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26.10.11

Steuerfreie Zuwendungen

So profitieren Arbeitgeber

Arbeitgeber profitieren zweifach von einer steuerfreien Zuwendung: Zum einen kann die Zuwendung zur Motivationsverstärkung und Belohnung beim Arbeitnehmer eingesetzt werden. Zum anderen sind auf diesem Wege Zahlungen an die Arbeitnehmer möglich, für die keine Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung fällig werden.

Arbeitsessen als steuerfreie ZuwendungArbeitsessen als steuerfreie Zuwendung

Der Arbeitnehmer andererseits freut sich über die Anerkennung und die Tatsache, dass er die Zuwendungen steuer- und sozialversicherungsfrei erhält.

Was Sie immer beachten sollten: Die Steuerfreiheit vieler Leistungen ist davon abhängig, dass sie zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gezahlt werden. Eine Umwandlung von bereits vereinbartem Arbeitslohn in steuerfreie Leistungen ist nicht zulässig. Es muss sich also tatsächlich um ein „Extra“ handeln.

Profitieren können alle Arbeitnehmer, unabhängig davon, ob es sich um Teilzeitkräfte oder Vollzeitbeschäftigte handelt. Gerade für „Minijobber“ sind steuerfreie Zuwendungen interessant, da mit ihrer Hilfe eine deutliche Erhöhung der 450-Euro-Grenze erreicht werden kann. Leistungen, die ausnahmsweise lohnsteuerfrei gezahlt werden können, sind regelmäßig solche Leistungen, die ganz überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer gegeben werden. Nachfolgend zählen wir Ihnen diese Leistungen auf.

 

Altersteilzeit                                        

Seit 1996 gibt es die gesetzliche Regelung für die Altersteilzeit (AltTZG). Als Arbeitgeber können Sie mit ihren bisher voll beschäftigten Arbeitnehmern, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, eine Teilzeitbeschäftigung vereinbaren.

Dabei sind die Aufstockungsbeträge zum Altersteilzeitarbeitsentgelt, die Beiträge zur Rentenversicherung und die Arbeitgeberzuschüsse der Bundesagentur für Arbeit steuerfrei. Die Leistungen sind auch dann steuerfrei, wenn der frei gewordene Arbeitsplatz nicht wieder besetzt worden ist.

Arbeitsessen

Wenn mal wieder Überstunden angesagt sind, können Sie (steuerfrei) mit Pizza für alle einen Anreiz schaffen. Wenn Sie als Arbeitgeber während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes Ihren Arbeitnehmern kostenlos Speisen im Betrieb gewähren, dann sind dies steuerfreie Aufmerksamkeiten.

Vorsicht: Der Wert pro Arbeitnehmer und Arbeitseinsatz darf 40,00 € nicht überschreiten. Achten Sie darauf, dass das Essen im Betrieb eingenommen wird und nicht nach getaner Arbeit im Restaurant und dass es tatsächlich einen außergewöhnlichen Anlass gibt, den Sie dokumentieren.

Arbeitskleidung

Als Arbeitgeber können Sie unentgeltlich oder verbilligt typische Berufskleidung an den Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei überlassen.

Unter typischer Arbeitskleidung versteht das Finanzamt aber nur solche Kleidungsstücke, bei denen die private Nutzung nahezu ausgeschlossen ist wie z.B. Schutzkleidung oder Uniformen. Vorsicht: Bei einer Verkäuferin in einer Damenboutique kann ein Kleidungsstück aus dem Warenbestand nicht steuerfrei übergeben werden, selbst dann nicht, wenn es tatsächlich nur bei der Arbeit als Verkäuferin getragen wird.

Aufmerksamkeiten

Bei Aufmerksamkeiten handelt es sich um Zuwendungen von geringem Wert. Wer seinem Mitarbeiter aufgrund eines besonderen persönlichen Anlasses (Jubiläum, Geburtstag, Hochzeit usw.) z.B. Blumen, Wein, Pralinen usw. zukommen lässt, kann dies steuer- und sozialversicherungsfrei tun. Der Wert solcher Sachgeschenke darf aber den Betrag von 40,00 € (inkl. Mehrwertsteuer) nicht übersteigen.

Wichtig: Bei den 40,00 € handelt es sich um eine Freigrenze. Wenn dieser Wert auch nur um wenige Cent überschritten wird, dann ist der gesamte Betrag steuer- und sozialversicherungspflichtig. Und: Geldgeschenke sind nie steuerfrei!
 

Beihilfen und Unterstützungen

Wenn ein Arbeitnehmer einen Krankheits- oder Unglücksfall erleidet, kann der Arbeitgeber steuerfrei Beihilfen und Unterstützungen von höchstens 600,00 € jährlich pro Arbeitnehmer zahlen. In Ausnahmefällen, wenn es sich um einen besonderen Notfall handelt, sind auch höhere Beträge steuerfrei.

Wichtig: Der Arbeitgeber darf auf die Zahlung keinen maßgeblichen Einfluss haben.

Es ist die Mitentscheidung des Betriebsrats oder eines anderen Arbeitnehmervertreters vorgeschrieben. Diese müssen federführend entscheiden. Wenn der Arbeitgeber selbst entscheiden will und den Betriebsrat nicht einschaltet, dann sind die Beihilfen und Unterstützungen steuerfrei, wenn der Arbeitgeber weniger als fünf Arbeitnehmer beschäftigt.

Belegschaftsrabatte

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern eigene Waren oder Ihre eigenen Dienstleistungen kostenlos mit einem Rabatt überlassen, dann bleibt dies lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Preisnachlass bei höchstens 1.080,00 € pro Jahr und Mitarbeiter liegt.

Betriebsveranstaltung

Ein Betriebsfest beispielsweise kann steuerfrei bleiben. Allerdings muss es sich tatsächlich um eine Betriebsveranstaltung handeln, da ansonsten die Zuwendungen wie Arbeitslohn zu versteuern sind.

Um eine Betriebsveranstaltung handelt es sich dann, wenn diese vom Betrieb organisiert ist zum Zweck der Zusammenkunft der Betriebsleitung mit der Belegschaft aus besonderem Anlass, die den Charakter einer Gesellschaftsveranstaltung und Feier hat wie z.B. Jubiläums- und Weihnachtsfeiern sowie Betriebsausflüge. Ein Arbeitsessen oder eine Preisverleihung im kleinen Kreis stellt damit keine Betriebsveranstaltung dar.

Essenszuschuss

Als Arbeitgeber können Sie Ihren Arbeitnehmern steuerlich begünstigte Essensmarken überlassen. Diese können dann z.B. in Vertragsgaststätten oder Supermärkten eingelöst werden.

Vorteil ist, dass nicht der volle Wert der Essensmarke, sondern nur ein wesentlich geringerer Anteil der Lohnsteuer unterliegt. Die Höhe des steuerpflichtigen Anteils hängt hierbei vom Verrechnungswert der Essensmarke, der Höhe des Eigenanteils des Arbeitnehmers und dem amtlichen Sachbezugswert ab.

Fort- und Weiterbildungskosten

Wenn Sie sich als Arbeitgeber finanziell an einer Fort- oder Weiterbildungsmaßnahme beteiligen, dann kann dieser Zuschuss steuerfrei erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Fortbildung im ganz überwiegend betrieblichen Interesse erfolgt.

Davon kann man ausgehen, wenn die Bildungsmaßnahme die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers am Arbeitsplatz erhöht. Wer also einen Bildschirmarbeitsplatz hat, dürfte steuerlich unproblematisch an einem Datenverarbeitungs- oder Computerkurs teilnehmen. Die betriebliche Notwendigkeit glaubhaft zu machen ist schon schwieriger, wenn es um einen Sprachkurs oder ein Telefontraining geht.

Gesundheitsförderung

Für die Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter kann jährlich ein Höchstbetrag von 500,00 € je Arbeitnehmer steuerfrei eingesetzt werden. Das kann ein Barzuschuss sein, aber auch eine Sachleistung. Steuerfrei sind therapeutische Maßnahmen zur Vorbeugung körperlicher Gebrechen durch die arbeitsbedingte Belastung des Bewegungsapparats, also z.B. die Kostenübernahme für ein Rückentraining, Kurse zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz, Vorträge über gesundheitsgerechte Ernährung im Betrieb und Seminare über Alkohol-, Nikotin- und anderen Suchtmittelmissbrauch.

Wichtig: Wenn Sie die Mitgliedsbeiträge für einen Sportverein oder ein Fitnessstudio übernehmen, ist dies nicht steuerfrei.

Kindergartenzuschuss

Wenn Sie als Arbeitgeber einen Zuschuss zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen an Ihre Mitarbeiter leisten, dann ist das eine steuerfreie Zuwendung. Eine betragsmäßige Begrenzung gibt es nicht.

Die Steuerfreiheit tritt nur ein, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Verwendung des Zuschusses nachweist, also eine entsprechende Quittung, Rechnung usw. im Original vorlegt.

Tankgutscheine

Gerade bei hohen Spritpreisen erfreuen sich Benzingutscheine größter Beliebtheit bei den Mitarbeitern. So ein Gutschein darf den Wert von 44,00 € (inkl. Umsatzsteuer) im Monat nicht übersteigen, dann müssen Arbeitnehmer dafür keine Steuern und Sozialabgaben zahlen.

Als Arbeitgeber dürfen Sie diese Gutscheine auf Geschäftspapier ausstellen oder die Benzinkäufe der Mitarbeiter über eine bei der Tankstelle hinterlegte Firmenkundenkarte abrechnen lassen. Was Sie nicht dürfen: den Mitarbeitern eine eigene Tankkarte geben. Dies werten die Finanzämter so, als würden Sie Bargeld überreichen, und das wäre wie Lohn zu behandeln.

Warengutscheine

Sie sind steuerfrei, wenn sie auf eine speziell festgelegte Ware ausgestellt sind und in einem bestimmten Kaufhaus oder Geschäft eingelöst werden können. Bis zu 44,00 € pro Monat dürfen mit einer solchen Sachzuwendung steuer- und sozialabgabenfrei vom Arbeitnehmer vereinnahmt werden. Wichtig ist, dass kein konkreter Betrag auf dem Gutschein ausgewiesen ist, sondern eine Ware und die Menge im vergleichbaren Wert.

Umzugskosten

Sie können als Arbeitgeber Kosten, die einem Arbeitnehmer durch einen beruflich veranlassten Umzug entstehen, steuerfrei ersetzen. Das Bundesfinanzministerium hat rückwirkend zum 1.1.10 die sonstigen Umzugsauslagen und die umzugsbedingten Unterrichtskosten erhöht.

Die steuerfreie Umzugskostenvergütung in der Privatwirtschaft lehnt sich an die Regelungen und die Höhe der Beträge für Bundesbeamte an. Steuerfrei kann nur der Betrag sein, den ein Bundesbeamter erhalten würde.

Seit 01.01.2010 wurden folgende Aufwendungen erhöht:


Zum einen die sonstigen Umzugsauslagen wie z.B. Trinkgelder an das Umzugspersonal, notwendige Anschaffung von Vorhängen, Rollos, Vorhangstangen usw. für Fenster, Auslagen für Elektrokochgeschirr bei unvermeidbarem Übergang von z.B. Gas auf Strom, Abbau- und Anschlusskosten von Herden, Öfen, wieder verwendeten hauswirtschaftlichen Geräten, Anschluss- oder Übernahmekosten eines Fernsprechanschlusses, Auslagen für das Umschreiben von Personalausweisen und Personenkraftfahrzeugen einschließlich der Auslagen für das Anschaffen und Anbringen der amtlichen Kennzeichen.

Zum anderen die Erstattung der Auslagen für einen durch den Umzug bedingten zusätzlichen Unterricht der Kinder des Umziehenden. Als umzugsbedingte Unterrichtskosten können vom Arbeitgeber seit 01.10.2010 1.603,00 € je Kind steuerfrei ersetzt werden.

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