen. Die Technologie ist dabei grundlegend auf RSS-Feeds aufgebaut. Ich bekomme automatische Nachrichten die ich mit RSS-fähigen Programmen (Feedly, Outlook, Thunderbird, E-Mail-Programmen, aus dem Browser heraus und vielen Weiteren) lesen kann. Einfache Umsetzung mit für mich großem Nutzen. Bezahlfunktionalitäten gibt es im RSS-Bereich nicht. Die RSS-Reader bieten oft Pro-Accounts zur besseren Verwaltung an. (Davon haben die Blogs jedoch sicher wenig bis nichts.) Der Werbungsweg. Also in Blogs Werbung als Banner, als Amazon-Referer-Link, Produktwerbung (aktiv/inaktiv) oder in anderer Weise einzublenden scheint der Blogs Einnahmen zu generieren. Das ist praktisch für euch. Ich dagegen interessiere mich wenig dafür, klicke nicht (oder zumindest selten) auf die [promoted] Links und fühle mich davon eigentlich eher genervt. Zudem schwanken Artikel von Blogs und Zeitungen mitunter stark in der inhaltlichen Qualität. Einen standardisierten Beitrag (bspw. 0.10 ct pro jeden einzelnen Artikel) zu bezahlen, halte ich - auch für den Author der sich mehr Mühe gegeben und tiefer recherchiert hat als der andere- für unfair. Dies führt für mich zu den Aussagen: - Will ich Geld für eine Leistung nehmen, dann muss ich qualitativ besser sein als meine Konkurrenz, die es umsonst anbietet. - Will ich Geld für eine Leistung nehmen, dann muss ich die Bezahlung abhängig vom Inhalt (der qualitativen und quantitativen Leistung) machen. - Will ich Geld für eine Leistung nehmen, dann muss ich die Bezahlung so einheitlich, übersichtlich und einfach für den Kunden wie möglich gestalten. - Der Kunde benötigt ein System, mit denen er auf den von ihm genutzten Wege (Internet, Smartphone, PC, Konsole) leicht und barrierefrei zu dem zur Verfügung gestellten Content gelangt. Wenn es also ein System, welches - ich von diversen Betriebssystemen aus, mobil, online wie offline, sicher und einfach nutzen kann - eine Bezahlmöglichkeit ähnlich dem Flattr-Prinzip, also Bezahlung nachdem von Blog ich am häufigsten gelesen (oder auch "geliked") habe gibt, dann bin ich gerne bereit auch dafür zu bezahlen. Ich sehe somit keine Problematik in der Bezahlung für qualitativen Journalismus. Besonders dann nicht, wenn kleinere und mittelständische Unternehmen sich darüber finanzieren. Die Voraussetzung ist jedoch ein durchdachtes System und nicht der oftmals hingemurkste und unsichere Kram Einzelner. P.s.: Und wenn man in dem System auch eine Hervorhebung von Autoren, welche man häufig liest, hat, dann hätte ich auch wieder einen verstärkten Bezug zum Author. Ähnlich einer Auto-Pressekonferenz in der ein gewählter Vertreter aus dem Auto-Herstellungszyklus das entsprechende Auto präsentieren darf. Mit den besten Grüßen Chris Engel

  • Simone Janson

    30.07.14 (19:38:36)

    Hallo Herr Engel, es ist nur interessant, weil Ihre Lesegewohnheit der in vielen Fällen im Netz ausgemachten Leseart, wonach Leser nicht mehr das Medium als ganzes sondern nur noch einzelne Beiträge und Autoren wahrnimmt, widerspricht. Was die Finanzierungsform angeht, schwebt mir ein Modell wie http://www.spot.us/ vor: Es werden Themen zur Auswahl gestellt bzw. der Leser schlägt diese wie in Ihrem Fall vor, es wird eine Summe anberaumt und wenn das Geld via Crowdfunding zusammenkommt, kann die Recherche und damit auch Beitrag realisiert werden. Die Krautreporter haben ja gerade auch für ein ähnliches Projekt 900.000 Euro gesammelt. Daher wäre es natürlich interessant zu wissen, was Leser bereit wären, für entsprechende, von ihnen angestoßene Theme zu bezahlen, damit man das entsprechend kalkulieren kann.

  • Chris Engel

    04.08.14 (00:29:32)

    Hallo Frau Janson, das Thema Crowdfunding erscheint mir als Lösung noch nicht überzeugend. Nach meinem Verständnis spende ich für eine Story ohne Gewissheit auf Umsetzung, Erfolg und inhaltliche Qualität. Nachdem ich mir einige Crowdfunding-Umsetzungen im technischen Bereich angesehen habe, ist dabei auch unglaublich viel Ramsch dabei. Oftmals kommen Projekte nicht zum tragen, da die kritische Masse nicht erreicht wird. Bekomme ich dann mein Geld zurück, oder behält dies dann der Initiator als eine Art Aufwandsentschädigung. (Soviel ich weiß ist dies unterschiedlich umgesetzt.) Die zugrunde liegende Idee finde ich durchaus nicht schlecht. Doch muss sich der Kunde nun um die Themen kümmern, die er recherchiert haben möchte. Oder er muss sich durch eine Masse von Themen durchfühlen. In der Hoffnung eines seiner Interessen zu sehen und umsetzen zu lassen. Oftmals möchte ich nun Neuigkeiten erfahren. Woher soll ich, als Endkunde, wissen, was es neues gibt? Und wenn mir nun etwas vorgesetzt wird, was ich unterstützen kann, dann werde ich wohl schon durch die Masse erdrückt. Sobald ich aber auch das geschafft habe - und nehmen wir an, ich investiere noch mehr meiner Zeit darin - dann muss ich auf die Fertigstellung dieses Artikels warten. Und wenn ich nun nicht mit dem Inhalt zufrieden bin? Wenn er mir nicht ausführlich, oder zu ausführlich ist? Bekommt der Founder dann sein Geld zurück? (Das ist ja auch mitunter ein Problem beim IT-lastigen Crowdfounding.) Da ich mich mit diesem System noch nicht ausführlich beschäftigt habe kann ich keine qualifizierte Aussage dazu machen. Ich denke jedoch, dass dies schwer übersichtlich ist und der Kunde, neben dem Mehrwert die Inhalte mitbestimmen zu können, nun deutlich mehr Aufwand hat. -> Und das ist doch eigentlich die Aufgabe des Redakteurs, oder? Zudem finde ich einen Preis von 5€ pro Monat für ein Angebot, dessen Ausmaß weder im Video, auf Facebook, im eigenen Blog, noch auf der Homepage zu sehen ist, doch noch recht unpassend. Hierbei wären Beispielartikel und eine Übersicht der Grundthemen interessant gewesen. (Ich habe zumindest dahingehend innerhalb 15-minütiger Recherche nichts brauchbares finden können. Ich will es aber auch nicht vollständig ausschließen.) Ich kaufe - in der Regel - keine Zeitschrift, bevor ich nicht zumindest etwas daraus quer gelesen habe. Somit bleibe ich lieber bei einem System wie von mir im vorigen Beitrag beschrieben. Bei Ihrem ersten Satz bin ich mir nicht ganz schlüssig, was sie mit "Medium" meinen. Ich gehe davon aus, dass sie als Medium Zeitschriften, Blogs, Newsletter meinen. Also eine Zusammensetzung von Artikeln. Nicht aber beispielsweise das technologische Medium der Zeitschrift, des Computers, des Smartphones. Im Falle des Ersteren könnte ich mir das durchaus vorstellen, dass den Lesern egal ist, wo die Nachricht steht. Ob die Nachricht nun in der New York Times, der FAZ, oder in einem privaten Blog steht, mag für viele sicher ein zweitrangiger Punkt sein. Für mich ist es durchaus wichtig, woher eine Nachricht kommt. Dies hilft mir die Nachricht auf Plausibilität und Qualität einzuschätzen. Dieses Medium kann, aufgrund der jeweils vorherrschenden Redaktion, den Inhalt eines Artikels auf ein Ziel hin verändern. Autoren - wie bereits gesagt - sind für mich von anderer Bedeutung. Sollten Sie das Medium als das Zweite meinen, so denke ich, dass es wenig unterschied macht, worauf ich die Artikel konsumiere. Ob dies eine herkömmliche Zeitung, ein Fachblatt, ein Tablet, oder ein Computer ist wird den Inhalt, im Gegensatz zu dem obigen Medium, wenig beeinflussen. Das technologische Medium sollte meine Lesegewohnheiten unterstützen und nicht behindern - "that's it". Ich kann schlecht beurteilen, wie sehr ich der Lesegewohnheit anderer Leser widerspreche. Da die Geschmäcker einzelner Individuen stark variieren denke ich, dass dies auch bei den Lesegewohnheiten der Fall ist. In meiner Familie und im Bekanntenkreis hat nahezu jeder eine andere Art mit der Informationsbeschaffung umzugehen. Manche nutzen Facebook und Twitter als aktive Nachrichtenquelle, während es bei mir eher als Sekundärquelle für gehypte Themen dient. Ich bin eher der RSS-Feed-, Blogs-, YouTube- und Fachzeitschriftennutzer. Wenn ich also nun Nachrichten von Blogs lese, dann registriere ich vielleicht stärker den Autor, als dies etwa bei jemanden mit einem Newsstream aus Twitter-Hastags der Fall ist. Wenn sie sich also zu einer Aussage wie "in vielen Fällen im Netz ausgemachten Leseart" hinreißen lassen, dann wäre nun auch zumindest eine Quellenangabe für ein Beispiel zur Verifikation brauchbar. Der letzte Gedanke - der Bezahlung für die angestoßenen Themen - ist durchaus eine spannende Frage. Die kann ich auch nicht beantworten. Dies ließe sich aber sicherlich durch großangelegte Umfragen und Analytics herausfinden. Warum nicht dazu einen Artikel schreiben, welcher vielleicht auch mit anderen Nachrichtenportalen zusammen arbeitet. (Mich wundert ja sowieso, warum Nachrichtenportale so selten gemeinsame Artikel schreiben, anstatt es vom jeweils anderen fast wortwörtlich zu kopieren.) Letzte Punkt von meiner Seite: Entscheidet euch doch bitte, welche Art Informationen ihr vermitteln wollt. Ich halte es für verschwendete Autorenzeit, wenn man das gleiche Schreibt, wie schon zig andere vorher. Wenn man beispielsweise Heise und Golem in den Nachrichten vergleicht, so sind diese oftmals recht identisch. Am Ende lese ich einen Artikel und dem vom anderen Autor nicht. Ich brauche keine Nachrichtenredundanz. Das was ich und vielleicht einige die dafür zu bezahlen bereit sind brauchen sind ausgearbeitete Nachrichten und Lösungen, welche ich nicht schon zig mal gelesen habe. Wollt ihr also Antworten dazu, was andere wollen, dann setzt euch doch mal Blog-übergreifend zusammen. Das Internet bietet schließlich diese Möglichkeit. :) Beste Grüße Chris Engel

  • Simone Janson

    04.08.14 (07:21:25)

    Hallo Herr Engel, Normalerweise funktioniert es in allen Bereichen genau so: Der Kunde kauft erst die Ware und kann sie erst dann ausprobieren. Sie gehen ja auch nicht zum Bäcker und bezahlen das Brot erst, wenn es Ihnen schmeckt. Oder würden Sie Ihre IT-Dienstleistungen so anbieten, dass Sie Ihr Geld erst bekommen, wenn die Kunden zufrieden sind? Was die Themenwahl angeht: Es gibt nun einmal Leser, u.a. auch Sie, die sehr dezidierte Vorstellungen haben, was sie lesen möchten. Warum sollten sie dann nicht dafür bezahlen? Zum Medium-Begriff: Genau das meinte ich.

  • Chris Engel

    04.08.14 (11:17:12)

    Hallo Frau Janson. Bei vielen bereichen sehe ich das nicht so. Beispielsweise bei einem Bäcker kann ich durchaus auch probieren. Oder es werden mir Referenzprodukte (kleine Kuchenstücken zum probieren) angeboten. Zudem sehe ich zumindest das Produkt vor mir, sodass ich mir, aufbauend auf meiner Erfahrung, schon einen ersten Eindruck und eine erste Meinung bilden kann. Natürlich kann ich jetzt nicht beim Bäcker jedes Brot und jeden Kuchen probieren, da dies einen finanziellen Verlust des Bäckers die Folge hätte. Aber grundlegend habe ich die Möglichkeit. Bezugnehmend auf die IT gibt es das "probieren" natürlich auch. Hardware kann ich im Computerladen -wenn auch nur ansatzweise- testen. Ich kann einen Fotoapparat auspacken lassen um diesen im Laden auf dessen Funktionalität zu prüfen. Auch hier gibt es als Alternative oft die Referenzprodukte. Wenn ich einem Kunden nun eine IT-Dienstleistung anbiete, dann kann ich ihm natürlich nicht die vollständige Dienstleistung anbieten, da ich ja sonst Gefahr laufe, am Ende keinen Verdienst zu Erhalten. Das ist korrekt. Also gehe ich auch hier den Weg eines Referenzproduktes. Durch die Darstellung bereits laufender Projekte und deren Umsetzung versuche ich dem Kunden die zukünftige Leistung bei ihm darzustellen, sodass er sich darüber ein klares Bild machen kann. Bei einem Bäcker, einem Software-/ oder Hardwareprodukt, als auch meiner Dienstleistung gibt es dabei aber ganz klare Kriterien, die es zu erfüllen gibt. Wenn dies nicht geschieht kommt zunächst der Punkt der Nachbesserung (im Falle der Bäckerei schwierig). Wenn auch diese Option nicht greift, sei es aus Gründen der schlechten Durchführung, nicht möglicher Machbarkeit, oder sonstigen Aspekten, so führt dies zu Reklamation des jeweiligen Produktes. Dies dann durchaus durch daraus folgende Schadensersatzforderungen. Immerhin kann dem Kunden bei schlechter Beratung auch ein Schaden entstanden sein. Ich habe aber bislang noch nirgendwo davon gehört, dass Geld zurück verlangt wurde, aufgrund eines schlecht geschriebenen Artikels. Wenn ich also nun für einen Artikel, oder gar durch ein Abo mehrere Artikel bezahlen soll, dann brauche ich natürlich eine Basis auf der ich eine Entscheidung treffen kann. (Immerhin bekomme ich mein Geld nicht zurück.) Der Anspruch steigt dann natürlich auch zunehmend, wenn ich einen dediziert für mich (oder meine Interessensgruppe) geschriebenen Artikel lesen will. Da bedeutet, dass der Autor von mir in eine Themen- und Qualitätsrichtung gezwungen wird und ich am Ende das Produkt so nehmen muss, wie er es mir liefert. Das klingt für mich nach viel Aufwand und Arbeitsdruck für den Autor und nach einem Monetären (wenn auch vielleicht geringen) Wagnis des jeweiligen Lesers. Ich fände es besser, wenn der Autor frei nach seinem Gusto schreiben kann und aufgrund des darauf folgenden Feedbacks durch die Kundschaft weiter orientiert. Gerne kann er in Umfragen, oder durch direkte Korrespondenz mit seinen Lesern interagieren um neue Themen und die benötigte Qualität zu erfahren. Ich würde jedoch nicht dazu übergehen, dass der Autor regelmäßig Auftragsarbeit für den Kunden macht. Es ist sicher eine etwas gutgläubige Vorstellung, aber ich denke die Bezahlung sollte nicht im Vordergrund einer Arbeit stehen. Die Begeisterung für den Artikel / für das Thema ist etwas, dass man beim lesen manchmal spüren kann. Das macht für mich ein gutes Buch, eine gute Hardware, einen guten Artikel aus. Wenn man nun beides miteinander kombinieren kann und es dem Leser einfach gestaltet die monetären Bedürfnisse des Autors, im Gegenzug zur Lesefreude und zum Informationsgehalt des Empfängers, zu befriedigen, dann halte ich dies für ein optimales System. Und das ist schwer umzusetzen. Liebe Grüße Chris Engel

  • Simone Janson

    04.08.14 (12:04:57)

    Hallo Herr Engel, Ihr letzter Absatz trifft das Problem im Kern: An Journalisten wird, anders als an Bäcker oder IT-Dienstleister, der idealistische und m.E. überzogene Anspruch gestellt, mit Begeisterung seine Arbeit zu machen und den monetären Gedanken hintenanzustellen. Genau weil sie das tun, bzw. es als unchic gilt, die Finanzierung in den Vordergrund zu stellen, leben viele Schreiber unterhalb der Armutsgrenze oder gar von Hartz IV. Was würde Ihr Bäcker tun, wenn Sie von ihm erwarten würden, jeden Morgen um 3 Uhr aufzustehen und das Brot mit Liebe zu backen, aber dabei nicht an das Geld zu denken? In Ihrem vorherigen Kommentar haben Sie mir übrigens vorgeworfen, dass ich unbewiesene Behauptungen über die Mediennutzung aufstellen, gleichwohl Sie sich doch diese Frage selbst beantworten können, indem sie einen Blick auf die Nutzung von Social Media, RSS-Feeds, Instapaper und sonstigen Tools werfen. Allerdings haben sie bereits ihren einleitenden Kommentar mit einer ebenso unbewiesenen Tatsache hinsichtlich der Qualität als Geschäftsmodell begonnen, bei der sie in einem Pars Pro Toto ihre eigene Ansprüche als absolut gültig verallgemeinert haben. Das sollten Sie vielleicht einfach nochmal über denken.

  • 7august

    07.08.14 (06:05:47)

    Der artikel macht auf mich leider den eindruck, daß da ein kolumnist geschrieben hat, nur um sein kolumnen-/zeichen-soll zu erfüllen. Schreiben um des schreibens willen sozusagen. Wirklich praktischen nutzen kann ich leider keinen erkennen. Und zu guter letzt sei einmal mehr reklamiert, daß im newsletter, mittels dessen ich über neue artikel informiert werde, eben NICHT steht, von wem der jeweilige artikel stammt. Dann würde nämlich meinerseits bereits eine vorauswahl erfolgen, BEVOR ich den artikel lese, eben weil es lesenswerte und erfahrungsgemäß eher überflüssige autoren gibt. I.a.W.: wenn ich wissen möchte, von wem ein im newsletter wiedergegebener artikel stammt, bin ich gezwungen, den link im newsletter anzuklicken, um dann auf dieser seite hier zu landen. Was ich heute ausnahmsweise gemacht habe, weil ich wissen wollte, von wem die belanglosigkeit -- sorry -- stammte.

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