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09.02.12Kommentieren

Online-Marketing

Was man im Umgang mit sozialen Netzwerken beachten sollte

Vor dem Hintergrund der sich immer stärker abzeichnenden Schwächen herkömmlicher Marketinginstrumente wie der Kaltakquise flüchten immer mehr Unternehmen in die Welt der sozialen Netzwerke. In ihnen lassen sich mit wenig Aufwand und geringen Investitionen hohe Erfolgsraten realisieren - so zumindest die Theorie. Viele Firmen aber scheitern in der Online-Welt und stellen nach einigen Monaten enttäuscht fest, dass sie keine neuen Kunden gewonnen, sondern Ansehen verloren haben.

Ein Beitrag von Robert Nabenhauer

Doch wo liegen die Gründe dieser Erfolglosigkeit? Meines Erachtens nach sind hierfür zwei Faktoren ausschlaggebend. Zum einen wären da die teilweise völlig überzogenen Erwartungen so mancher Firmenlenker, die sich alleine durch die Anmeldung bei XING und dem Schreiben eines monatlichen Beitrags hohe Kundenzahlen erhoffen. Der zweite, vielleicht wichtigere Aspekt ist aber die Unkenntnis vieler Führungskräfte darüber, wie sich Unternehmen innerhalb dieser Online-Welten richtig bewegen sollten.

Beispiel XING - so nutzen Sie das Business-Portal richtig

In XING gelten, wie in jedem anderen sozialen Netzwerk, ganz bestimmte Verhaltensregeln und Tabus. Nachfolgend möchte ich Ihnen anhand von XING, dem größten deutschsprachigen Business-Netzwerk, einige Tipps und Methoden vorstellen, mit denen Sie nicht nur einen guten Eindruck bei den anderen Nutzern der sozialen Netzwerke hinterlassen, sondern gleichzeitig auch Interesse wecken - für Ihre Person, Ihr Unternehmen und Ihre Produkte.

Die richtige Kommunikation

In sozialen Netzwerken dreht sich alles um die richtige Kommunikation. Daher möchten wir mit diesem Punkt nun auch beginnen. In XING etwa, unserem Musterbeispiel, ist es von entscheidender Bedeutung, dass Sie Ihren Tonfall an die dort herrschenden Gepflogenheiten anpassen: höflich und geschäftsmäßig. Befindlichkeiten wie das schlechte Wetter oder zu viele Überstunden wirken in Facebook oder Twitter vielleicht noch ganz sympathisch, in XING sind das absolute Tabus.

Für alle Netzwerke gilt aber eine goldene Verhaltensregel: keine übermäßige Werbung. Viele Firmen setzen Methoden aus der herkömmlichen Marketingwelt unreflektiert in sozialen Netzwerken ein, was nicht selten zu leeren Werbephrasen und unsinnigen Aktionen führt. Nutzer sozialer Netzwerke möchten sich in einen Dialog mit Ihnen begeben, möchten an Ihrem Unternehmen teilhaben und nicht mit sinnfreien Worthülsen belästigt werden. In XING kann das Versenden unliebsamer Werbung sogar zur Sperrung des Kontos führen, wobei Sie natürlich gerne auf neue Produkte hinweisen dürfen, aber eben nicht zu werblich oder gar aggressiv.

Reagieren Sie schnell

Das Internet ist das schnelllebigste Medium unserer Gesellschaft. Entsprechend zügig sollten Sie darin auch agieren. Kontaktanfragen, Kommentare und Nachrichten sollten daher im Idealfall auch nicht länger als 24 Stunden unbeantwortet bleiben. Benötigen Sie für eine Reaktion zu lange, laufen Sie nicht nur Gefahr, dass die entsprechende Nachricht längst nicht mehr aktuell ist, sondern ziehen nicht selten auch den Spott der Internetgemeinde auf sich.

Das musste beispielsweise auch die Deutsche Bahn erst lernen, als sie in Facebook aktiv wurde. Statt sofort und kompetent auf negative Meinungen zu reagieren, bot sie ihren Kritikern durch eine für Internetverhältnisse unsäglich lange Untätigkeit ungewollt ein Forum und zog damit nur noch mehr Häme auf sich.

Räumen Sie sich daher täglich einen bestimmten Zeitraum für die Pflege Ihrer Profile ein. Dafür eignen sich besonders die Tageszeiten, an denen Sie erfahrungsgemäß weniger produktiv sind, beispielsweise direkt nach der Mittagspause oder kurz vor Feierabend. Falls Sie längere Zeit ausfallen, etwa aufgrund eines Urlaubs, sollten Sie das in Ihren Statusmeldungen für die Besucher Ihres Profils entsprechend kenntlich machen.

Bleiben Sie stets "up to date"

Wenige Dinge wirken für potentielle Kontakte abschreckender als verwaiste Unternehmensprofile, auf denen sich wochenlang nichts tut. Mit Stillstand gewinnen Sie keinen Blumentopf, erst recht keine neuen Kunden. Erarbeiten Sie sich deshalb einen genauen Redaktionsplan, wann Sie welchen Beitrag veröffentlichen möchten. Die entsprechenden Artikel sollten Sie vorbereiten und, falls möglich, in einem Tool beziehungsweise Plugin hinterlegen, welches die Artikel selbständig zu einem von Ihnen gewählten Zeitpunkt veröffentlicht.

In Ihren Beiträgen sollten Sie immer auch die neuesten Entwicklungen Ihres Unternehmens aufgreifen. Damit zeigen Sie potentiellen Kunden, wie aktiv Ihre Firma ist und erzeugen so bereits ein grundlegendes Vertrauensverhältnis. Haben Sie also neue Mitarbeiter eingestellt, neue Firmenwagen angeschafft, neue Produkte ins Sortiment aufgenommen oder Ihre Büroräume erweitert, ist das in jedem Fall eine Statusmeldung wert.

Gerne würde ich Ihnen noch mehr Tipps vorstellen, die Ihnen helfen können, Ihre Aktivitäten innerhalb sozialer Netzwerke erfolgreich zu gestalten. Das würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen. Ich hoffe aber, ich konnte Ihnen dennoch einige hilfreiche Tipps und Methoden zeigen, die Sie für Ihre Firma einsetzen können. Dabei wünsche ich Ihnen in jedem Fall viel Erfolg und viele neue gewinnbringende Kontakte.

Autor: Robert Nabenhauer

Unternehmer
Robert Nabenhauer

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