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03.08.16

Führung

Transparenz in Unternehmen

Bilrechte: pixabay.com © stux (CC0 Public Domain)

So transparent wie dieses Glasgebäude in die Wolken ragt, so transparent wünschen sich Mitarbeiter und Kunden auch Unternehmen. Eine transparente Kommunikationsstruktur kann diesen Wunsch in der Praxis abbilden.

Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser. Dieses Verhalten scheint Mitarbeitern im Betrieb und Kunden gleichermaßen unter den Nägeln zu brennen, denn: Die Verunsicherung in der Wirtschaft ist groß. Auf Seiten der Mitarbeiter heißt das, dass Veränderungen im Betrieb grundsätzlich kritisch beäugt werden. Der Dämon der Umstrukturierung schwingt mit. Die Angst der Arbeitnehmer vor dem Verlust des Arbeitsplatzes steigt. Auch auf Kundenseite wird eine ähnliche Verunsicherung deutlich, weil so mancher bewusst agierende Kunde sich fragt: Wo kann ich guten Gewissens kaufen? Abzuhelfen wäre beiden Problemen mit einer transparenten Unternehmenspolitik. Wie nötig diese ist und wie der Ansatz in die Praxis umgesetzt werden kann, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Best Practice: Ein Geldanlageinstitut trägt der Forderung nach Transparenz Rechnung

Die EthikBank hat sich als transparente ehtische Bank aufgestellt. Was sich dahinter verbirgt? Ein Geschäftsprinzip, das auf vier Erfolgssäulen beruht:

1.)    Der Anlagepolitik, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Tabu sind beispielsweise Investitionen in Unternehmen, die Rüstungsgeschäfte betreiben, die Atomkraft unterstützen oder die Kinderarbeit tolerieren.

2.)    Gewährleistet wird der unter Punkt 1.) formulierte Grundgedanke durch regelmäßige Unternehmensprüfungen. Im sogenannten Ethik-Kompass wird dokumentiert, was positiv und negativ ist.

3.)    Transparenz wird hier direkt an die Bankkunden weitergespielt. Das heißt, dass diese jederzeit die Möglichkeiten haben, selbst ein prüfendes Auge auf die Anlagetätigkeiten der Bank zu werfen.

4.)    Die vierte Erfolgssäule ist die Förderung von drei explizit ausgewählten Projekten: ein Frauen-, ein Ehtik- und ein Umweltprojekt. Ziel soll sei, ein Thema langfristig begleiten zu können. Kunden mit Förderinteresse können hier ihre Unterstützung einbringen.

Sicherheit, Transparenz und ein klares ideologisches Konzept hat sich dieses Bankinstitut auf die Fahne geschrieben und verteidigt dies auch in stürmischen Zeiten. Zu Lasten der Sicherheit der Gelder geht dies keinesfalls, denn die Bank ist der  BVR Institutssicherung GmbH und der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen.

Diese Rolle spielt Transparenz in Unternehmen

„Transparenz wird durch eine aktive, offene Kommunikation von Unternehmen, die zudem unaufgefordert passiert und sich auf wahre und wichtige Informationen bezieht, hergestellt“, erklärte Dr. Volker Klenk in einem Vortrag zum „Trendthema Transparenz“. Wichtig sei die Transparenz im Unternehmen aus zwei Gründen: um Konflikte zu reduzieren und um eine positive Reputation zu erhalten. Transparenz im Unternehmen wirke sich demnach nicht nur positiv auf die inneren Unternehmensstrukturen aus, sondern auch auf Verbraucher und Kunden.

Seine Aussage stützt er auf eine Studie, an der 3000 Personen teilnahmen und die die Transparenzerwartungen in den Fokus stellt. Das Ergebnis der Untersuchung zeigte deutlich: Transparenz fördert Vertrauen. Und das hat wiederum zahlreiche weitere Punkte zur Folge:

  • Das positive Image des Unternehmens steigt.
  • Der Betrieb wird als sympathisch bewertet.
  • Die Mitarbeiterzufriedenheit steigt.
  • Die Mitarbeiter fühlen sich wohl im Unternehmen.
  • Kritische Nachfragen werden durch die transparente Beantwortung von Fragen minimiert.

Auch fragte die Studie danach, warum Unternehmen überhaupt transparent sein müssen. Die Antworten auf diese Frage waren vielseitig, wie die folgende Aufstellung auf Basis dieser Daten zeigt:

1.)    89 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um Vertrauen zu gewinnen oder zu erhalten.

2.)    86 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um ein positives Image aufzubauen.

3.)    83 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um die Loyalität der Kunden zu steigern.

4.)    81 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um als vorbildlicher Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

5.)    78 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um langfristig einen Imageschaden zu verhinden.

6.)    77 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um die Loyalität der Mitarbeiter zu steigern.

7.)    77 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um den Verkauf der Dienstleistungen und Produkte zu steigern.

8.)    67 Prozent der Befragten gaben an, Transparenz sei wichtig, um Kritikern keine Angriffsfläche zu bieten.

Auch eine Studie der Bitcom, die den E-Commerce-Bereich in den Fokus rückt, kam zu dem Schluss, dass Transparenz, Fairness und Usabilty die wichtigsten Eckpfeiler sind.

Transparenz in der Praxis

Um Glaubwürdigkeit und Vertrauen im Unternehmen zu leben, bedarf es einer gut durchdachten Kommunikationsstrategie. Jedem Unternehmensziel wird dabei ein Kommunikationsplan zugeteilt, auf dem die Betroffenen analysiert und direkt angesprochen werden. Zudem wird eine Kommunikationsstrategie aufgesetzt, die von A bis Z geplant ist. Kernbotschaften werden formuliert, evaluiert und verfolgt. Kommuniziert wird über diverse Kommunikationskanäle im Unternehmen. Dazu zählen schriftlich aufgesetzte Mailings ebenso wie Einzelgespräche und Informationsverstaltungen in Groß- und Kleingruppen.

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