Tipps für ein erfolgreiches Content Marketing

(Bild: Pixabay)
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Ein Beitrag von Andreas Leonhard

Mit Onlinejournalismus lässt sich kein Geld verdienen – das hört man immer wieder. Doch große Portale wie Buzzfeed, Huffington Post, Business Insider und Upworthy widersprechen diesem Credo. Denn: Diese Firmen setzen konsequent auf selbst produzierte Inhalte und/oder User Generated Content und haben Techniken entwickelt, mit denen sie diese Inhalte viral millionenfach im Netz verbreiten. Auch Produzenten von Corporate Content bzw. Content Marketing können diese Techniken anwenden und von Huffington Post & Co. lernen. 

Native Advertising ist das neue Zauberwort

Native Werbung ist die neue Königsdisziplin, die viral funktionierende Stories nutzt, um unterschwellig und unauffällig für Marken oder Unternehmen zu werben. So sehr sich der inhaltliche Anspruch der oben genannten Portale teilweise stark unterscheidet, so sehr ähneln sich die angewandten Methoden mit denen Content entwickelt und verbreitet wird.

Hier sind die acht ultimativen Content-Strategien von Huffington Post & Co., um Content zu gestalten, den Menschen lieben und im Netz teilen:

1. Meinungen und Kreativität gehen vor Produktivität

Arianna Huffington, Gründerin der Huffington Post, sagt: “Wir stellen niemanden ein, weil er besonders viel arbeitet. Wir stellen Leute wegen ihrer Meinung ein.“ Das Gespür für die Story, die Menschen bewegt und interessiert, der Riecher für die richtige Headline, die Leser neugierig macht und der Mut, Content auch mal auf eine andere Weise zu erzählen, als der Mainstream – diese Eigenschaften brauchen Redakteure, um im Web erfolgreich zu sein.

Über die Redakteure von Buzzfeed sagt man, dass sie sich nicht lange mit Schriftarten, Brand Guidelines oder Farbpaletten auseinandersetzen. Sie posten einfach das, von dem sie glauben, dass es funktioniert.

2. Social-Media-Optimierung ist Pflicht

Alle hier genannten Portale wären nicht mal halb so erfolgreich ohne Facebook, Twitter, Pinterest und andere Social Networks. Sie alle entwickeln permanent neue Methoden und Techniken, wie sich ihre Inhalte noch leichter teilen lassen und wie sie die Leser noch stärker dazu motivieren, die Inhalte zu teilen.

So stiegen z.B. die Shares bei Upworthy um knapp 400% nachdem dort Share Buttons eingeführt wurden, die mit dem Inhalt „mitscrollen“. Die Huffington Post hat Tools entwickelt, wie sie über Facebook Connect das Verhalten ihrer Leser auswerten kann und ihnen personalisiert die Stories anbietet, die ihnen wahrscheinlich besonders gefallen oder die Stories, die deine Freunde geteilt haben. Mit einem anderen, speziell für Twitter entwickelten, Tool können Leser über einen Artikel auf der HuffPost Seite diskutieren und twittern ihre Meinungen gleichzeitig im eigenen Twitter Stream.

Kurz: Durch einen hohen Grad ein Personalisierung und Aktivierungsmethoden lassen sich Social Shares von Inhalten massiv steigern.

3. Headlines, Headlines, Headline

Da können sich traditionelle Medien und sogenannte seriöse Redakteure noch so lange drüber lustig machen, im Netz gelten nun mal andere Regeln und die Headlines von Upworthy, Buzzfeed und Huffington Post funktionieren. Sie sind maßgeschneidert für die kurze und unkonzentrierte Aufmerksamkeit, der sie bei den Lesern in Social Networks begegnen. Hier gilt das Prinzip: Awareness und Spannungsaufbau sind alles! Was nicht in den ersten zwei Sekunden überzeugt, wird einfach weiter gescrollt.

Upworthy testet für jeden Blogpost 25 verschiedene Headlines - und das mit Erfolg. Über 80 Millionen Besucher pro Monat können nicht lügen. Eli Pariser, Mitgründer von Upworthy, dazu: „Uns geht es nur darum, die Botschaft in die Welt zu tragen. Die Geschichten vom ärmsten Drittel der Weltbevölkerung sind total unterrepräsentiert in den Medien, und uns ist jedes Mittel recht, das zu ändern. Emotionale, manipulative Überschriften sind unsere stärkste Waffe, mit der wir Aufmerksamkeit auf uns ziehen.“

4. Entwickeln Sie ein durchgängiges SEO-Konzept für alle Artikel

Die Huffington Post hat eine 8-teilige Strategie für seine Suchmaschinenoptimierung (SEO) entwickelt, die sie in allen ihren Blogposts einsetzt:

1. Mehrwert bieten
2. Keywords nutzen – da wo es sinnvoll ist
3. Einprägsame und beschreibende Headlines, um Aufmerksamkeit zu erzielen
4. Social Media Share Optionen für die Leser
5. Taggen
6. Links, Links und noch mal Links
7. Ein starkes Bild muss dabei sein
8. Umfragen

5. Guter Content braucht Zeit und Muse

Arianna Huffington, selbst bekennende Schlaf-Evangelisten hat bei der Huffington Post zwei Schlafräume installiert, die permanent ausgebucht sind. Wer den ganzen Tag mit der Produktion von starken Artikeln beschäftigt ist, braucht Time-Outs, muss sich mal rausnehmen, den Blick vom Bildschirm abwenden und zwischendurch den Kopf frei kriegen. Nur so entstehen neue Ideen, nur so fließt Kreativität und nur so entstehen Freiräume für revolutionäre Gedanken als Fundament für eine tolle Story.

6. Mehr ist mehr

Es ist bekannt und viel gesagt, dass ein kontinuierlicher und regelmäßiger Redaktionsplan das Engagement der Leser mit der Zeit immer stärker fördert. Unregelmäßiges Posten führt selten zum Erfolg. Bei Buzzfeed wird diese Regel allerdings auf ein völlig neues Level geführt: In Hochphasen werden Inhalte dort sogar mehrmals innerhalb einer Stunde ausgeliefert.

Wenn man sich in diesem Rhythmus bewegt, ist es nicht schlimm, wenn die Hälfte der Artikel nicht gut ankommt, denn das heißt, dass immer noch zwei Posts pro Stunde erfolgreich sind. Natürlich kann man sich eine solche Masse an möglichst qualitativ hochwertigen Posts nur leisten, wenn man über entsprechende Ressourcen verfügt. Wer jedoch ernsthaft Content Marketing betreiben will, sollte sich unbedingt damit auseinandersetzen, wie er für ein ordentliches tägliches Volumen sorgen kann.

7. Lassen Sie viele sprechen

Blogs, bei denen ein Autor/Blogger alleine bloggt und damit langfristig erfolgreich ist, werden immer seltener. Die Profis arbeiten mit externen Redakteuren, befreundeten Bloggern oder eigenen Redaktionsteams. Für die Huffington Post arbeiten 9.000 Blogger, bei Buzzfeed sind es 200 Redakteure und Upworthy bezieht seine Inhalte von Millionen von Usern im Netz und lässt sie von einer Vielzahl an hauseigenen Kuratoren bewerten.

Der Vorteil: Mehr Schreiber = Mehr Meinungen = Mehr Chancen verschiedene Zielgruppen und Geschmäcker zu treffen.

8. Frauen an die Macht!

Noch einmal ein Zitat von Arianna Huffingtion: “Unternehmenskulturen wurden seit jeher von Männern entwickelt, Frauen müssen diese nun überarbeiten.“ Sie sagt weiter, dass Männer in der Unternehmenswelt oft „Die Kunst die Krieges“ anführen, welche aus ihrer Sichtweise hauptsächlich auf Betrug und Täuschung basiert.

Frauen haben das Potential andere Wege der Erfolgsmessung zu begründen. Echte Emotionen, Mitgefühl und Authentiztität spielen dabei eine große Rolle. Das spürt man bei der Huffington Post und das spürt man auch bei gutem Corporate Content.

Fazit

Der Kampf um den besten Content, der sich am stärksten verbreitet bleibt spannend und wird uns noch lange beschäftigen. Sicherlich führen viele Wege nach Rom, doch wie es scheint kann man mit einem professionellen Mix aus emotionaler Ansprache, Zielgruppen-adäquater Qualität und einer systematischen Herangehensweise bei der Promotion der Inhalte schon mal weit kommen.

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