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28.07.14

Appify your life: Tipps, wie wir unser Leben, Denken und Arbeiten appifizieren

Ich habe mich in letzter Zeit ausführlich mit dem Gebrauch technischer Geräte als Arbeitsform beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, wie sich durch die Einführung von Tablets, Smartphones und Apps nicht nur unsere Nutzeroberflächen, sondern unser gesamtes Arbeiten und Denken grundsätzlich verändern.

Sean MacEntee bei flickr.com (CC BY 2.0)Wir sind es zum Beispiel gewohnt, unsere Arbeit hierarchisch zu organisieren, in Ordnern, Unterordnern und Unter-Unter-Ordnern. Wir bilden uns ein, die Sachen dann leichter wiederzufinden, wenn wir nur gut genug sortieren.

Bei vielen technischen Neuerungen funktioniert das allerdings nicht mehr, weil sich das Prinzip gewandelt hat:

Label statt Ordner

So sortiert Gmail Mails nicht mehr in Ordnern, sondern in Labels und Konversationen. Ebenso funktionieren neuere Nutzeroberflächen von PC-Desktops nicht mehr nach dem Schubladenprinzip, sondern sie lassen uns unsere bevorzugten Programme ohne Ordnungszwänge frei nach unseren Wünschen sortieren – wie etwa Windows 8 oder Unity in Ubuntu. Beide Systeme stießen (und stoßen noch) auf große Widerstände unter den Nutzern, eben gerade weil die neue Freiheit verwirrt.

Ich nenne die beschriebene Entwicklung Appifizierung unseres Denkens. Oder einfach in Fortführung des Slogans »Simplify your life«: »Appify your life«. Es geht nicht mehr nur ums Vereinfachen, sondern darum, Arbeitsabläufe auf so wenige Arbeitsgänge wir möglich herunterzubrechen und intuitiv zu gestalten, statt in festgelegten Strukturen zu agieren.

5 Tipps zur Appifizierung unseres Denkens

Die Frage ist nun: Wie passen wir unsere alte Arbeitsweise dieser neuen Denkweise an? Einige Tipps, wie wir unsere gesamte Arbeit, nicht nur unser Smartphone appifizieren und damit erheblich vereinfachen.

     

  1. E-Mails nicht mehr sortieren: Wie viele Ordner und Labels für Deine E-Mails hast Du? Und wieviel Zeit verbringst Du damit, die E-Mails entsprechend einzusortieren? Und was bringt es Dir, wenn Du dann wirklich einmal eine Nachricht suchst? Eben! Ich habe festgestellt, dass ich für E-Mails die Suchfunktion weitaus häufiger nutze als die entsprechenden Ordner durchzugehen. Den Aufwand des Einsortierens können wir uns also gleich schenken.
  2. Den Schreibtisch appifizieren: Der Nachteil bei Unterlagen aus Papier ist, dass es keine Suchfunktion gibt. Abgesehen davon ist das Problem ähnlich gelagert wie bei E-Mails: Wenn man zu viele Ordner hat, dann findet man erst recht nichts wieder. Abhilfe schafft es, wichtige Informationen möglichst zeitnah elektronisch einzupflegen und sonst gnadenlos wegzuwerfen. Was hingegen nicht hilft, ist, mehrere Behältnisse als Auffangbecken für Unterlagen aufzustellen und irgendwie zu sortieren.
  3. Die Wohnung appifizieren: In der Regel stapeln sich in unseren Wohnungen zu viele unnötige Gegenstände, die uns nur belasten. Nun kann man aussortieren, was man nicht mehr braucht, aber einige Dinge wirst Du dennoch benötigen. Die Lösung ist, Funktionen möglichst zusammenzulegen - beispielsweise eine multifunktionale Küchenmaschine statt viele verschiedene Geräte.
  4. Den Computerbildschirm appifizieren: Bislang waren Desktops vor allem in Menüs und Ordnern sortiert. Auf neueren Desktops, etwa bei Windows 8, ist das plötzlich anders und führt zu allgemeiner Verwirrung. Dabei entfällt auch hier das lästige Einordnen von Programmen in Menüs. In Linux Unity nutze ich mittlerweile auch nur noch die Suchfunktion, um ein bestimmtes Programm zu finden. Das geht deutlich einfacher und schneller als ein individuelles Menü zu erstellen.
  5. Das Internet appifizieren: Das klingt erstmal widersinnig, da Internetanwendungen im Idealfall schon für mobile Funktionen appifiziert sind. Tatsächlich geht es aber eher um unsere Surfgewohnheiten: Statt z.B. Bookmarks in Ordnern zu sortieren, kann man auch hier Dienste wie Delicious nutzen, um gefundene Informationen zu verzeichnen. Und auch beim Surfen durch das Netz selbst sollten wir wenig hierarchisch vorgehen, sondern uns durch den Informationsfluss intuitiv leiten lassen.

Welche weiteren Lebensbereiche habt Ihr bereits appifiziert und wie?

 

Bild: Sean MacEntee bei flickr.com (CC BY 2.0)

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