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09.07.14Leser-Kommentare

Notizen wiederfinden: Super-Buch und Selbstdisziplin machen’s möglich

Alle kennen das: Man skizziert eine Idee auf einem Blatt Papier, schreibt eine Aufgabe auf einen Post-it-Zettel und hält Stichworte während des Telefongesprächs auf einem Notizblock fest. Und schon wenig später stellt man sich die Frage: «Wo habe ich bloss den Zettel mit meinen Ideen für die Team-Besprechung hingelegt?» Das «Super-Buch» verspricht Hilfe. Ob's in der Praxis eine Verbesserung gibt? Ich hab's getestet.

super-buch_150Viele Autoren und Verlage stellen mir Bücher – so genannte Rezensionsexemplare – zur Verfügung, um über diese (möglichst wohlwollend, versteht sich) in meinen Blogs zu schreiben. Vor ein paar Wochen gab es eine Premiere: Ich habe von BusinessVillage ein fast leeres Buch bekommen, das Super-Buch. Es hat ein paar wenige bedruckte Seiten mit Erklärungen und Anleitungen, ein Inhaltsverzeichnis und rund 100 Seiten mit Spalten (Datum, Kürzel, Text) und Seitennummern. Und einen schwarzen Umschlag - in Cord-Optik.

Ich setzte vor einiger Zeit selbst ein Notizbuch für meine tägliche Arbeit ein. Darin notierte ich alles, was nicht in meine elektronische Aufgabenliste oder in den Kalender gehörte. Aber schon bald scheiterte ich damit aus zwei Gründen: Ich machte Notizen auch auf irgendwelchen Zetteln, ohne sie danach ins Notizbuch zu übertragen (oder zumindest dort abzulegen). Und ich überarbeitete das Buch nicht regelmässig. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein nicht mehr zu durchschauendes Chaos in meinem Buch herrschte. Eine gute Idee, die bei mir aber an der Umsetzung scheiterte.

Das Super-Buch von BusinessVillage im Praxistest

Neue Chance, neues Glück. Und so habe ich das Super-Buch und seine Grundsätze einem Praxistest unterzogen: Ich habe gut drei Wochen mit den dort festgehaltenen Grundsätzen sowie den vorgeschlagenen Kürzeln und Markierungen gearbeitet, habe Aufgaben festgehalten, Notizen während Telefongesprächen gemacht, Einträge markiert und wieder durchgestrichen, sobald etwas erledigt bzw. nicht mehr wichtig war.

Nach diesen Testwochen wurden mir zwei wesentliche Punkte zum Super-Buch bewusst:

  • Die Systematik gefällt mir sehr gut: Alles schriftlich festzuhalten, um das Gehirn zu entlasten und alles Schriftliche an einem zentralen Ort zu haben – das sind zwei meiner wichtigsten Prinzipien bei der Organisation meiner Arbeit. Durch die wöchentliche Überarbeitung hatte ich ständig den notwendigen Überblick.
  • Mit dem Super-Buch an sich bin ich aber nie richtig warm geworden: Die vorgegebene Gliederung und Strukturierung der Seiten entspricht nicht meiner Art zu arbeiten. Zum anderen hat mich die Haptik (Einband, Gewicht, Papierqualität) überhaupt nicht angesprochen.

Also habe ich das Gute übernommen, es angepasst und auf meine bestehende Arbeitsorganisation und die andern eingesetzten Tools darauf abgestimmt. Zudem habe ich ein Notizbuch genommen, das mir auch von der Optik und der Haptik Freude macht.

Meine Adaption des Super-Buchs

So funktioniert mein auf mich und meine Organisation angepasstes Super-Buch:

  1. Für Ideen, Notizen usw. reicht mir als Übersichtszeitraum die Woche (im Gegensatz zu den Aufgaben, die ich auf Tagesbasis plane). Ich halte das Datum für jede Woche in einem markanten Titel fest «Woche vom 9. Juli 2014» und überarbeite meine Einträge wöchentlich.
  2. Mir reicht eine einzige Spalte am linken Seitenrand für die Kennzeichen: Wichtig, Idee, Kontakt, Aufgabe. Aufgaben halte ich im Super-Buch nur dann fest, wenn ich nicht auf meine To-do-Liste zugreifen kann oder will (z.B. bei Kundenbesuchen, während Referaten etc.). Notizen bekommen nur einen kleinen Punkt («Bullet») in der Kennzeichenspalte, um die Übersicht nicht zu stören.symbole
  3. Um am Schreibtisch zu arbeiten, finde ich Notizbücher in der Grösse von A5 ideal. Wenn ich unterwegs bin, ist mir das aber zu gross. Dafür habe ich entweder ein kleiners Notizbuch, Post-it-Zettel und/oder das iPhone dabei. Weil ich damit den Grundsatz «Alles nur ins Super-Buch!» kurzzeitig verletze, übertrage ich alles dorthin, sobald ich wieder am Schreibtisch bin.
  4. Elektronisches (Mails, interessante Websites, Pocket-Einträge) lege ich auch weiterhin in Evernote ab. Meine Devise: «sowohl als auch» statt «entweder oder». Einträge, Skizzen etc., die ich über eine längere Zeit im Super-Buch aufbewahren möchte, fotografiere ich zudem aus der Evernote-App auf dem Handy ab und lege sie so ab.

Fazit

Die Frage «Wo habe ich das bloss aufgeschrieben?» wird man sich nie mehr stellen müssen, wenn man das ein Super-Buch hat und nutzt. Wer dieses konsequent und wenn nötig adaptiert einsetzt (Ergänzung zur elektronischen Ablage, Lösung für «unterwegs»), wird in seiner Selbstorganisation einen grosse Schritt vorwärts machen.

Hast Du selbst ein Super-Buch? Wie setzt Du es ein? Was sind aus Deiner Sicht die wesentlichen Punkte bei der Umsetzung? Wenn Du nicht mehr damit arbeitest: Woran ist die Super-Buch-Methode bei Dir gescheitert?

Kommentare

  • Michael Hollmann

    09.07.14 (13:25:29)

    Hallo in die Runde, ich präferiere es ein vertrauensvolles System zu verwenden und brauche etwas, was nahezu überall funktioniert. Weiterhin ist es für produktive Menschen heute unerlässlich ein System zu nutzen, welches auch die elektronischen Eingangskanäle einfach implementiert. E-Mail, Instant Messaging und Webseiten. Eine reine Papierlösung kann daher für mich nicht funktionieren. Ich arbeite nach einem eigenen sehr einfachen System inspiriert durch GTD (Paul Allan), Zen to Done (Leo Babauta) und 7 Habits of highly effective people (Steven R. Covey). Hierfür nutze ich Omnifocus und Evernote in Kombination. Für mich das perfekte System.

  • Stephan

    10.07.14 (09:13:30)

    Hallo alle Ich nutze so ein System für's Geschäftliche schon seit Jahren. Je konsequenter ich es nutze, um so nützlicher ist es. Mein Horizont ist meist wöchentlich, da war mir ein leeres Buch zu leer, da ich jede Wo einen Kalender einzeichnen/kleben muss. Habe einen Leuchtturm 1917 A5, links Wo-Kalender, rechts frei. Kaleindarium ist sehr praktisch, aber noch nicht 100%. Schon fast zu viel Terminer und zu wenig Notizbuch. Die Leuchtturm1917-Produkte mit dotted-Druck sind sehr praktisch. Stiftschlaufe oben ankleben, dann stört sie nicht bei offenem Buch. Referenz auf wichtige Infos (z.B. Bestellinfo für XY Produkt) ins Inhaltsverzeichnis! Für mich ein gutes System, das Atmen kann: Je nach Auslastung kann man sich mehr oder weniger unterstützen. Privat reichen mir meist projektbezogene, kleine Hefte.

  • Rolf

    10.07.14 (14:02:12)

    Hallo zusammen, ich nutze ebenfalls die dotted Varianten von Leuchtturm 1917. Ein A6 für die Hosentasche und ein A5 für Besprechungen. Alles (wichtige) notierte wird dann aber wenn ich im Büro bin in digitale Form gebracht. Dazu nutze ich zur Archivierung Evernote und für aktuelle Projekte OneNote. Viele Grüße aus Karlsruhe Rolf

  • Uwe

    12.07.14 (21:28:21)

    Wie es wieder passt. Vor drei Wochen habe ich selbiges Prinzip begonnen und nun stoße ich auf diesen Artikel. Als Superbuch benutze ich ein X17 A5 buch mit glatter Ledergürtel. Optisch top, äußerst praktisch! Habe vier Hefte darin, zwei liniert, zwei kariert, wobei ich je ein Buch nehme für Notizen/Ideen, geschäftliches wie Meeting Minutes sowie persönliche mich-betreffende Notizen zur Selbstentwicklung (Tagebuch ähnlich, eher Erkenntnismitschriften). Spaltenkürzel nutze ich mittlerweile welche, die sich aus meiner Erfahrung für mich gut eignen. Klappt super soweit!

  • Daniel @dberatung

    07.08.14 (16:43:57)

    Ich verwende seit vielen Jahren die Longatti Agenda im Format A5 nach ähnlichen Prinzipien. Aufgeschlagen hat man eine Wochenübersicht Mo-So, wo ich Kontakte (oberer Rand), Termine (Mitte, Zeitlinien), Aufgaben pro Tag (unten) und Aufgaben / Ziele pro Woche (rechter Rand) notiere.

  • Marcel Widmer

    07.08.14 (17:10:58)

    Danke für die Ergänzung, Daniel. Gibt's vielleicht einen Scan/ein Foto, auf dem man die Aufteilung erkennen kann (ohne die Vertraulichkeit zu gefährden)? Das wäre toll.

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