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Kleinbetragsrechnungen und Gutschriften

Welche Angaben sind bei Kleinbetragsrechungen (bis 150 Euro) notwendig?

Liegt der Rechnungsbetrag bei maximal 150 Euro, spricht man von einer Kleinbetragsrechnung. Dafür sind folgende Angabe ausreichend:

  • der Name und die Anschrift des leistenden Unternehmers,
  • das Rechnungsdatum,
  • die Menge und die handelsübliche Bezeichnung der Lieferung oder Art und Umfang der Leistung,
  • das Entgelt und der Steuerbetrag für die Lieferung oder Leistung in einer Summe,
  • der Steuersatz oder der Hinweis auf eine Steuerbefreiung.

Dabei ist es nicht notwendig, dass die Umsatzsteuer gesondert als Betrag ausgewiesen wird. Der Gesamtbetrag und die Summe des konkreten Steuersatzes genügen. Der Zeitpunkt der Leistung sowie Angaben über den Leistungsempfänger müssen nicht gemacht werden.

Die Vereinfachung gilt nicht im Rahmen der Versandhandelsregelung (§3c UStG), bei innergemeinschaftlichen Lieferungen (§ 6aUStG) und bei Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b UStG.

Für den Vorsteuerabzug muss der leistende Unternehmer den Rechnungsbetrag in ein Entgelt für die Leistung und in den Steuerbetrag (Umsatzsteuer) aufsplitten.

Die Gutschrift als Rechnung

Durch eine Gutschrift kann die eigentlich vorausgehende Rechnung ersetzt werden. Dabei sind die Rollen der Geschäftspartner vertauscht. Indem der Leistungsempfänger von sich aus eine Lieferung oder Leistung abrechnet, erspart er dem leistungserbringenden Unternehmen das Ausstellen einer Rechnung.

Eine Gutschrift kann auch von juristischen Personen ausgestellt werden, die nicht Unternehmer sind. Des Weiteren kann die Gutschrift auch durch einen Dritten ausgestellt werden, der im Auftrag des Leistungsempfängers handelt und in dessen Namen und für dessen Rechnung abrechnet. Außerdem ist es auch dann möglich, eine Gutschrift auszustellen, wenn über steuerfreie Umsätze abgerechnet  wird oder keine Umsatzsteuer gesondert ausgewiesen wird.

Die Gutschrift berechtigt nach § 14 Abs. 2 UStG dann zum Abzug der Vorsteuer, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Der leistungserbringende Unternehmer, der die Gutschrift empfängt, muss zum gesonderten Ausweis der Steuer in einer Rechnung berechtigt sein.
  • Mit der Gutschrift kann die Lieferung oder Leistung nur abgerechnet werden, wenn dies vorher zwischen dem Unternehmen und dem Leistungsempfänger vereinbart wurde.
  • Die Gutschrift muss die gleichen Angaben enthalten wie eine Rechnung.
  • Die Gutschrift muss dem leistungserbringendem Unternehmer zugeleitet worden sein.
  • das Abrechnungsdokument muss zwingend die Angabe "Gutschrift" enthalten.

Die Gutschrift verliert die Wirkung einer Rechnung, wenn der Empfänger der Gutschrift dem ihm übermittelten Dokument widerspricht. 

Was passiert, wenn eine Rechnung nicht korrekt ausgestellt wird?

Wenn eine Rechnung die gesetzlichen Anforderungen gemäß § 14  Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes nicht erfüllt, so gilt sie als nicht ordnungsgemäß. Damit kann die Vorsteuer nicht abgezogen werden. Deshalb ist der Rechnungsempfänger in einem solchen Fall berechtigt, den Rechnungsbetrag einzubehalten.

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