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13.09.16Kommentieren

WhatsApp

Ein mächtiges Tool, wenn auch mit Risiken

Jeder kennt ihn und fast jeder nutzt ihn: Den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp. Die Nutzerzahlen sind gigantisch: Facebook gibt an, dass eine Milliarde Menschen WhatsApp weltweit nutzen (Stand Februar 2016). In Deutschland verwenden zwei von drei Internetnutzern einen Messenger-Dienst, wobei WhatsApp hierzulande das beliebteste Angebot darstellt (Quelle: Bitkom Juli 2016).

Quelle: Fotolia.com © dolphfyn

Gerade in Zeiten, in denen die Welt immer mobiler wird und bereits mehr als 44 Millionen Deutsche über 14 Jahren (Quelle: Bitkom Februar 2015) ein Smartphone besitzen wird Instant- Messaging auch für Marketing-Profis immer relevanter, ermöglicht es doch ein direktes Erreichen wirklich großer Zielgruppen.

Der Vorteil: Nah dran

WhatsApp, zumeist am persönlichen Smartphone genutzt, ist ein Tool, welches den Nutzer persönlicher und privater erreichen kann als viele andere Kanäle wie zum Beispiel Facebook oder Twitter. Wird der Nutzer dort angesprochen, so sollte es sehr sicher sein, dass er sich eine entsprechende Nachricht auch ansieht, denn auf WhatsApp gehen in der Regel nur Nachrichten von „Vertrauten“ ein. 

WhatsApp für Publisher – Die Theorie

WhatsApp-Marketing kommt ganz hervorragend in Betracht für Publisher wie Nachrichten-Medien, Fachblogs oder auch Firmen, die Aktuelles, Spannendes oder Lustiges zu berichten haben. Für diese Medien ließe sich WhatsApp ausgezeichnet als News-Kanal nutzen, um gezielt ausgewählte Inhalte mit Aktualität, Emotionalität, von persönlichem Interesse oder zum Teilen zu verbreiten. Gerade über diesen Kanal kann es zudem möglich sein, eine ganz andere Zielgruppe als die alteingesessene anzusprechen.

Wer End-User-Generated Content in seinen Medien verwenden möchte, könnte seiner potentiellen Zielgruppe ebenfalls über WhatsApp einen Kanal zur Verfügung stellen, um Inhalte zur Veröffentlichung wie Fotos, Videos oder Meinungen mit einem Klick einzuschicken.

Das Risiko und die Hürden

WhatsApp verbietet in seinen AGBs die kommerzielle Nutzung, den Versand von Spam sowie ein Sammeln von persönlichen Daten. Damit gestaltet sich die Verwendung von WhatsApp als News-Kanal als grauzonig und risikobehaftet. Wer hier aktiv wird, sollte sich bewusst sein, dass ein Restrisiko besteht. Ist der kostenlose Versand von Informationen einer Firma bereits kommerziell? Sollte WhatsApp diese Frage zu einem bestimmten Zeitpunkt mit „Ja“ beantworten, wäre es theoretisch denkbar, dass Konten ab diesem Zeitpunkt durch WhatsApp gesperrt werden würden.

Da ein Massenversand von Nachrichten von WhatsApp nicht vorgesehen und nicht gewünscht ist, gestaltet sich der Versand von Nachrichten an mehrere Empfänger technisch schwierig. WhatsApp bietet keine API, mit welcher gearbeitet werden könnte.

Über eine sogenannte Broadcast-Liste können allerdings Nachrichten an bis zu 256 Empfänger versendet werden. Diese können sich nicht untereinander sehen, sollten aber die Nummer des Versenders in ihren Kontakten hinterlegt haben. Je mehr Empfänger bestehen und je mehr Broadcast-Listen benötigt werden, um so komplizierter wird der Versand der Neuigkeiten per Hand.

Es gibt zwar bereits Anbieter, welche sich auf den Versand von Nachrichten per WhatsApp spezialisiert haben, doch es verbleibt ein Risiko, dass ein Konto gesperrt werden könnte, Telefonnummern nicht mehr zugänglich sein könnten oder dass durch eine technische Änderung der Versand ins Stocken gerät.

Für den Nutzer erscheint der Publisher in einem solchen Fall als unzuverlässiger Partner, selbst wenn er den Ausfall nicht persönlich verursacht hat.

Rechtlich alles einwandfrei aufsetzen

Auch wenn ein Risiko besteht, bietet WhatsApp für Nachrichten-Medien und Marketing-Profession als zahlreiche Chancen. Wer diese zum Leben erwecken möchte, sollte vor dem Start nicht vergessen, sein Angebot rechtlich einwandfrei nach aktuellstem Stand aufzusetzen. Ähnlich wie auch bei einem Newsletter sollte es dem Nutzer zum Beispiel möglich sein, den Dienst jederzeit wieder abbestellen zu können. Der Versand zum Beispiel ist nur über eine eindeutige, nachweisbare Einwilligung des Empfängers möglich. Prüfen Sie genau, dass alles rechtlich einwandfrei und zulässig ist.

Mobil ist das Zauberwort

In jedem Fall dürfte die Leserate bei WhatsApp in der Regel hoch sein. Logischerweise wird WhatsApp fast immer (wenn nicht über WhatsApp Web) von Smartphone aus verwendet. Geteilt werden sollten daher auch nur Inhalte und Seiten, die mobil optimiert sind, um ein hohes Lesevergnügen sicherzustellen.

Kommunizieren als Chance

Wer WhatsApp als Kommunikations-Kanal nutzt ist sehr nah am Nutzer. Eine direkte Kommunikation und ein ehrliches Feedback sind dort oftmals gegeben. Möglich ist hier ein Austausch auf Augenhöhe, welcher auch zum Beispiel bei Gelegenheit einmal für eine Umfrage genutzt werden kann.

Zu guter Letzt – Der WhatsApp-Share-Button

WhatsApp ist ein sehr persönliches Tool auf dem immer persönlicheren Smartphone. Daher eignet sich WhatsApp auch sehr gut für das Empfehlungs-Marketing. Mit dem WhatsApp-Sharing-Button können für den Nutzer interessante Inhalte direkt mit einzelnen Personen oder Gruppen geteilt werden. Der geteilte Inhalt ist also nicht – wie zum Beispiel bei Facebook – für den weitreichenden Freundes- und Kontaktkreis sichtbar.

The early bird catches the worm

Auch wenn einige Risiken bestehen, kann es für bestimmte Firmen sinnvoll sein, die Chance des WhatsApp-Marketings zu ergreifen und zudem Erfahrungen mit Messenger-Diensten zu sammeln. Messenger-Dienste sollten auch in der nahen Zukunft in der einen oder anderen Form weiterhin bedeutsam sein.

Autor: Sandra Boerma

Sandra Boerma berät und unterstützt Unternehmen in den Bereichen Social Media, Corporate Blogging, Online Marketing und Pressearbeit. Zu ihrem Hintergrund zählen über 10 Jahre internationale Medien- und Marketingerfahrung und ein abgeschlossenes Studium zur Betriebswirtin BA mit dem Schwerpunkt Marketing. Als Kunden bietet sie über die Marke eDragon für Unternehmen und Medien unterschiedlicher Größen individuelle Lösungen.
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