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22.07.14Kommentieren

Absicherung

AVWL statt VL: Vorteile für Arbeitgeber und -nehmer

Die Anlage Vermögenswirksamer Leistungen erfolgt aktuell vielfach über Bausparverträge oder Fondssparpläne. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, diese Gelder in einen Altersvorsorgevertrag zu investieren und so eine zusätzliche Altersversorgung aufzubauen, mit der die Rentenlücke geschlossen werden kann. Die Altersvorsorgewirksamen Leistungen, kurz AVWL, bieten dabei sowohl Arbeitgebern wie auch Arbeitnehmern Vorteile.

Kaum jemand erhält VL-Förderung


Die Vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL, sind geförderte Sparformen, die über das Fünfte Vermögensbildungsgesetz angelegt werden können. Vielfach beteiligen sich die Arbeitgeber nach Vereinbarungen im Tarif- oder Arbeitsvertrag am Vermögensaufbau ihrer Arbeitnehmer und steuern einen Teil der Leistungen bei. Die Investition erfolgt dabei je nach Wunsch der Anleger in Bausparverträge, Fondsparpläne oder auch Banksparpläne. Entsprechend den Anlagen kann dann bei Einhaltung der geltenden Einkommensgrenzen die Arbeitnehmersparzulage beantragt werden, und zwar in Höhe von 20 Prozent bei Fondssparplänen (auf maximal 400 Euro pro Jahr) bzw. neun Prozent bei Bausparverträgen (auf maximal 470 Euro pro Jahr). Da die Einkommensgrenzen jedoch sehr gering sind, haben nicht alle Arbeitnehmer Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage: Die Zulage erhalten nur Personen deren zu versteuerndes Einkommen unter 17.900 € bzw. 35.800 € bei Verheirateten liegt.
   

Altersvermögenswirksamen Leistungen als Alternative


Anders als die VL sind AVWL zweckgebundene Leistungen, die ausschließlich für die Altersvorsorge genutzt werden können. Bereits seit 2006 ist die Nutzung der Vermögenswirksamen Leistungen für die Altersvorsorge in der Chemie- und Elektroindustrie tariflich geregelt. Auch alle anderen Arbeitnehmer haben seither das Recht, ihre VL des Arbeitgebers entsprechend zu investieren und für die Altersvorsorge zu nutzen. Ebenso wie bei VL-Angeboten Arbeitnehmer auch hier die Wahl zwischen verschiedenen Anlageformen, zu denen zum einen die klassische Riester-Rente gehört. Diese kann vom Arbeitnehmer individuell abgeschlossen werden, die Beiträge hierzu werden dann vom Arbeitgeber in Höhe der vereinbarten Leistungen direkt an die jeweilige Versicherung überwiesen. Sollten die Leistungen des Arbeitgebers nicht ausreichen, um die gesamte staatliche Förderung zu erzielen, können Arbeitnehmer den Beitrag nach Wunsch erhöhen. Alternativ zum Riester-Vertrag bieten viele Arbeitgeber auch die Möglichkeit, die Gelder in Form einer Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge und damit zum großen Teil steuerfrei zu investieren.

Vorteile für Arbeitnehmer


AVWL bieten sowohl für Arbeitgeber wie auch für Arbeitnehmer Vorteile. Entscheiden sich Arbeitnehmer für einen individuellen Riester-Vertrag, können sie die Riester-Förderung in Anspruch nehmen und damit eine oft deutlich höhere staatliche Förderung nutzen als etwa bei klassischen VL-Verträgen. Zudem gelten hier keine Einkommensgrenzen, sodass wirklich jeder Arbeitnehmer davon profitieren kann. Auch die betriebliche Altersvorsorge, wird sie vom Arbeitgeber angeboten, sorgt für zahlreiche Vorteile. In diesem Fall wird das Geld nämlich nicht an den Arbeitnehmer ausgezahlt, sondern direkt vom Bruttolohn abgezogen und in die Altersvorsorge investiert. Bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung können so steuer- und sozialabgabenfrei investiert werden. Hierdurch erhöht sich im Vergleich zu konventionellen Sparverträgen der Einzahlbetrag fast auf das Doppelte, was sich natürlich auch in den späteren Auszahlbeträgen bei Renteneintritt bemerkbar macht. In den westdeutschen Bundesländern gilt auf Basis der aktuellen Einkommensgrenzen für 2014 der Maximalbeitrag von 2.856 Euro, in den ostdeutschen Bundesländern können aufgrund der geringeren Beitragsbemessungsgrenze bis zu 2.400 Euro steuerfrei angelegt werden.

Vorteile für Arbeitgeber


Die Steuer- und Sozialabgabenfreiheit gilt dabei natürlich nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber, die hierdurch zusätzliche Einsparungen erzielen. Auch sie sparen einen Großteil der Steuern und Abgaben und haben so die Möglichkeit, ihre Lohnnebenkosten deutlich zu senken. Hinzu kommt, dass die Leistungen des Arbeitgebers zum Teil als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können, was steuerliche Vorteile bietet.

Ein weiterer Vorteil, der von vielen Arbeitgebern bislang unerkannt geblieben ist, ist die Mitarbeiterbindung bei derartigen Angeboten. In Zeiten des Fachkräftemangels bietet die AVWL durchaus die Chance, Fachkräfte längerfristig an das eigene Unternehmen zu binden und als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Wird die betriebliche Altersvorsorge dann noch zum Teil oder ausschließlich mit Beiträgen des Arbeitgebers finanziert, wird dies von den Mitarbeitern sehr positiv bewertet.

Die Einführung der betrieblichen Altersvorsorge 


Arbeitgeber, die ihren Arbeitnehmern die Vorteile der AVWL bieten und gleichzeitig die Mitarbeiterbindung erhöhen wollen, können eine betriebliche Altersvorsorge einführen. Seit 2002 haben Arbeitnehmer sogar ein Recht darauf, Teile ihres Gehaltes entsprechend umzuwandeln. Viele große Konzerne haben die Vorteile bereits erkannt und die betriebliche Altersvorsorge fest verankert. Auch Mittelständler mit einer geringeren Mitarbeiterzahl müssen nicht mehr auf die Vorteile der AVWL verzichten und können jetzt aktiv werden. Zu den Durchführungswegen der betrieblichen Altersvorsorge zählen Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Unterstützungskasse und Direktzusage. Vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen sowie für die Entgeltumwandlung eignet sich hierbei die Direktversicherung, denn sie entspricht weitgehend einer privaten Lebensversicherung. Der Abschluss der Versicherung erfolgt hierbei durch den Arbeitgeber auf das Leben des Arbeitnehmers. Bezugsberechtigt sind sowohl der Arbeitnehmer wie auch dessen Angehörige. Die Beiträge können je nach Vereinbarung allein durch den Arbeitnehmer, den Arbeitgeber oder auch jeweils zu Teilen eingezahlt werden. Anbieter sind die verschiedensten Versicherungen, auf die Arbeitgeber direkt zugehen können.

Riester-Fondssparpläne bieten höchste Renditechancen für AVWL-Anlagen


Arbeitnehmer, die sich für ein AVWL-Anlage in Form der Riester-Rente entscheiden, haben die Qual der Wahl: Während sich Riester-Banksparpläne zwar insbesondere für Personen, die kurz vor dem Ruhestand sind, aufgrund der guten Kalkulierbarkeit des Ertrags besonders empfehlen, fällt ihre Rendite aufgrund der aktuellen Niedrigzinsen mäßig aus. Ähnlich sieht es bei Riester-Rentenversicherungen aus. Wer plant ein Eigenheim zu erwerben oder die Renovierung eines bereits erworbenen Eigenheims plant, kann sich mit einem günstigen Riester-Wohndarlehen die niedrigen Zinsen zu Nutze machen. Vor allem junge Arbeitnehmer, die noch viele Jahre bis zum Ruhestand haben, sollten einen Riester-Fondsparplan wählen, so der Internetanbieter Fondsvermittlung24.de, denn auf lange Sicht bieten Investmentfonds, die in Aktien investieren, die höchsten Renditeaussichten.

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