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Mahnwesen Vorgehen

Mahnungen - welches Vorgehen ist sinnvoll?

Die erste Mahnung ist nicht umsonst auch unter der Bezeichnung "Zahlungserinnerung" bekannt. Da es durchaus vorkommen kann,  dass ein Kunde seine Zahlungspflicht vergisst, sollte die erste Mahnung unbedingt höflich formuliert sein. Dennoch sollte der Gläubiger bestimmt darauf hinweisen, dass noch kein Zahlungseingang verzeichnet werden konnte. Dabei sollte er sich auf Rechnungsnummer und -datum beziehen und eine Kopie der Rechnung beilegen.


Eigentlich ist aus rechtlicher Sicht nur eine Mahnung notwendig. Kommt der Schuldner auch nach der Mahnung der Zahlungssaufforderung des Gläubigers nicht nach, ist abzuwägen, ob eine zweite und eventuell dritte Mahnung verschickt werden oder ob ein gerichtlicher Mahnbescheid beantragt werden soll.  

In der zweiten oder gegebenenfalls dritten Mahnung ist ein deutlich schärferer Ton anzuschlagen. Der Gläubiger sollte in der zweiten Mahnung ankündigen, im Fall einer weiteren Zahlungsverweigerung und Ablauf einer weiteren Frist, Verzugszinsen und Mahnkosten zu berechnen.

Eine dritte Mahnung sollte nur dann versendet werden, wenn der Gläubiger auch wirklich damit rechnen kann, dass der Kunde zahlt. In dieser Mahnung sollte "angedroht" werden, dass ein Rechtsanwalt hinzugezogen wird. Eventuell kann der Gläubiger auch ankündigen, dass er das gerichtliche Verfahren einleitet. Aus der Mahnung muss ersichtlich sein, dass dem Schuldner die anfallenden Kosten in Rechnung gestellt werden.

Entscheidet sich der Gläubiger dafür, einen gerichtlichen Mahnbescheid zu beantragen, so sollte er sicherstellen, dass der Schuldner die Mahnung(en) tatsächlich erhalten hat, damit dieser ihm Falle eines Gerichtsverfahrens nicht das Gegenteil behaupten kann. Das Versenden der Mahnung per Einschreiben sichert den Gläubiger leider nicht hundertprozentig ab, da ein Einschreiben nicht unbedingt abgeholt werden muss. Auf jeden Fall auf der sicheren Seite ist der Gläubiger, wenn er die Mahnung vom Schuldner bei der Übergabe quittieren lässt. Darüber hinaus ist es eine Option, die Mahnung persönlich über einen Dritten zu übergeben, der im Falle eines Prozesses als Zeuge auftreten kann.

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