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Sanierungskonzepte

Sanierungskonzepte

Die nachfolgenden Empfehlungen beinhalten keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzen zudem auch nicht eine konkrete Einzelanalyse des Unternehmens.


1. Zahlungsschwierigkeiten

Bei einer Liquiditätsunterdeckung müssen Einnahmenmanagement und Ausgabenmanagement überarbeitet werden. Zudem kann sich die Zuführung weiterer liquider Mittel empfehlen.

a. Empfehlungen für das Einnahmenmanagement

  • Steigerung der Produktion
  • Konzentration auf Produkte mit hohen Deckungsbeiträgen
  • Auslastung der Kapazitäten
  • verstärke Qualitätskontrollen
  • Werbeaktionen
  • Bankeinzug bei Dauerkunden
  • Anzahlungen fordern
  • striktes Mahnsystem
  • Sale-and-lease-back

b. Empfehlungen für das Ausgabenmanagement:

  • Lagerbestände bei Vorräten reduzieren
  • Outsourcing
  • ausreichende Kreditlinie und Sicherheitenbestellung
  • Ratenzahlung für Einkäufe
  • längere Zahlungsziele bei Lieferanten
  • Sonderabschreibungen
  • steuerliche Rückstellungen ausnutzen

Diese - hier sicherlich nur unvollständig und schlagwortartig zusammengefassten Empfehlungen - sollten ständig und zu jeder Zeit der unternehmerischen Tätigkeit überprüft werden.

Darüber hinaus bleibt zu prüfen, ob weitere Mittel dem Unternehmen zugeführt werden können, beispielsweise Kredite durch Neugläubiger, Arbeitnehmer oder aber auch Lieferanten. Dies setzt selbstredend eine sehr enge Zusammenarbeit und viel Vertrauen voraus.

Aber auch der Unternehmenseigner sowie die Hausbank sollten bei der Überzeugung der unternehmerischen Tätigkeit prüfen und bereit sein, notwendige Liquidität zur Verfügung zu stellen.

2. Überschuldung

Schwieriger - aber gleichwohl in der Praxis doch relativ oft erfolgreich verhandelbar- sind Maßnahmen gegen eine bereits eingetretene Überschuldung.

Im ersten Schritt werden gerne Bilanzkosmetik und "buchungstechnische Tricks" herangezogen, um eine zumindest auf dem Papier bestehende Überschuldung zu revidieren. Erwähnt seien hier die Umwandlung von Sicherungsrechten und Forderungen in Eigenkapital, oder auch der Rangrücktritt.

Auf die Dauer genügen derartige Maßnahmen regelmäßig nicht, sondern das Unternehmen muss, um sich dauerhaft behaupten zu können, Verhandlungen mit Gläubigern aufnehmen.

Die Gläubiger müssen davon überzeugt werden, dass sie zumindest auf Teile ihrer Forderungen verzichten müssen, um den Erhalt des Unternehmens zu gewährleisten.

Um einem Gläubiger eine derartige Zustimmung zum Teilforderungsverzicht abzuringen, müssen sehr gute Argumente herangeführt und eine solide Vertrauenssituation geschaffen werden. Das Unternehmen muss den beteiligten Gläubigern die vollständige wirtschaftliche Situation offen legen, quasi die Hosen herunterlassen, die Gläubiger davon überzeugen, dass mit einem Teilforderungsverzicht das Unternehmen dauerhaft aus der Krise herausgeführt werden kann und dieser Teilforderungsverzicht für die Gläubiger gleichwohl die sinnvollere Alternative als der Weg in die Insolvenz oder Zerschlagung des Unternehmens darstellt.

Hierbei sind nicht nur wirtschaftliche und juristische Kenntnisse Grundvoraussetzung, sondern insbesondere die Seriosität des Sanierungskonzepts und auch seines Verfassers unumgänglich. Die frühzeitige Inanspruchnahme fachkundiger Hilfe muss von daher als klare Empfehlung gelten.

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