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27.05.09Kommentieren

Marketing und Marketingformen

Social Media Marketing - Teil 3: Twitter

Wer zwitschert mit? Twitter wird derzeit gehypt. Doch was ist der Mikrobloggindienst wirklich außer ein 140 Zeichen Dienst? 

Ein Beitrag von Alexander Hachmann

Bei Twitter können Nutzer Textnachrichten mit maximal 140 Zeichen senden, die wiederum anderer Benutzer empfangen, sofern sie sie abonniert haben. Für einen kostenlosen und zeitgeringen Beitrag erfahren so andere Mitglieder täglich alles Wissenswerte aus dem Unternehmen. Twitter ist seit dem Start steil im Aufwind.

Laut den Reichweitenmessungen von ComScore konnte der 140-Zeichen-Online-Kommunikationsdienst im April in den USA 17 Millionen Besucher (Unique Visitors) verbuchen. Dieses Wachstum markiert eine Steigerung von 83 Prozent gegenüber dem Vormonat März. In Deutschland hält sich das Twitter-Fieber indessen noch in überschaubarer Höhe: rund 70.000 Bundesbürger "zwitschern" derzeit über Twitter.com.

Twitter ist laut einer Studie des Forschungswerkes mehr als einem Drittel der deutschen Internetnutzer bekannt - bei leitenden Angestellten, Selbstständigen und Studenten ist der Bekanntheitsgrad noch etwas höher. Nimmt man die Zahlen mal etwas genauer Lupe, entsprechen 70.000 Twitterer fast zwei Prozent der knapp vier Millionen deutschsprachigen Blogger. Etwas anders sehen die Zahlen aus, wenn man die 70.000 Twitterer mit der Größe der Internetbranche (375.000) Menschen in Relation setzt: Da landet man durchaus in Größenordnungen die man als relevant bezeichnen könnte. Trotzdem sehen dem E-Commerce-Benchmark-Report zufolge bisher noch nicht einmal zehn Prozent der Marketingverantwortlichen in Twitter einen effizienten Kommunikationskanal. Internetexperten gehen aber davon aus, dass sich die Zahlen positiv weiter nach oben entwickeln werden.

Twitter ist die ideale Plattform wohldosierte Informationen anzubieten, wenn man sich als Unternehmen zum Ziel gesetzt hat, z.B. über aktuelle Angebote zu informieren, auf neue Produkte aufmerksam zu machen und die eigene Webseite stärker in den Fokus der Betrachtung zu rücken. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ist Twitter darüber hinaus beliebt, um nicht nur miteinander, sondern auch mit Kunden Dialoge zu führen und auf diesem Wege die Kunden enger an sich zu binden.

Twitter Schritt für Schritt

Wenn man als Unternehmen neu auf Twitter startet, sollte man vorher im Sinne der Unternehmensstrategie festlegen, worüber und in welchem Stil der Tweet informieren soll. Zu empfehlen ist es, einen hohen Wiedererkennungswert zu generieren, indem man sich als Experte zu einem bestimmten Thema positioniert. Damit macht man sich interessant für Twitter-Nutzer, die Gefallen an diesem Thema haben, vielleicht das Thema retweeten und dadurch den Tweet noch stärker in den Mittelpunkt rücken.

Im ersten Schritt gestaltet man gemäß des Corporate Designs das Layout des Twitter-Kontos. Das Profilbild sollte eingängig sein. Firmen können sehr gut ihr Logo als Profilbild verwenden. Im zweiten Schritt beginnt man die Vernetzung indem man selbst Tweets auswählt, denen man folgen möchte. Die Besten der Twitter-Szene haben eine große Anzahl "Follower" und wirken meinungsbildend. Diesen Leuten sollte man folgen, weil viele Twitterer Scripte haben, mittels derer sie ihnen automatisch folgen, wenn Sie ihnen folgen. Diese Funktion bietet z.B. das Tool "SocialToo". Es ermöglicht auch, Followern eine Willkommens-Mail zu schicken und informiert zu werden, wenn jemand aufhört, ein Follower sein.

Im folgenden Schritt wählt man die Leute, die man sich als "Followers" wünscht, nach den festgelegten Kriterien aus, wie z.B. der Branche, dem Thema oder dem Wohnort und bittet sie, einem zu folgen. Erleichtert wird die Recherche durch das Tool "Twellow". Diese Seite kategorisiert Twitter-Nutzer nach ihren Interessen, indem sie ihre Mitteilungen ausliest. Es gibt Kategorien wie Werbung, Immobilien, Marketing und Wissenschaft. So kann man auf einfache Weise Twitter-Nutzer mit ähnlichen Interessen finden. 

Hat man ein gewisses Momentum erreicht und eine repräsentative Anzahl von Followern gewonnen, umso mehr neue Twitter-Nutzer werden auf den Tweet aufmerksam und folgen ihm selbstständig. Je mehr Follower man hat, um so mehr fallen die eigenen Worte ins Gewicht. Allerdings darf man im Umkehrschluß nicht davon ausgehen, dass jedes Profil mit mehreren tausend Followern auch der Tweet ist, der die gewünschte Zielgruppe am Besten erreicht. Masse steht nicht unausweigerlich auch für Klasse.

Wohl der größte Pluspunkt von Twitter ist die integrierte Suchfunktion für Tweets, die mittlerweile direkt in das Profil integriert ist. Die Suchfunktion ermöglicht die Recherche nach Keywords und stellt dann die Ergebnisse dar. Das wirklich Spannende dabei ist, dass aber nicht nur eine reine Suchergebnisliste dargestellt wird, sondern auch optional eine Anzeige der Konversation, die um ein Suchergebnis herum entstanden ist. Das alles funktioniert in Realtime und kann damit also wirklich Konversationen abbilden.

Fazit

Bei all der Euphorie in der Branche sollte man sich allerdings immer wieder vor Augen halten, dass Twitter nur ein Kommunikationsmodell unter vielen ist. Art und Stil der Kurzbeiträge sollten in die Unternehmenskultur eingebunden sein.

Da derzeit noch nicht so viele deutsche Unternehmen Twitter für die eigene Kommunikation nutzen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um mit Hilfe von Twitter einen direkten Kommunikationskanal zu Geschäftspartnern und Kunden aufzubauen und sich so von Wettbewerbern abzugrenzen. Twitter eignet sich ebenfalls hervorragend für die Beobachtung von Marktentwicklungen und von Meinungen. Auf negative Tweets hat man als Unternehmen die Möglichkeit direkt zu interagieren und so einen eventuellen Flächenbrand zu verhindern.


Zum Autor

Alexander Hachmann hat seinen Bachelor in der Fachrichtung Wirtschaftspsychologie im Sommer 2008 an der Europa Fachschule Fresenius gemacht. Parallel zum Studienabschluss hat er mit seinem Partner Christoph Kolb die Gründung der widjet GmbH vorangetrieben und mit der Übergabe der Zeugnisse war das Unternehmen widjet startklar.

Dem voran gingen acht Jahre freiberufliche Tätigkeit als Berater für Medienprojekte, z. B. für die Time Chain Uhrenhandel GmbH mit Fokus auf Marketing und E-Commerce. Gleichzeitig war er als Kommunikationstrainer innerhalb der selbst gegründeten Personalentwicklungsfirma „Be Prepared“ tätig. Im Rahmen dieser Arbeit hat er vier Jahre in Folge als Gastdozent an der medizinischen Fakultät der Universität Essen/Duisburg unterrichtet.

Autor: Alexander Hachmann

Alexander Hachmann

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