<< Weitere Artikel zum Thema Marketing

25.05.09Kommentieren

Marketing und Marketingformen

Social Media Marketing - Teil 1: Einleitung und soziale Netzwerke

Millionen begeisterter Internetnutzer verbringen Unmengen von Zeit auf unzähligen Blogs, in Foren und Communities, nutzen Facebook, Twitter und XING. Diese schier grenzenlos erscheinenden Kanäle für die eigene Markenkommunikation zu nutzen steht auf der Agenda vieler deutscher Unternehmen ganz oben.

Ein Beitrag von Alexander Hachmann

Die wachsende Bedeutung von Web 2.0-Aktivitäten zeigt sich auch in den Investitionsabsichten der Unternehmen. Der weltweite Werbemarkt schrumpft um 0,2 Prozent. Lediglich in Internetwerbung wird weiter investiert - wenn auch nur voraussichtlich um 1,2 Prozent laut ZenithOptmedia. Das spiegelt nicht nur das Interesse der Wirtschaft wieder, sondern auch das Nutzungsverhalten der Menschen im Internet. Die Gruppe der 25 - bis 34-Jährigen verbringt 14,4 Wochenstunden online - so viel Zeit wie beim Fernsehen, wie die Studie Mediascope Europe 2008 vermeldete.

Soziale Netzwerke

Nach der Nutzung von Suchmaschinen, von Inhalte-Portalen und den Serviceseiten von Softwarefirmen stehen Soziale Netzwerke an Platz 4 der meistbenutzten Dienste. Anfang des Jahres haben Social Communitys Zuwachsraten von 36 Prozent verzeichnet. Deutschland holte im internationalen Vergleich bei der Reichweite am rasantesten auf, ist aber international immer noch das Schlusslicht. Das schnelle Wachstum lässt sich hierzulande durch den hohen Bedarf erklären.

Die Nutzungszahlen explodieren derzeit geradezu: 25 Prozent der deutschen Internetnutzer bewegen sich in ihnen. Und es werden von Tag zu Tag mehr. Social Communitys stehen für ein riesiges Vermarktungspotenzial, dass mehr und mehr die tradierten Geschäftsmodelle in Frage stellt. Social Networks sind einer nicht repräsentativen Umfrage über ein Twitter-Tool zufolge sogar das wichtigste Web-2.0-Tool für die Public Relation eines Unternehmens.

Betrachtet man die Vielfalt der Sozialen Netzwerke, ist Facebook die beliebteste Community, um sich als Unternehmen darzustellen. Präsentiert man sich als Unternehmen in einer Social Community, sollte einem jedoch bewusst sein, dass das Social Web kein klassischer PR-Channel ist. Es geht in Social Networks nicht darum, Informationen möglichst breit zu streuen, sondern Informationen so anzubieten, dass sie von möglichen Kunden und Meinungsführern wahrgenommen und verbreitet werden. Social Media sind interaktive Medien. Bin ich als Unternehmen in Social Networks aktiv, gilt es hier zuzuhören, mitzukommunizieren, Kontakte zu pflegen und ein Teil der Community zu werden.

Facebook

Eine Facebook-Seite ist eine anpassungsfähige Präsenz für eine Organisation, ein Produkt oder eine öffentliche Person, um in Konversation mit Facebook-Usern zu treten. Die Facebook-Seite ist die zentrale Anlaufstelle. Hier gibt es die Möglichkeit Texte zur Verfügung zu stellen, Termine zu posten, Fotos und Videos hochzuladen, Applikationen zu installieren und vieles mehr.

Eine Seite auf Facebook hat prinzipiell die Aufgabe, die Verbreitung von Inhalten über ein Unternehmen so einfach wie möglich zu machen. Jegliches Material sollte so aufbereitet sein, dass z.B. Blogger oder Journalisten es leicht übernehmen und in ihren Blog, ihre Webseite einbinden können. Anstelle von "Kunden" hat man als Unternehmen oder Marke nun "Fans". Um die relevanten Fans zu finden und die Botschaft zielgruppengerecht zu verbreiten, müssen zuerst die für das Produkt oder die Marke relevanten Quellen identifiziert werden. Das heißt, aus dem zu dem Thema passenden Blogs, Foren oder Bewertungsportalen müssen die Meinungsführer herausgefiltert werden, um dann gezielt diesen Informationsbedarf auf der eigenen Unternehmensseite zu befriedigen.

Um möglichst viele Fans zu gewinnen, müssen die Inhalte der Seite bestimmte Kriterien erfüllen: sie müssen einen Nutzen stiften, Spaß machen, identifikationsfördernd, informativ oder exklusiv sein. Hat man erst die Aufmerksamkeit und das Interesse der Meinungsführer erworben, schreiben diese mit ein bisschen Glück aktiv über das Unternehmen und empfehlen es weiter.

Zusätzlich hat jedes Mitglied die Möglichkeit, eine oder mehrere Gruppen zu eröffnen. Für Gruppen gibt es unterschiedliche Einstellungen: sie sind öffentlich sichtbar oder versteckt, Zutritt ist für jeden möglich oder nur auf Einladung. Die Möglichkeiten in einer Gruppe sind vielfältig und denen auf dem Seitenprofil ähnlich. Fotos und Videos können gepostet werden, Diskussionen gestartet und Termine angezeigt werden. Mit einer Gruppe eröffnet man sein eigenes kleines soziales Netzwerk innerhalb des Großen. Im Unterschied zu einer Unternehmensseite, hat eine Gruppe "Mitglieder" anstelle von "Fans". Eine Gruppe hat noch mehr als eine Seite den Anspruch eine Kommunikationsplattform zu sein. Die Mitglieder kommunizieren dabei eher untereinander. Die Initiatoren einer Gruppe können jedoch durch Themenvorschläge die Gespräche sanft in eine bestimmte Richtung lenken.

Kommunikation im Social Web ist ein dynamischer Kommunikationsprozess. Es existiert die Gefahr, die Kontrolle über Richtung und Intensität der Botschaft zu verlieren. Doch eine kontroverse Auseinandersetzung der User mit der Marke gehört zum Markenbildungprozess mit dazu. Um so wichtiger ist es, authentisch und transparent aufzutreten und so die Nutzer von dem eigenen Produkt zu überzeugen.

Fazit

Kommunikation in Sozialen Netzwerken bietet durch ihre Schnelligkeit und Vielfalt unzählige Möglichkeiten, die jeder für sich nutzen kann. Die Grundpfeiler der Kommunikation im Social Web sind Transparenz und Authentizität. Wer als Unternehmen oder Marke kontinuierlich aktiv und mit Fingerspitzengefühl mit den Mitgliedern der Community interagiert, kann so neue Kundenkontakte generieren und sich wesentlich "näher" am Kunden positionieren. 


Zum Autor

Alexander Hachmann hat seinen Bachelor in der Fachrichtung Wirtschaftspsychologie im Sommer 2008 an der Europa Fachschule Fresenius gemacht. Parallel zum Studienabschluss hat er mit seinem Partner Christoph Kolb die Gründung der widjet GmbH vorangetrieben und mit der Übergabe der Zeugnisse war das Unternehmen widjet startklar.

Dem voran gingen acht Jahre freiberufliche Tätigkeit als Berater für Medienprojekte, z. B. für die Time Chain Uhrenhandel GmbH mit Fokus auf Marketing und E-Commerce. Gleichzeitig war er als Kommunikationstrainer innerhalb der selbst gegründeten Personalentwicklungsfirma „Be Prepared“ tätig. Im Rahmen dieser Arbeit hat er vier Jahre in Folge als Gastdozent an der medizinischen Fakultät der Universität Essen/Duisburg unterrichtet.

Autor: Alexander Hachmann

Alexander Hachmann

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer