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26.03.08Kommentieren

Unternehmenswachstum

Wachstumsstrategien für Solo- und Kleinunternehmer

Rund jeder zweite Selbstständige ist ein Solo-Unternehmer. Unter den Gründern ist der Anteil sogar noch höher. Auch Solo-Unternehmer wollen und müssen wachsen. Doch sie brauchen dazu besondere Strategien.

Ein Beitrag von Monika Birkner

Der größte Engpass ist die eigene Person, denn die eigene Arbeitskraft lässt sich nicht beliebig vermehren. Daher braucht es intelligente Strategien, um mit weniger Einsatz mehr und bessere Ergebnisse zu erzielen. Sieben "Stellschrauben" spielen dabei eine besondere Rolle:

1. Erfolgsfördernder Umgang mit sich selbst
Unternehmerischer Erfolg und Lebenserfolg sind untrennbar miteinander verbunden. Viele Solo- und Kleinunternehmer betrachten ihr Business nicht nur als Einnahmequelle, sondern wollen dadurch gleichzeitig eigene Talente verwirklichen und einen Beitrag für andere leisten, vielleicht sogar ein Stück weit die Welt verändern. Zielklarheit in allen Lebensbereichen und wirksame Selbststeuerung sind unerlässlich, um Gedanken und Gefühle konstruktiv zu nutzen, statt sich davon blockieren zu lassen.

Was blockiert Sie derzeit am meisten, einen längst notwendigen Schritt zu tun? Wie können Sie diese Blockade überwinden?

2. Schaffung einer Supportstruktur
Entgegen landläufiger Meinung arbeiten erfolgreiche Solo-Unternehmer nicht allein. Sie haben vielmehr gelernt, sich auf ihre strategischen Stärken zu konzentrieren. Für alle anderen Aktivitäten finden sie sonstige Lösungen. Diese müssen nicht zwangsläufig auf die Einstellung von Mitarbeitern hinauslaufen. Moderne Technik und externe Dienstleister können interessante Alternativen sein.

Welche Aktivitäten entziehen Ihnen Energie? An wen könnten Sie diese Aktivitäten delegieren oder auslagern?

3. Positionierungsstrategien mit Zukunft
Das Bedürfnis vieler Solo- und Kleinunternehmer, sich nicht verbiegen zu müssen, sondern authentisch am Markt agieren zu können, muss sich treffen mit brennenden Bedürfnissen des Marktes. Jede Einseitigkeit, sich entweder nur an den eigenen Interessen oder nur am Markt zu orientieren, schadet auf Dauer. Die Märkte sind im Umbruch und in ständiger Bewegung. Daher ergeben sich immer wieder neue Chancen.

Was ist Ihnen ein Herzensanliegen? Welcher wichtige Trend lässt sich nutzen, um daraus ein Angebot zu entwickeln, das langfristig Ihren Kunden und Ihnen dient?

4. Wertschätzende Kunden
Zusammenarbeit mit Kunden, die die erbrachte Leistung nicht wertschätzen können, ist ein Verlustgeschäft, emotional wie finanziell. Solo- und Kleinunternehmer können ihre spezifischen Vorteile nutzen, indem sie ihre Kundenbeziehungen auf mehrere Komponenten gründen. Diese lassen sich zusammenfassen als W.E.R.T.: Wirkung, Erlebnisse, Relationship und Transformation.

Von welchen Kunden erhalten Sie am meisten Wertschätzung? Wie können Sie diesen Kunden gegenüber noch mehr W.E.R.T. bieten?

5. Langfristige Kundenbeziehungen anstatt von Einmalaufträgen
Immer wieder neu auf die Jagd nach Einmalaufträgen zu gehen, ist zermürbend und ähnelt einer emotionalen und materiellen Achterbahnfahrt. Wer hingegen sein Geschäftsmodell so konzipiert, dass eine gewisse Kontinuität der Einnahmen gewährleistet ist, kann nicht nur ruhiger schlafen, sondern auch mehr erreichen. Denn er muss nicht immer wieder bei Null beginnen.

Welche wiederkehrenden Bedürfnisse haben Ihre Kunden? Wie können Sie dafür sorgen, dass Ihre Kunden diese Bedürfnisse bei Ihnen decken?

6. Full-Service-Angebote anstatt von Teil-Lösungen
Jedes Problem, das ein Kunde präsentiert, stellt nur einen Ausschnitt seiner Gesamtsituation dar. Indem man dem Kunden hilft, das größere Bild zu sehen und ihm dafür Lösungen anbietet, dient  man dem Kunden wie sich selbst. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass man alle Leistungen selbst erbringen muss. Die Kunst des Solo-Unternehmertums ist auch die Kunst der Kooperation.

Was braucht Ihr Kunde noch, um Ihre Leistung sinnvoll nutzen zu können? Wie können Sie es ihm verschaffen?

7. Geldbewusstsein und Preispolitik
Die Einsicht, dass Geld wichtig ist, schützt nicht vor sabotierenden Einstellungen und Verhaltensweisen. Diese mit Hilfe geeigneter Instrumente zu erkennen und zu überwinden, ist eine wichtige Voraussetzung, um überhaupt am Markt zu bleiben und um langfristig profitabel zu arbeiten. Eine Preispolitik, die auf dem W.E.R.T. der für den Kunden erbrachten Leistung basiert, ist ein weiterer wichtiger Bestandteil.

Welche unbewussten Glaubenssätze beeinflussen Ihre Preispolitik und Ihre gesamten Geschäftsergebnisse?

Autor: Monika Birkner

Unternehmercoach & Fachbuchautorin
Website des Autors
Monika Birkner

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