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19.07.11

Aktuell

Neuer Ausbildungsberuf im Finanz- und Rechnungswesen gefragt

Der BVBC bekräftigt seine Forderung nach einem neuen Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau für Rechnungswesen, Finanzen und Controlling". Führende Wirtschaftsverbände unterstützen die Initiative.

Gibt es bald einen neuen Ausbildungsberuf?

Der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC) setzt sich für eine qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung aller Berufsträger im Finanz- und Rechnungswesen ein. Der BVBC fordert ein eigenes auf das Finanz- und Rechnungswesen zugeschnittenes Ausbildungsangebot, um einem Fachkräftemangel vorzubeugen.

Das Rechnungswesen hat zunehmend eine Schlüsselfunktion inne und übernimmt abteilungsübergreifend wichtige Dienstleistungsfunktionen. Dies spiegelt sich noch nicht im Ausbildungsangebot wider. "Wir brauchen einen spezialisierten Ausbildungsberuf im Finanz- und Rechnungswesen, der Kernkompetenzen praxisgerecht vermittelt", betont BVBC-Präsident Hans-Joachim Klein. "Es fehlt eine Art qualifizierter Geselle im Finanz- und Rechnungswesen. Mit dem Ausbildungsgang 'Kaufmann/Kauffrau für Rechnungswesen, Finanzen und Controlling' können wir den wachsenden Bedarf in Wirtschaft und Verwaltung decken.

Nach Ansicht des BVBC zeigt sich der enorme Handlungsbedarf schon heute etwa bei den Sozialkompetenzen und IT-Kenntnissen. Aufgaben des Rechnungswesen und Controlling gewinnen abteilungsübergreifend an Bedeutung, Finanzexperten werden zum zentralen Bindeglied zwischen Geschäftsführung und Belegschaft. Dadurch sind soziale Kompetenzen verstärkt gefragt. Doch wenige Finanzexperten sind in punkto Kommunikationsfähigkeit, Verhandlungsführung oder Konfliktmanagement geschult. Genau diese Qualifikationen werden aber für eine erfolgreiche Berufsausübung unerlässlich. Auch im IT-Bereich tun sich zunehmend Wissenslücken auf. Das Finanz- und Rechnungswesen wird auch technologisch zur Schaltzentrale. Hier fließen Finanzdaten aus unterschiedlichen Quellen zusammen und müssen jederzeit in aktueller Form abrufbar sein. Eine hohe technologische Affinität der Berufsträger und fundierte IT-Kenntnisse werden immer wichtiger. Es wird schwieriger, die notwendigen beruflichen Qualifikationen zu erwerben und auf den neuesten Stand zu halten. Nur mit einem neuen Ausbildungsberuf lassen sich die zentralen Herausforderungen im Finanz- und Rechnungswesen bewältigen.

Große Unterstützung erhält der BVBC von führenden Wirtschaftsverbänden und Personalmanagern. Dr. Regina Ruppert, Geschäftsführerin von Selaestus Personal Management betont: "Die qualitativen und sozialen Anforderungen im Finanz- und Rechnungswesen steigen. Immer mehr Finanzverantwortliche sind Sparringspartner für die Geschäftsleitung und müssen abteilungsübergreifend motivieren und verhandeln. Wir brauchen einen spezialisierten Beruf, der die Bedeutung und Wertschätzung der Buchhaltung im Unternehmen widerspiegelt und zusätzliche Ansprüche mit abdecken kann." Dr. Axel-Michael Unger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Berufsausbilder (BDBA) ergänzt: "Wir halten es für wichtig, das Berufsbild eines Kaufmanns im Rechnungswesen zu etablieren. Es gibt andere Berufsbilder wie Industrieelektriker oder Produktionstechniker, bei denen deutlich weniger Bedarf ersichtlich ist. Es muss ein Berufsbild geben, das zum Bilanzbuchhalter und später zum Controller führen kann."


Quelle: Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC)

Über den BVBC:
Der BVBC ist die zentrale Interessenvertretung der Bilanzbuchhalter und Controller in Deutschland mit derzeit rund 5.500 Mitgliedern (www.bvbc.de). Der Verband diskutiert auf politischer und wirtschaftlicher Ebene neue Perspektiven des Finanz- und Rechnungswesens sowie Controlling und gestaltet diese maßgeblich mit. Der BVBC setzt sich für die Einführung eines Ausbildungsberufs "Kaufmann/Kauffrau für Rechnungswesen, Finanzen und Controlling" ein.

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