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06.10.16Kommentieren

Erkältungsprävention

Tipps zur Förderung der Personalgesundheit und Minimierung von Krankmeldungen

Die alljährlichen Grippewellen sind unter Arbeitgebern gefürchtet. Schließlich flattern dann zahlreiche Krankmeldungen in die Personalabteilung, die mit markanten finanziellen Einbußen verbunden sind. Im Kampf gegen Ansteckungen sind Unternehmer aber keineswegs machtlos. Betriebe können einiges tun, um die Gesundheit der Belegschaft zu schützen und die Erkältungszeit mit möglichst wenig Ausfällen zu überstehen.

Quelle: Fotolia.com © narozhnii

Präsentismus vorbeugen

Ein gefährlicher Trend, der sich in der Arbeitswelt vermehrt abzeichnet, ist unter dem Begriff Präsentismus bekannt. Damit ist die Tatsache gemeint, dass eine zunehmende Anzahl Arbeitnehmer aus Angst um den Arbeitsplatz trotz ansteckender Erkrankung arbeiten gehen. Arbeitgeber sind aufgerufen diesen Trend keinesfalls zu unterstützen. Sie sollten ihr Personal dazu auffordern bei ansteckender Krankheit zuhause zu bleiben, um die Kollegen zu schützen. Verständnis ist angesichts der hohen Ansteckungsgefahr wesentlich sinnvoller, als die Angst um den Arbeitsplatz zu schüren. Bereits beim Sprechen mit Kollegen können Kranke Erreger durch die Tröpfchenübertragung an andere weitergeben. „Berufstätige sollten nicht nur an die zu erledigende Arbeit denken, sondern auch an die eigene Gesundheit und die der Kollegen. Sie müssen prinzipiell abwägen: Werden die Kollegen mehr durch die Ab- oder die Anwesenheit belastet?“, erklärt Gesundheitsexpertin Dr. med. univ. Jenal von erkaeltet.info, einem Gesundheitsportal mit zahlreichen Tipps zur Erkältungsprävention. Arbeitgeber sollten bedenken, dass es für sie am teuersten wird, wenn ein kranker Mitarbeiter zur Arbeit erscheint und somit mehrere seiner Kollegen ansteckt. Bleibt ein Mitarbeiter aufgrund der Ansteckungsgefahr im Bett, lassen sich die betrieblichen Auswirkungen rechtzeitig und gezielt eindämmen.

Bakterien und Viren

Alle Gegenstände, die in Betrieben häufig und von vielen Menschen berührt werden, sind ein Paradies für Krankheitserreger. Sie tummeln sind auf Tastaturen, Türklinken, Fenstergriffen und Lichtschaltern und warten dort nur darauf auf einen geeigneten Wirt übergehen zu können. Auch Telefone, Smartphones und Firmenfahrzeuge sind potenzielle Gefahrenzonen. Eine wirkungsvolle Maßnahme zur Vorbeugung von Erkältungen ist die regelmäßige Reinigung dieser Stellen. Reinigungskräfte in Betrieben sollten angewiesen werden, diese Bereiche besonders sorgfältig zu desinfizieren. Zudem sollte jeder Mitarbeiter dazu aufgefordert werden seinen persönlichen Arbeitsplatz sauber zu halten. Auch Gemeinschaftsküchen können dazu beitragen, dass Krankheitserreger ungewollt verteilt werden. Gemeinsam genutzte Kühlschränke, Kaffeemaschinen oder Mikrowellen sind gleichermaßen risikoreiche Verteiler von Erregern, wie Türklinken. Regelmäßiges Desinfizieren ist auch hier entscheidend.

Zudem sollte das Präventionsverhalten jedes Einzelnenn innerhalb eines Betriebs geschult werden. Beispielsweise muss regelmäßiges Händewaschen mit Seife selbstverständlich sein. Das senkt das Übertragungsrisiko für Bakterien und Viren drastisch. Wie Arbeitgeber und Arbeitnehmer kranke Besucher richtig empfangen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, wir in diesem Ratgeber erklärt.

Richtig heizen und lüften

In vielen Büros ist es in den Herbst- und Wintermonaten vielerorts zu warm. Dabei ist ein derart falsches Heizverhalten für viele Erkältungen verantwortlich. In zu warmen Räumlichkeiten wird trockene Raumluft begünstigt, was wiederum dazu führt, dass sich Keime schneller verteilen. Die Ansteckungsgefahr steigt. Hinzu kommt, dass Schleimhäute bei trockener Luft schneller austrocknen und der Abtransport von Erregern negativ beeinflusst wird. Aufklärung ist auch hier der beste Schutz. Schulungen zur Erkältungsprävention können ein effektives Mittel sein, um die Zahl der Krankmeldungen zu senken. Zudem sollten Arbeitsträume mindestens dreimal täglich gelüftet werden. Stoßlüften ist ideal, um einen ausreichenden Austausch der Luft zu gewährleisten.

Bewegung und Ernährung

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehören ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung. Auch diesbezüglich können Arbeitgeber einiges für ihre Mitarbeiter tun. Beispielsweise könnte der Speiseplan in der Kantine entsprechend auf immunsystemstärkende Nahrungsmittel umgestellt oder kostenlose Schulungen zur ausgewogenen Ernährung angeboten werden. Auch das Bereitstellen von Obst am Arbeitsplatz kann zur gesunden Ernährung beitragen. Zu mehr Bewegung lassen Mitarbeiter mit entsprechenden Pausenangeboten animieren. Betrieblich geförderte Sportangebote wären eine Möglichkeit. Ein Spaziergang in der Mittagspause wirkt sich sogar nicht nur auf das Immunsystem positiv aus, sondern fördert gleichzeitig die Hirnfunktion und damit die Arbeitsleistung. Wie der Ratgeber im Karriereportal karrierebibel.de unter anderem anhand der folgenden Grafik der Universität von Illinois verdeutlicht, regt ein Spaziergang die Hirnfunktionen nachweislich an:

Für Arbeitgeber wäre es daher sowohl in Bezug auf die Vorbeugung von Krankmeldungen als auch hinsichtlich der Arbeitsleistung der Belegschaft vorteilhaft die Pausenzeiten entsprechend auszudehnen, um die Bewegung an der frischen Luft zu ermöglichen. Was Unternehmen außerdem tun können, um mehr Bewegung in den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter einzubauen, lässt sich hier nachlesen.

Auch die AOK hat sich mit dem Thema Erkältung und Grippe auseinandergesetzt und im folgenden Video praktische Tipps für Betroffene zusammengefasst:

Quellennachweise: Illustration (erkaeltet.info), Grafik (Universität Illinois)

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