Demographische Entwicklung in Deutschland

Die demographische Entwicklung in Deutschland

Sinkende Geburtenrate

Deutschland hält seit 1973 einen traurigen Rekord: Es war das erste Land , in dem die Zahl der Sterbefälle höher war als die Zahl der Geburten.

Die Geburtenzahl, die im Jahr 1964 mit fast 1,2  Millionen Geburten ihren Höhepunkt erreicht hatte, ist bis heute auf rund 673.000 im Jahr gesunken. Allein in den letzten 15 Jahren ist sie um 22% gesunken. 

Prognosen gehen davon aus, dass diese Entwicklung weiter anhält. Die Folge: In 40 bis 50 Jahren kommen in Deutschland auf eine Geburt zwei Sterbefälle.



Die sinkende Zahl der Geburten ergibt sich aus der von Generation zu Generation sinkenden Anzahl junger Frauen. Bei einer Geburtenhäufigkeit von derzeit durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau werden die heute etwa 30-jährigen Frauen bis zum Ende des gebärfähigen Alters (49 Altersjahre) deutlich weniger Kinder zur Welt bringen, als dies für den zahlenmäßigen Ersatz ihrer Generation erforderlich wäre. Das Bestandserhaltungsniveau liegt bei 2,1 Kindern pro Frau.

Verstärkt wird die Entwicklung zusätzlich durch den Verfall von traditionellen Werten wie Familie und dem daraus resultierenden Trend zu immer mehr kinderlosen Singlehaushalten. Die geborenen Mädchenjahrgänge werden zahlenmäßig immer kleiner. Bei ebenfalls durchschnittlich 1,4 Kindern wird die künftige Kinderzahl weiter sinken, da dann auch weniger potenzielle Mütter leben. Die Zahl der geburtenfähigen Frauen (15-49 Jahre) nimmt von 20 Millionen 2001 auf 14 Millionen 2050 ab. Ihr Anteil an der Bevölkerung sinkt ebenfalls, und zwar von derzeit ca. 24% auf etwa 19%.

Steigende Lebenserwartung und steigendes Durchschnittsalter

Während die Geburtenrate in Deutschland abnimmt, steigt die Lebenserwartung dagegen beständig an. Die Lebenserwartung liegt heute bei 77 (bei Männern) bzw. 82 Jahren (bei Frauen). Bis ins Jahr 2050 wird ein Anstieg auf 83 Jahre bei Männern und auf 88 Jahre bei Frauen erwartet.

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung wird aufgrund der steigenden Lebenserwartung und der sinkenden Geburtenzahl von derzeit 41 Jahren auf ca. 48 Jahren in der nächsten Generation ansteigen. In zwanzig bis dreißig Jahren werden dann mehr Menschen zwischen 60 und 80 Jahre alt sein als zwischen 20 und 40. Vor allem die ursprünglich größte mittlere Altersgruppe der 35-49-jährigen wird deutlich abnehmen. Heute stellt sie mit 20 Millionen Menschen knapp 40% der Menschen im Erwerbsalter dar.

Im Jahr 2050 wird sie von der Gruppe der 50-64-jährigen übertroffen. Diese älteste Generation der Erwerbsbevölkerung wird im Unterschied zu der jüngeren und mittleren Generation 2050 zahlenmäßig fast so groß wie heute sein. Während die Zahl der 20-34-jährigen von 16 Millionen im Jahr 2001 auf 12 Millionen im Jahr 2050 sinkt (-24%) und die Zahl der 35-49-jährigen im gleichen Zeitraum von 20 auf 14 Millionen schrumpft (-31%), nimmt die Gruppe der 50-64-jährigen lediglich um etwa 400.000 ab (-3%) und umfasst auch 2050 über 15 Millionen Menschen.

Diese Entwicklung lässt sich auch am Altenquotienten ablesen. Der Altenquotient gibt das Verhältnis der Bevölkerung im Rentenalter (ab 60 Jahren) im Verhältnis zur Bevölkerungsgruppe im Erwerbsalter (20 bis 59-jährige) wieder. 1995 lag der Altenquotient bei 37, 2001 schon bei 44, womit 100 Menschen im Erwerbsalter 44 Personen im Rentenalter gegenüberstanden. Die langfristige Betrachtung zeigt einen weiteren erheblichen Anstieg des Altenquotienten. Der Altenquotient wird bis 2030 auf 71 und bis 2050 weiter auf 78 steigen.

Zuwanderung

Auch wenn es in der Öffentlichkeit oftmals nicht so wahrgenommen wird, so ist Deutschland längst ein Zuwanderungsland. Ohne die Zuwanderung würde die Bevölkerungsgröße in Deutschland bereits heute abnehmen. Dass dem noch nicht so ist, rührt daher, dass die Zuwanderung in den letzten Jahrzehnten im Saldo bei ungefähr 165.000 Menschen pro Jahr lag.

Auch in Zukunft ist Zuwanderung daher unerlässlich. Diese darf aber nicht unkontrolliert stattfinden, sondern muss gesteuert werden. Dabei ist die Qualifikation der Zuwanderer ein wichtiges Kriterium. Außerdem müssen Maßnahmen zur Integration der Zuwanderer getroffen werden. 

Zusammenfassung

Legt man ein Wanderungssaldo von 200.000 und eine Lebenserwartung von 86 Jahren für Frauen und 81 Jahren bei Männern zu Grunde, beginnt die Bevölkerung in Deutschland ab dem Jahr 2012 bei einer Bevölkerungsgröße von 83,2 Millionen zu schrumpfen. Für das Jahr 2050 würde das eine Bevölkerungsgröße von ca. 75 Millionen Menschen bedeuten. Geht man von einer geringeren Zuwanderung von nur 100.000 jährlich aus, gibt es im Jahr 2050 sogar nur noch 65 Mio. Einwohner in Deutschland.

Lebenserwartung (Jahre) 1999/2001 2000/2002 2001/2003 2050*
Männer 75,11 75,38 75,59 81,14
Frauen 81,07 81,22 81,34 86,61

Neugeborene Anzahl 1999/2001 2000/2002 2001/2003 2050*
Mädchen und Jungen 790.000 770.000 720.000 575.000

Entwicklung des Altenquotienten 1970 1995 2001 2010* 2020* 2030* 2040* 2050*
Frauen und Männer 39,8 36,6 43,9 46,0 54,8 70,9 72,8 77,8
*Prognose
Zahlen: Statistisches Bundesamt (2003)

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