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10.04.07Kommentieren

Altjahresurlaub

Altjahresurlaub - wie lange kann er genommen werden?

Jeder Arbeitnehmer hat – unabhängig vom Umfang seines Beschäftigungsverhältnisses – nach § 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. 

Ein Beitrag von Ralph Jürgen Bährle

Seine Dauer beträgt

  • nach dem Bundesurlaubsgesetz als Mindesturlaub:
    24 Werktage im Jahr (dies entspricht vier Wochen)
  •  mehr als vier Wochen pro Jahr, wenn eine entsprechende Vereinbarung im Einzelarbeitsvertrag oder unter Bezugnahme auf den Tarifvertrag getroffen wurde.

Der volle Urlaubsanspruch entsteht erst, wenn der Arbeitnehmer nach dem Beginn des Arbeitsverhältnisses sechs Monate beschäftigt wurde und damit die in § 4 BUrlG geregelte Wartezeit erfüllt hat. Entscheidend ist dabei nur der rechtliche Bestand des Arbeitsverhältnisses. Es kommt also nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer in der Wartezeit auch tatsächlich sechs Monate gearbeitet hat.

Urlaub und Jahreswechsel


Grundsätzlich ist das Urlaubsjahr mit dem Kalenderjahr identisch. D. h. der Jahresurlaub muss innerhalb eines Kalenderjahres in Anspruch genommen werden. Nur in den in § 7 Abs. 3 BUrlG genannten Fällen kann der Urlaub über den 31.12. eines Kalenderjahres hinaus in das folgendes Kalenderjahr übertragen werden. Eine Übertragung auf das folgende Kalenderjahr ist zulässig, wenn...  

  • dringende Gründe in der Person des Arbeitnehmers z. B. Krankheit oder Arbeitsunfall oder
  • dringende betriebliche Gründe z. B. Jahresabschlussarbeiten, die zu einer Urlaubssperre führen.

...eine Übertragung rechtfertigen. Werden noch offen stehende Urlaubsansprüche des Arbeitnehmers auf das folgende Kalenderjahr übertragen, muss der übertragene Urlaub bis zum 31.03. des Folgejahres in Anspruch genommen werden. Über den 31.03. eines Kalenderjahres hinaus kann der Altjahresurlaub nicht übertragen werden. Er verfällt mit Ablauf des 31.03. ersatzlos.

Trotz dieser strengen Regelung kann der Arbeitgeber freiwillig einer Übertragung des Altjahresurlaubs über den 31.03. hinaus zustimmen. Verpflichtet ist er hierzu allerdings grundsätzlich nicht. Es sei denn, es ist ein Verschulden des Arbeitgebers, dass der Arbeitnehmer seinen Urlaub weder im abgelaufenen Kalenderjahr noch bis Ende des Übertragungszeitraums nehmen konnte. 

Autor: Ralph Jürgen Bährle

Rechtsanwalt, Kanzlei Bährle & Partner
Website des Autors
Ralph Jürgen Bährle

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