<< Weitere Artikel zum Thema Marketing

26.05.09Kommentieren

Marketing und Marketingformen

Social Media Marketing - Teil 2: Widgets

Innerhalb von Social Networks sind Widgets integraler Bestandteil des Kommunikationsmodells. Widgets sind ein Überbegriff für kleine Web-Angebote die von Nachrichten, Spielen, Produkt-Suchen, E-Commerce-Kundencentern, Videos und Audio-Playern nahezu alle Funktionen, die man sich vorstellen kann, beinhalten können. 

Ein Beitrag von Alexander Hachmann

User können sich mit Widgets die Funktionalitäten auf ihrem Profil, ihrer Webseite oder ihrem Blog zusammenstellen und so ihre Präsenzen im Internet personalisieren. Widgets sind das Web à la carte.

Widgets sollen den Usern in erster Linie Spaß machen, Informationen bieten und den Austausch mit Freunden fördern. Denn ein Social Network wie Facebook bedeutet vor allem ein Matching mit Freunden. Damit Widgets in Social Networks wirklich viele Nutzer erreichen und sich wie gewünscht viral verbreiten, muss ein Widget sich in genau diese Kommunikation einklinken.

Zum Erfolg von Widgets in Social Networks tragen neben den Informations- und Unterhaltungsaspekten auch Selbstdarstellungsmöglichkeiten bei. User wollen die Möglichkeit haben, sich darzustellen und dies mit ihren Freunden und anderen Nutzern zu teilen.

Möchte ein Unternehmen ein Widget anbieten, sollten diese Nutzungsaspekte in die Kampagnenentwicklung integriert werden. Gleichzeitig ist es für den Anbieter wichtig, dass das Widget als Mikrokosmos des Unternehmens betrachtet wird und in die ganzheitliche Markenstrategie des Unternehmens eingebunden ist. Das Widget muss so aufgebaut sein, dass es dem Image des Unternehmens und den Bedürfnissen der Zielgruppe im Social Web gleichermaßen entspricht.

Embedded ein User das Widgets eines Unternehmens, heißt das, dass er sich mit dem Unternehmen, der Botschaft oder der Philosopie identifiziert. Davon profitiert der Anbieter, denn der User tritt innerhalb seiner eigenen Community als "Botschafter" für das Unternehmen bzw. die Marke auf. Mit dem Effekt, dass das Widget und die hiermit übermittelte Botschaft wesentlich mehr Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit genießt als pure Werbung. Ein weiterer gewinnbringender Vorteil für den Anbieter ist, dass ein Widget für die gesamte Dauer der Verwendung ein persistenter Kommunikationskanal zum Nutzer ist. Der Anbieter hat so oft er möchte die Möglichkeit, neue Informationen zu übermitteln und hat damit den User quasi "auf dem Schoss sitzen". Bei einem Online-Widget ist nämlich nur der Code, mit dem es aufgerufen wird, feststehend. Die über das Widget laufenden Informationen sind veränderlich und können je nach Bedarf aktualisiert werden.

Bevor das Widget in den Communities ankommt, ist es für das Unternehmen wichtig, genau zu überlegen, was es mit dem Widget erreichen will. Soll es informieren? Soll es ein Markenbranding fördern? Soll es eine Philosophie verbreiten? Die Entwicklung einer Strategie für das Widgets ist wichtig, denn nur so kann das Ziel des Widgets festgelegt und ein passgenaues Widget entwickelt werden. Häufige Ziele für den Einsatz von Widgetmarketing sind: Bekanntheit steigern, Kundenbindung erhöhen, Identifikation mit Produkten oder Marken, Abgrenzung von Wettbewerbern oder Generierung von Verkäufen.

Insgesamt gilt: um erfolgreich zu sein, muss eine Applikation aus der Masse der vorhandenen Applikationen herausstechen. Sei es, weil das Widget einen Nutzen stiftet, weil es Spaß macht, eine positive Selbstdarstellung ermöglicht, dabei einfach und intuitiv zu bedienen ist und schnell viralisiert werden kann. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Widgetmarketingkampagne sind demnach die Bedürfnisse der User.

Ein Widget bloß zur Verfügung zu stellen reicht natürlich nicht aus, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Für alle Widgets ist es daher wichtig, dass die Anreize zur häufigen Nutzung spielerisch und nicht zu plump oder aufdringlich daherkommen - sonst bewirken sie schnell das genaue Gegenteil. Generell werden Widgets von den Usern nicht als Werbung wahrgenommen - das kann aber umschlagen, wenn das Widget zu kommerziell ist. Deshalb muss darauf geachtet werden, dass das Widget authentisch ist und eine gesunde Mischung bietet: aus Unterhaltung und Emotionalität auf der einen Seite, sowie Information und Nutzwert auf der anderen Seite.

Möchte ein Unternehmen mit Hilfe des Widgets über Neuigkeiten informieren und viele Views bzw. Clicks generieren, eignet sich zum Beispiel sehr gut ein News-Widget, was dem User schnell und umkompliziert die News seiner Wahlkategorie aufzeigt. Anhand einer hohen Wiederbesuchshäufigkeit und der Aktivität der User kann der Anbieter das „Involvement“, bzw. die „Stickiness“ der User messen. Das "Involvement" der User ist eine der wichtigsten Messgrößen, um den Erfolg der Aktion zu messen. Diese Messgröße bestimmt wie sich die Zielgruppe verhält. Das "Involvement" der User ist ebenfalls ausschlaggebend, wenn ein Unternehmen mit Hilfe eines Widget ein Markenbranding fördern möchte. Hierzu eignen sich Fun-Widgets, die einerseits die spielerische Auseinandersetzung mit der Marke fördern und andererseits auf unterhaltsame Art und Weise Unternehmensbotschaften transportieren. Ein spielerischer Charakter ist immer ein guter Weg, um viele User zu gewinnen. Wird der User durch den Newsfeed darüber informiert, wenn ihn ein Freund bei einem bestimmten Spiel überholt hat, bietet das einen Anreiz, um die Applikation regelmäßig zu nutzen. Nach einem ähnlichen Prinzip mit einem hohen Identifikationspotenzial für die User funktionieren Widgets, die sich für eine gute Sache im einsetzen. So genannte Good-Cause-Widgets sind besonders geeignet für Firmen, die sich zu den Themen Ökologie oder Soziale Verantwortung positionieren möchten. Der alte Leitspruch "Tue Gutes und rede darüber" kommt für die Anbieter wie die Nutzer zum Tragen. Für Anbieter ist die Kombination von dezent kommunizierter Werbebotschaft, einem hohem Spaßfaktor und der direkten Kommunikationsmöglichkeit mit den Nutzern besonders erfolgsversprechend, wenn das Unternehmen transparent auftritt. Innerhalb des Netzwerkes fördern Widgets die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Gemeinschaftssinn.

Ist das Unternehmen daran interessiert mit Hilfe des Widgets zum Beispiel möglichst viele neue Serviceregistrierungen zu erzielen, bietet sich ein Widget mit einem eingebundenen Link an, was den User von dem Widget direkt zu der gewünschten Stelle lotst. Diese so genannten Clickthroughts sind ebenfalls sehr hilfreich für Shopping-Widgets, um den User aus seiner Community in den Online-Shop zu führen. Shopping-Widgets stellen eine Spezialkategorie unter den Widgets dar. Widget-Experten gehen fest davon aus, dass sich langfristig immer mehr Onlinehändler dafür interessieren, über Mikro-Shops direkt im Web 2.0 den Abverkauf zu fördern. Der Vorteil von Shopping-Widgets ist, dass sie die User auch außerhalb der zentralen Webpräsenz mit Informationen zu Schnäppchen oder neuesten Produkten erreichen. Ist die Applikation in ein Social Network integriert, muss sie für die jeweilige Zielgruppe optimiert sein und Möglichkeiten zur Selbstdarstellung bieten. Die User wollen ihren Geschmack präsentieren und sich untereinander austauschen, z.B. indem sie ihr Lieblingsprodukt oder selbst designtes Produkt in dem Widget darstellen.

Fazit

Der Erfolg einer Applikation sollte nicht allein unter kommerziellen Gesichtspunkten gemessen werden. Eine viel genutzte Applikation steigert die Markenbekanntheit erheblich und das Unternehmen wird als innovatives Unternehmen und Trendsetter betrachtet. Eindeutige Erfolgsrezepte für erfolgreiche Widgets gibt es nicht. Vielmehr muss bei jedem Anbieter individuell entschieden werden, welche Features für ihn wichtig sind. Die Akzeptanz einer Applikation hängt auf der einen Seite vom Produkt und auf der anderen Seite von der Zielgruppe des Unternehmens ab. An erster Stelle sollte die Überlegung stehen, welchen Nutzen man stiften möchte. Die Usability spielt wie immer die zentrale Rolle. Wird das Widget nach diesem Zauberwort gestaltet, sind die kleinen Tools eine gute Möglichkeit für Unternehmen auf sich aufmerksam zu machen, Konversationen anzuschieben und aktiv dazu beizutragen.


Zum Autor

Alexander Hachmann hat seinen Bachelor in der Fachrichtung Wirtschaftspsychologie im Sommer 2008 an der Europa Fachschule Fresenius gemacht. Parallel zum Studienabschluss hat er mit seinem Partner Christoph Kolb die Gründung der widjet GmbH vorangetrieben und mit der Übergabe der Zeugnisse war das Unternehmen widjet startklar.

Dem voran gingen acht Jahre freiberufliche Tätigkeit als Berater für Medienprojekte, z. B. für die Time Chain Uhrenhandel GmbH mit Fokus auf Marketing und E-Commerce. Gleichzeitig war er als Kommunikationstrainer innerhalb der selbst gegründeten Personalentwicklungsfirma „Be Prepared“ tätig. Im Rahmen dieser Arbeit hat er vier Jahre in Folge als Gastdozent an der medizinischen Fakultät der Universität Essen/Duisburg unterrichtet.

Autor: Alexander Hachmann

Alexander Hachmann

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer