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Aktuelles zur Personalarbeit für Gründer und Selbstständige

07.05.10

Kommunikation

Keine Motivation ohne offene Kommunikation

Demotivierte Mitarbeiter, deren Gedanken sich in der Krise nur um die Zukunft ihres Arbeitsplatzes drehen, brechen in der Leistung ein. Da sich ein Unternehmen jedoch gerade in Krisenzeiten keine zusätzliche Probleme leisten kann, müssen Sie rechtzeitig entgegenwirken.

Geheimniskrämerei statt offener Kommunikation ist kontraproduktiv

Es ist schlichtweg verheerend, wenn die Mitarbeiter Ihrer Belegschaft aus der Presse oder anderen Medien erfahren müssen, wie es um das Unternehmen und somit auch um ihre Arbeitsplätze steht.

Denn erstens sind solche Informationen oft sehr einseitig und übertreiben, um des dramatischen Effekts willen, die momentane Situation maßlos.

Zweitens werden die an sich schon schlimmen – und häufig nur halbrichtigen – Nachrichten durch das ständige Weitererzählen am Arbeitsplatz, in der Kantine, der Kneipe oder im Sportverein noch einmal weiter verfälscht und von Station zu Station immer noch negativer und immer weiter schwarz ausgemalt.

Drittens verlieren Sie als Führungskraft jede Definitions- und Deutungsmacht über die Situation, wenn überall schon eine Katastrophen-Version verbreitet ist.

Im Ergebnis haben Sie es ausgerechnet dann, wenn Sie aktive und zupackende Beschäftigte dringend brauchen, um eine Krise schnell zu überwinden, mit antriebslosen, resignierten, demotivierten Leuten zu tun, die sich innerlich schon in die Arbeitslosigkeit oder zu einem Konkurrenzunternehmen verabschiedet haben.

Die einzige Chance, in der Krise des Unternehmens bzw. der gesamten Wirtschaft die Motivation der Mitarbeiter zu erhalten und sogar zu stärken, besteht in rückhaltloser Offenheit und einer schnellen, ehrlichen und eindeutigen Informationspolitik.

Nutzen Sie in der Krise alle Kommunikationskanäle

Steuern Sie hier aktiv gegen und beginnen Sie mit dem häufigsten Kritikpunkt der Mitarbeiter: Bekämpfen Sie die mangelnde Transparenz und den Mangel an wirklich zuverlässigen Informationen. Dazu bieten sich je nach Größe, Art und Lage des Unternehmens z. B. folgende Instrumente an:

Welche konkreten Informationen Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, ist natürlich eine höchst individuelle Entscheidung des Unternehmens. Hier spielt eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, wie etwa:

  • Tatsächliche Situation: Gibt es überhaupt noch Handlungsmöglichkeiten?
  • Kenntnisstand der Belegschaft: Wie gut bzw. richtig sind die Mitarbeiter schon aus den Medien informiert?
  • Krisenerfahrung: Haben Ihre Mitarbeiter bereits Krisen durchlebt und können daher die Situation einigermaßen realistisch und nüchtern einschätzen?
  • Vertrauen: Wie stark vertrauen die Mitarbeiter ihrer Führungsriege? Stellt die Führungsebene die persönlichen Interessen hinter die des Unternehmens?

Praxis-Tipp: Diese 9 Informationen sollten Sie auf jeden Fall geben

  • Wie sieht die wirtschaftliche Situation des Unternehmens aus?
  • Wie sieht die aktuelle Auftragslage aus?
  • Ist ein Ende der Krise bereits absehbar?
  • Wie ist die wirtschaftliche Situation der Wettbewerber? Sind sie besser oder schlechter aufgestellt?
  • Besteht eine Gefahr für Arbeitsplätze und wenn ja, für welche?
  • Sind Maßnahmen erforderlich, wie z. B. Kurzarbeit, Abbau von Überstunden und Freizeitkonten?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, der Krise aktiv zu begegnen?
  • Können Mitarbeiter ihren Teil dazu beitragen? Wenn ja, wie?
  • Welche wichtigen Termine und Entscheidungen kommen demnächst auf das Unternehmen zu?

Nutzen Sie bei Ihrer Informationsstrategie auch Multiplikatoren

Finden Sie heraus, welche Mitarbeiter sich auch in der Krise Ihrem Unternehmen gegenüber sehr loyal verhalten und überdurchschnittlich engagieren. Versuchen Sie diese Mitarbeiter gezielt als Multiplikatoren einzusetzen. Eine wichtige Voraussetzung ist hier zunächst die vollständige Information dieser Mitarbeiter, damit sie selbst gegenüber Kollegen Rede und Antwort stehen können.

Diese Mitarbeiter eignen sich z. B. als Leiter von Projektteams oder Arbeitsgruppen. Auch ist die Mitwirkung in einem Qualitätszirkel, mit dem Ziel Verbesserungspotentiale aufzudecken, eine geeignete Option.

Multiplikatoren können innerhalb einer Gruppe

  • ... Vorbehalte von Mitarbeitern entkräften,
  • ... positive Stimmung innerhalb der Gruppen und Teams erzeugen

Voraussetzung für die optimale Wirkung ist der wohldosierte Einsatz der Multiplikatoren. Sonst besteht die Gefahr, dass diese Mitarbeiter nur als „Sprachrohr oder Spitzel der Geschäftsleitung“ betrachtet werden.

Ernst Schneider
Ernst Schneider ist Jurist und Wirtschaftsberater.


Coaching ist in der Krise ganz besonders wichtig!

Denn gerade dann müssen sich Führungskräfte mit ihren eigenen Schwächen und Ängsten ehrlich auseinandersetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie weiterhin auf eingefahrenen Gleisen fahren, sich falsch verhalten und dadurch in der Krise alles nur noch schlimmer machen.

Doch Coaching ist normalerweise sehr teuer. Damit es für Ihr Unternehmen nicht ausgerechnet jetzt zur finanziellen Belastung wird, empfehlen wir Ihnen den Informationsdienst „Coaching“. Für einen Bruchteil der Kosten, die Coaching sonst erfordert, erhalten Sie wertvolle persönliche und berufliche Unterstützung.

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