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23.07.14Leser-Kommentare

Abstinenz als Experiment: Eine Woche ohne Kaffee

Mit Gewohnheiten zu brechen, kann ein ziemlich anstrengendes Unterfangen werden. Dennoch lohnt es sich und schafft ein Gefühl von Kontrolle über die eigenen Handlungen. Kurzerhand habe ich mich entschlossen, ein paar Tage keinen Kaffee zu trinken – für einen regelmäßigen Kaffeetrinker keine leichte Aufgabe.

Es gibt diverse Studien zu den Auswirkungen regelmäßigen Kaffeekonsums auf den Körper. Die meisten Untersuchungen attestieren dem schwarzen Getränk positive Gesundheitseffekte. Zu den gängigsten Nebenwirkungen gehören wohl Schlafstörungen durch zu viel Koffein.

Obwohl es aus gesundheitlichen Gründen wohl relativ wenig Grund zur Einschränkung des Kaffeetrinkens gibt, beschloss ich kürzlich, eine Woche lang ganz auf das »schwarze Gold« zu verzichten. Der Anlass: Zu sehr ist die gefüllte Kaffetasse eine Gewohnheit geworden, die mich über den gesamten Arbeitstag begleitet. Der bewusste Genuss endet dabei aber meist schon nach der ersten Tasse.

Mein Experiment, sechs Tage lang ganz die Finger von Kaffee zu lassen, brachte einige interessante Ergebnisse: 1. Die ersten zwei Tage war ich ziemlich schlecht gelaunt und sehr reizbar. Zwar konnte ich keinen nennenswerten Verlust von Energie wahrnehmen. Doch am laufenden Band forderte mein Gehirn den Griff zum Pott Kaffee. Der Gedankengang sah dabei stets ungefähr so aus: »Ich will Kaffee! Ach ne, ich darf ja nicht! Hmm, soll ich nicht doch nachgeben? Ok, ich bleibe hart. Oder...?«. Die mentalen Kosten, die dieser innere Kampf mit sich brachte, waren nicht unerheblich.

2. Ab dem dritten Tag wurde es besser. Das Verlangen nahm ab, dennoch musste ich vorsichtig bleiben – um nicht doch schwach zu werden. Nach fünf bis sechs Tagen hatte ich die Lage im Griff.

3. Um erfolgreich mit einer Gewohnheit zu brechen, wird häufig empfohlen, diese durch eine andere Gewohnheit zu ersetzen (was besonders sinnvoll ist, wenn man eine eindeutig gesundheitsschädliche Gewohnheit loswerden möchte). Ich trank in den kaffeefreien Tagen viel grünen Tee. Den euphorisierenden Effekt, den Kaffee manchmal auf mich hat, spürte ich jedoch nicht.

4. Ich erzählte meiner Freundin und einigen anderen Personen von meinem Experiment. Dadurch erhöhte ich den Druck auf mich, tatsächlich durchzuhalten.

Fazit

Angesichts der eingangs beschriebenen Sachlage hatte und habe ich kein Interesse, dauerhafte Kaffee-Abstinenz zu praktizieren. Mir ging es in erster Linie darum, mir selbst zu beweisen, dass ich die Kontrolle über meine Handlungen habe. Grundsätzlich halte ich dies für ein gelegentlich lohnenswertes Unterfangen, egal um was für eine Art Gewohnheit es sich handelt.

Sehr viel ernsthafter als ich experimentiert Zenhabits-Blogger Leo Babauta mit der temporären Abstinenz von Dingen. Ein Jahr lang entfernte er jeweils einen Monat lang ein Grundelement aus seinem Leben, darunter auch Kaffee. Hier kann man seine Resultate nachlesen.

(Foto: Flickr/epSos.de , CC BY 2.0)

Kommentare

  • Tim

    24.07.14 (11:06:18)

    Also für mich besteht eine Woche aus sieben Tagen. Und wieso immer was Weglassen? Meinen Kaffeekomsum bekam ich in den Grill als ich vor jeder Tasse Kaffee 10 Liegestütze gemacht habe. Und das konsequent durchgezogen. Gab ab und an erstaunte Blicke im Café. Damit lebt man dann auch.

  • Christian Schuster

    26.07.14 (15:31:17)

    Die einzige Kaffee-freie zeit die ich gut finde ist wenn mann zu viel Kaffee getrunken und erstmal lust auf Wasser hat. Sozusagen um den Geschmack zu nullen (Ich glaube das macht mann auch bei Weinproben?). Dann nach ein paar Stunden wieder der erste Kaffee - fantastisch. Und wie empfandest du deinen ersten Kaffee danach?

  • Michael

    26.07.14 (15:40:10)

    Sinnlosen Verzicht auf Sinnvolles wie Kaffee finde ich jetzt nicht so äh sinnvoll. Aber die Schulung des Willens in bewußter Reduktion etwa von übermäßiger Internetnutzung wäre sicher mal eine Überlegung wert. Für die Stärkung des Willens sind also sinnvolle Ziele zur Motivation von Vorteil.

  • Martin Weigert

    28.07.14 (19:22:14)

    Lustigerweise total unspektakulär.

  • Patrick Nix

    18.08.14 (17:57:26)

    Frei nach Loriot: Ein Leben ohne Kaffee ist möglich, aber sinnlos.

  • Rainer

    01.06.17 (01:10:34)

    Also eine wirkliche Abstinenz war es nicht.
    Wenn man sich ansieht wieviel Koffein in einer Tasse grünen Tee
    steckt und noch als Angabe sieht - Unmengen pro Tag?
    Also ich würde mal sagen eine Placebo Kur für die Psyche.
    Probiert mal eine Woche wirklich ohne Koffein und ihr werdet sehen
    die Nebenwirkungen sind erschreckend (Kopfweh, Suchtanfälle, Aufwachen in der Nacht
    und nicht mehr schlafen können, Schmerzen in allen Gliedern usw.) Aber die
    Erlösung nach 14 Tagen ist die Welt eine andere!
    Ich hatte mich entschlossen, da ich nur mehr an Erschöpfung litt und oft mehr als 12 Stunden geschlafen habe auf Koffein! (Kaffee, Tee, Energie Drinks etc.) zu verzichten und
    nach jetzt 4 Wochen ist es als bin ich ein neuer Mensch.
    Nichts für Ungut!

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