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26.09.14

Gehaltsausfall

Was tun, wenn der Arbeitgeber nicht mehr zahlt?

Wenn das Gehalt ausbleibt, kann es für die Betroffenen schnell eng werden. Aber selbst, wenn keine existenziellen Engpässe drohen, empfiehlt es sich, zeitnah aktiv zu werden. Zeigen Nachfragen und Mahnungen keine Wirkung, sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen, um Ihre Ansprüche durchzusetzen – den richtigen Rechtsbeistand finden Sie im Netz.

Kein Arbeitgeber darf die Zahlungen von Lohn nach eigenem Ermessen einfach so einstellen: Die fristgerechte Überweisung des Gehaltes an die Mitarbeiter ist Pflicht eines jeden Unternehmens. Sollten Sie dennoch feststellen, dass Ihr letztes Gehalt nie auf Ihrem Konto angekommen ist, kann es dafür unterschiedliche Gründe geben. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass Ihr Arbeitgeber zahlungsunfähig geworden ist, weil er vor der Insolvenz steht. Oder aber Ihnen wird Geld vorenthalten, weil Sie aufgrund eines Arztbesuches nicht pünktlich im Büro waren. Unabhängig davon, wo die Ursachen liegen, wird es Zeit für Sie zu handeln.

Erst einmal nachfragen

Um Missverständnisse auszuschließen, ist es ratsam bei Gehaltsausfall zunächst – mündlich oder schriftlich – um die Zahlung des Lohns zu bitten. Wenn tatsächlich nur ein Versehen vorliegt, kann das Versäumnis schnell nachgeholt werden. Möchte man seiner Aufforderung etwas mehr Druck verleihen, kann in diesem Zusammenhang auch schon eine Frist gesetzt werden, nach deren Ablauf ein Anwalt beauftragt wird.

Kein Gehalt, keine Arbeitsleistung

Ein weiteres Druckmittel ist die Ankündigung, die Arbeitsleistung zu verweigern. Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber kein Gehalt auszahlt, haben Sie grundsätzlich das Recht, Ihre Arbeit niederzulegen – im besten Fall haben Sie schon zeitig mit dieser Maßnahme gedroht. In einigen Fällen aber besteht dieses Recht nicht: Wenn beispielsweise ein immenser Schaden dadurch entstehen würde, dass Sie Ihrer Arbeit nicht nachgehen oder wenn der Lohnrückstand noch gering ist.

Professionelle Hilfe suchen

Wenn sich ein Unternehmen außergerichtlich nicht dazu bewegen lässt, ausstehende Gehälter zu zahlen, kann oft nur noch ein Anwalt helfen. Wie aber findet man einen geeigneten Rechtsbeistand? Die Internetplattform Jurato bietet die Möglichkeit einer gezielten Suche für Ihren ganz konkreten Fall. Dazu müssen Betroffene lediglich anonym ihren Fall schildern – und anschließend aus den unverbindlichen Angeboten der Anwälte wählen.


Auch wenn Ihr Unternehmen nur deshalb nicht zahlt, weil es dazu nicht mehr in der Lage ist, ist es sinnvoll, einen Anwalt hinzuzuziehen, um Ansprüche geltend zu machen. Ist Ihr Arbeitgeber vollkommen zahlungsunfähig, können Sie bei der Bundesagentur für Arbeit  Insolvenzgeld beantragen. Auf diese Weise können – wenn ein Insolvenzereignis vorliegt – zumindest die letzten drei ausstehenden Gehälter erstattet und der Schaden für die Mitarbeiter damit reduziert werden.

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