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Aktuelles zur Personalarbeit für Gründer und Selbsständige

11.12.15Kommentieren

Stimmt das Arbeitsklima, klappt’s auch mit den Mitarbeitern

7 Tipps für einen konstruktiven Umgang mit den Angestellten

Den Fachkräftemangel bekommen junge Existenzgründer spätestens dann zu spüren, wenn sich ihr Business positiv entwickelt und sie vor die Herausforderung gestellt werden, innerhalb kürzester Zeit das Gründerteam um qualifiziertes Personal zu erweitern. 

Wurde diese Hürde genommen und hat man die Menschen mit den nötigen Qualifikationen und der richtigen Motivation gefunden, den Geschäftserfolg in ungeahnte Höhen zu treiben, ist es auch wichtig, die Motivation und Leistungsbereitschaft auf diesem Level zu halten, wenn nicht sogar noch zu fördern. Ein angemessener Gehaltsscheck trägt allerdings nur sehr bedingt dazu bei, dass sich die Mitarbeiter in einem Unternehmen wohlfühlen und bereit sind, der Mission der Chefetage zu folgen.

Unser Arbeitsalltag in Zahlen

  • Wir arbeiten durchschnittlich 8,5 Stunden am Tag. Jeder Zehnte arbeitet zehn Stunden und mehr.
  • Wir bearbeiten durchschnittlich 27 Emails am Tag. Zwölf Prozent erhalten mehr als 50 E-Mails am Tag.
  • Wir führen durchschnittlich 11 Telefonate am Tag. Jeder Zehnte führt bis zu 50 Telefonate am Tag.
  • Wir kommunizieren 1,3 Stunden am Tag in einer anderen Sprache. 20 Prozent sprechen min. 2 Stunden täglich in einer anderen Sprache.
  • Wir verbringen 1,6 Stunden am Tag in Meetings. 30 Prozent verbringen täglich mehr als zwei Stunden in Meetings.
  • Wir sind 17 Tage im Jahr beruflich auf Reisen. 10 Prozent sind mehr als 60 Tage im Jahr auf Reisen.
  • Wir legen durchschnittlich 46 Kilometer täglich aus beruflichen Gründen zurückgelegt. 27 Prozent sogar mehr als 70 Kilometer.

Das Verhalten des Chefs ist ein entscheidender Faktor für die Arbeitsatmosphäre und wichtig dafür, ob die Angestellten den Eindruck haben, mit ihren Bedürfnissen ernstgenommen und gewertschätzt zu werden. Für Arbeitnehmer ist das Betriebsklima der entscheidende Schlüssel zur Zufriedenheit im Beruf. Geld allein macht nicht glücklich – sagt man. Das wiegt im Arbeitsalltag besonders schwer, da wir uns mindestens ein Drittel des Tages im Berufsleben verwirklichen. Das Arbeitsklima beziehungsweise Betriebsklima ist 85 Prozent aller Arbeitnehmer besonders wichtig, wie eine Umfrage unter Fach- und Führungskräften ergab (Quelle: Online-Jobbörse „Stepstone“).

Führungskräfte sollten im Umgang mit ihren Mitarbeitern folgende Dinge beachten:

  1. Kontrollwahn frustriert: Gründer, die der Überzeugung sind, dass ihre Angestellten nicht genügend Leistung erbringen und dementsprechend all ihre Aktivitäten überwachen, legen den Grundstein für Frustration. Mitarbeiter erhalten so den Eindruck, dass ihnen kein Vertrauen entgegengebracht wird, was im Umkehrschluss dazu führt, dass auch sie ihrem Chef kein Vertrauen entgegenbringen. Die Folge: Entscheidungen werden nicht nur hinterfragt, sondern förmlich „zerredet“ und mit Argwohn betrachtet. Wer in einer solchen Situation unangenehme Entschlüsse fällen muss, darf sich nicht wundern, dass das Team nicht hinter ihm steht und nicht bereit ist, diese mit zu tragen.
  2. Lob ist günstiger als eine Gehaltserhöhung: Viele Chefs gehen davon aus, dass der monatliche Lohn als Anerkennung für die geleisteten Arbeiten vollkommen ausreicht – ein fataler Irrglaube! Für Mitarbeiter ist es wichtig, Bestätigung für positive Ergebnisse zu bekommen, genauso wie sie davon profitieren, wenn man ihnen konstruktive Verbesserungsvorschläge gibt. Nur so kann man einschätzen, wo man mit seinen Leistungen steht und wo sich möglicherweise noch Lücken befinden. Zudem eröffnen sich so perspektivische Entwicklungs- und Karrierechancen, die jedem Mitarbeiter Ansporn für Initiative und Engagement im Job sind – sofern sie seitens der Geschäftsführung auch in Aussicht gestellt werden.
  3. Klarheit: Eine schwammige interne Kommunikation führt dazu, dass Anweisungen mitunter nicht richtig verstanden werden, sodass das gewünschte Ergebnis nur über Umwege erreicht wird. Dies bedeutet nicht nur einen erhöhten zeitlichen Aufwand, sondern geht auch mit Unzufriedenheit auf Seiten der Mitarbeiter wie auch des Chefs einher. Umgehen lässt sich dies, indem man klar die Ziele und damit verbundenen Erwartungen definiert. Allerdings sollte es nicht soweit gehen, dass der Weg dorthin in allen Einzelheiten dargelegt wird, da so das eigenständige Denken und Handeln des Angestellten in Frage gestellt wird, was alles andere als förderlich für das Selbstbewusstsein des Betroffenen ist.
  4. Vorbild sein: Den Ansprüchen, die ein Chef an seine Mitarbeiter stellt, sollte er auch selbst gerecht werden. Wünscht sich beispielsweise der Gründer, dass seine Mitarbeiter stets pünktlich zu Meetings erscheinen und ihm ihre volle Aufmerksamkeit schenken, darf er sich nicht bei jedem Termin um eine Viertelstunde verspäten und währenddessen die Mails auf dem Smartphone checken. Damit signalisiert er den Mitarbeitern, dass sie weniger wert sind als er und vergisst, dass das gesamte Team einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens hat.
  5. Keinen künstlichen Stress erzeugen: Wer glaubt, seine Mitarbeiter mit verkürzten Deadlines zu Höchstleistungen anzuspornen, braucht sich über Unzufriedenheit nicht zu wundern. Gerade in Start-ups, die es erst seit Kurzem gibt und in denen ohnehin ein so großes Arbeitsaufkommen herrscht, bei dem die Mitarbeiter kaum hinterherkommen, ist ein solches Verhalten Gift für ihre Loyalität. Wenn sie ohnehin schon nicht wissen, wie sie ihre Arbeit schaffen sollen und dann der Chef auch noch mit Aufgaben drängelt, die eigentlich erst in drei Wochen fällig sind, erhält er die Quittung in Form eines Respektverlustes der Kollegen – sie fühlen sich nicht ernst genommen.
  6. Mitarbeiter haben ein Privatleben: Und dieses Privatleben ist wichtig, um sich von der Arbeit zu erholen, Zeit mit der Familie zu verbringen und voller Tatendrang wieder in den nächsten Arbeitstag zu starten. Überstunden sind kein Zeichen für eine große Leistungsbereitschaft, sondern eher ein Indiz dafür, dass der Mitarbeiter das Arbeitsaufkommen in der gebotenen Qualität nicht im Zeitrahmen erledigen kann. Oder er arbeitet unstrukturiert. Besser ist es, den Mitarbeitern klarzumachen, dass Leistungen über die Erreichung von langfristigen Zielen bemessen werden.
  7. Fair Play: Unfaires Verhalten, das Mitarbeiter persönlich verletzt, weil sie vielleicht nicht wie andere durch Lautstärke auf sich aufmerksam machen, demotiviert die betreffenden Personen. Das beginnt bei der Vergabe von spannenden Projekten, bei denen man unter Umständen übersehen wird, und endet bei ungerechten Gehältern. Hierbei geht es weniger um die eigentliche Höhe des Lohns als vielmehr darum, die richtigen Relationen zu wahren. Erhält zum Beispiel jemand den gleichen Lohn, wie jemand der wesentlich weniger leistet, dafür aber darüber stöhnt, dass er völlig überlastet ist, führt das langfristig zu einem unkollegialen und unzufriedenen Betriebsklima, was den eigentlichen Interessen des Chefs, nämlich den Geschäftserfolg zu forcieren, behindert.

 

Selbstverständlich lässt es sich nicht vermeiden, dass man – insbesondere als junger Unternehmenschef – Fehler macht. Hat man eine vertrauensvolle Unternehmenskultur geschaffen, werden diese Fehler von den Mitarbeitern sogar wohlwollend aufgenommen, denn so sehen sie, dass der Chef auch nur ein Mensch ist. Allerdings ist hierfür ein positives Miteinander entscheidend, was sich nicht von heute auf morgen einstellt. Chefs, die von Anfang an ihre Fehlerquote reduzieren und so dafür sorgen wollen, dass nicht nur ihr Produkt oder ihre Dienstleistung höchsten Ansprüchen genügt, sondern auch ihr Führungsstil, können verschiedene Fördermöglichkeiten in Form von Coachings in Anspruch nehmen.

Unternehmer können aus unterschiedlichen Coachings wählen:

  • Ziele-Coaching
  • Entwicklungs-Coaching
  • Werte-Coaching

Wie man einen guten Coach findet, lässt sich hier nachlesen.

Autor: Orlando Mittmann

Online Marketing Experte für Immobilien-, Versicherungs- und Finanzthemen
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Orlando Mittmann

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