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01.10.07

5 Tipps für eine bessere Online-Reputation

Schon mal den eigenen Namen gegooglet? Und waren die Ergebnisse nach Ihrer Zufriedenheit? Die Informationen, die man heute über Personen im Netz finden kann, werden immer wichtiger. Besonders wenn es um das Berufliche geht. Wir geben ein paar Tipps, wie man dieses Online-Bild beeinflussen kann.

Denn nicht nur die gewitzte, neue Bekanntschaft aus der Bar von gestern abend schaut später im Internet nach, was das da denn so für ein Mensch ist, sondern auch jeder Personalchef, der etwas auf sich hält und die Bewerbungsunterlagen auf dem Tisch liegen hat.

Wer außerdem im IT-Bereich arbeitet oder "irgendwas mit Medien" macht, der sollte ein gesteigertes berufliches Interesse daran haben, die online verfügbaren Informationen über sich selbst zumindest zu lenken. Denn richtig angestellt, kann man nicht nur Katastrophen abwenden, sondern in diesen Bereichen sich selbst sogar berufliche Chancen erschaffen. Was in Deutschland noch eine Ausnahme ist, ist in den USA beispielsweise bereits gang und gebe: erfolgreiche Blogger arbeiten als Freelancer in ihrem Feld, weil sie als Experten anerkannt sind oder werden gar von den Onlinepräsenzen der Tageszeitungen eingekauft. Warum? Weil sie sich online einen tadellosen Ruf erarbeitet haben.

In den USA gibt es außerdem bereits die ersten Stimmen, die meinen, dass man in ein paar Jahren ohne eigene Onlineidentität am Ende gar nicht mehr eingestellt wird. Nach dem Motto: Über Den gibt es online nichts zu erfahren, das kann nichts Gutes heißen..

5 Tipps, wie man den eigenen Online-Ruf stärken kann:

     

  1. Domain mit eigenen Namen registrieren : Eine .de-Domain oder .com-Domain in Form von VornameNachname.de kann man als erste Anlaufstelle für Leute nutzen, die online nach Einem suchen. Hier kann man eine einfache Seite mit den wichtigsten Informationen zusammenstellen, die man über sich verbreitet haben möchte -eine Online-Visitenkarte quasi. Falls man eine solche Domain bis jetzt noch nicht nutzt, ist es aber einfacher, wenn man von dieser Seite auf eine andere einfach umleitet. Beispielsweise auf das eigene Xing-Profil (Problem: Nur Mitglieder können Xing-Profile sehen Hierfür muss man aber zusätzlich auf Xing unter Einstellungen/Privatsphäre das Profil für das Internet freigeben, danke Björn), eine Aggregator-Seite wie etwa ClaimID oder das eigene Blog (sofern es kein persönliches Blog ist, das man eher für Freunde unterhält).

    Beispielsweise habe ich marcelweiss.de registriert. Umgeleitet werden die Besucher von dort automatisch auf mein Blog. Denkbar wäre hier auch, die Umleitung statt auf die Startseite direkt auf die About-Seite des Blogs zu lenken. Da sich dort mehr Informationen über mich, meine Online-Aktivitäten und das Blog selbst befinden. Vorteil einer Umleitung zu einer bestehenden Seite: Man hat nur eine zentrale Stelle, die man pflegen muss.

  2. unter Klarnamen bloggen: Wenn man über das Gebiet, in dem man arbeitet, bloggt, bietet es sich an, das unter dem Klarnamen zu tun. Nicht nur steigert man hier die eigene Sichtbarkeit und wird im Optimalfall zu einem anerkannten Experten. Da Blogs aufgrund ihrer hohen Verlinkungsrate untereinander auf Google hoch eingestuft werden, werden auch Googleergebnisse zum eigenen Namen in der Regel auf das eigene Blog verweisen oder zu zum Blog relevanten Ergebnissen. Es gibt keine bessere Möglichkeit, um nachhaltig die eigene Onlinepräsenz wesentlich mitzubestimmen. Ob aber Aufwand und Nutzen hierfür in einem akzeptablen Verhältnis zueinander stehen, muss Jeder für sich selbst entscheiden.
  3. Suchmaschinen im Auge behalten: Während man bei Google eher indirekt auf die Ergebnisse einwirken kann, sieht das bei den neueren Personensuchmaschinen zum Teil anders aus. Spock scheint sich in diesem Feld als die führende Personensuchmaschine abzuzeichnen. Hier kann man sich anmelden und das eigene Profil claimen. Wenn ein anderer User etwas daran verändert, wird man benachrichtigt und kann es gegebenenfalls korrigieren lassen. Es ist zwar unschön, das man mit steigendem Erfolg von Spock mehr oder weniger zur Partizipation dort gezwungen wird, aber das Leben ist eben kein Ponyhof. Auch nicht im Netz.

    Auch wenn man nicht immer und überall ein Händchen darauf haben kann, was andere über Einen sagen (Hint: Abmahner sind hässlich und haben Mundgeruch, und das erfährt jeder Dichergoogelnder), sollte man trotzdem wissen, was da draußen so an Informationen zirkuliert. Auf meinem eigenen Blog habe ich vor geraumer Zeit ein Artikel zum Online-Monitoring geschrieben. Das eignet sich nicht nur fürs Egosurfing, sondern auch zur Recherche im eigenen Arbeitsfeld. Als Faustregel kann man aber sagen, dass man mit einem GoogleAlert zum eigenen Namen und eventuell mit der Spezialisierung (wenn man Hans Müller heißt) schon recht gut bedient ist. Und so kann man notfalls zeitnah reagieren und beispielsweise eine Gegendarstellung auf der eigenen Seite veröffentlichen oder andere Maßnahmen in Angriff nehmen.

  4. Andere mit dem Aufräumen beauftragen: Wo eine Marktnische, da ein Unternehmen, das diese besetzen will. So auch hier. ReputationDefender behauptet, die gesamten online verfügbaren Informationen finden zu können und die verunglimpfenden darunter auf Wunsch ihrer Kunden vom Internet zu entfernen. Inwieweit das tatsächlich funktioniert und wie bei $15.95 pro Monat eventuell notwendige Anwaltskosten abgedeckt werden, weiß ich allerdings nicht. Bedenken zu diesem Unternehmen liest man auch auf Venturebeat in den Kommentaren. Weitere Unternehmen werden in nächster Zeit sicher in diesem Bereich auftauchen, da der Bedarf hier stetig zunimmt. Nützt aber letztlich immer nur etwas, wenn man eine rechtliche Handhabe hat. Auch könnte es sein, dass man als Kunde solcher Unternehmen Mundgeruch bekommt.
  5. Selbstdisziplin: Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viele Studenten auf Studivz ihre Saufbilder einstellen, Gruppen mit dubiosen Namen beitreten und auf ihren Pinnwänden sich gegenseitig zu noch dubioseren Aktionen gratulieren, ohne anscheinend auch nur einmal an die Möglichkeit eines zur Recherche das Studivz nutzenden Personalchefs zu denken. Nuff said.

Fazit

Man sollte sich immer genau überlegen, was man im Netz über sich selbst veröffentlicht. Man sollte ein Auge darauf haben, was Andere an Informationen verbreiten. Je nach persönlicher und beruflicher Situation sollte man versuchen, im Netz genügend erwünschte und auffindbare Informationen zu veröffentlichen.

Aber: Es gibt hier keine perfekte Lösung. Man kann und wird nie die volle Kontrolle darüber haben, was über einen im Internet geschrieben wird und damit das Bild bestimmt. Das würde auch dem Wesen des Internets widersprechen. Es hilft aber schon einmal ungemein, wenn man die erste Seite auf den Suchmaschinen wie Google und Co. im Griff hat. Und wenn man sich an prominenter Stelle so präsentiert, wie man selbst gesehen werden möchte. Ob das dann der anbiedernde Ja-Sager oder der rebellierende Punk ist, ist dann eine Frage des eigenen Charakters. Hauptsache aber: man entscheidet selbst!

weitere Artikel auf anderen Seiten zum Thema:

» Karriere-Bibel: Reputation 2.0 –Dienste für einen besseren Ruf : Eine nette Übersicht zu Personensuchmaschinen und zu Aggregatoren von Onlineaktivitäten.

» Free Online Reputation Management Beginner?s Guide: Links zu allen wichtigen Themen rund um das Handling der digitalen Reputation. Besonders interessant sind die Links zur Feststellung der Reichweite von Seiten/Blogs und zu whois-Datenbanken.

» Buzz Monitoring: 26 Free Tools You Must Have: Ein weiterer, ausführlicher Artikel zum Online-Monitoring. Eher auf Unternehmen ausgerichtet, aber auch für Privatpersonen nützlich.

» Blog under your real name, and ignore the harassment: Ein ausführlicher Artikel über die Vorteile des Bloggens unter Klarnamen.

Habt Ihr weitere Tipps, um den eigenen Online-Ruf im Griff zu behalten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

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