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27.07.16Kommentieren

Kundenkarten – WinWin für beide Seiten

Was in den Zeiten der kleinen Geschäfte und Tante-Emma-Läden um die Ecke die persönliche Bekanntschaft mit dem Ladeninhaber war, ist heute die Kundenkarte: die Chance auf Vergünstigungen und Vorzugsbehandlung als Stammkunde im Austausch gegen Daten und Treue. Damals wie heute zwei Sachen, die sowohl auf der Kunden- als auch auf der Unternehmerseite ihren Reiz haben. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Erfolgskonzept Kundenkarte und wie wird ein einfacher Ausweis zu einem wirkungsvollen Marketinginstrument?

Kundenkartensysteme im Vergleich

Die psychologische Wirkung nicht unterschätzen

Der Mensch ist ein Herdentier: Er möchte dazugehören, er fühlt sich in Gemeinschaften wohl, er umgibt sich gern mit Gleichgesinnten. Gruppen bestätigen: „Du bist wichtig!“, „Deine Meinung ist richtig!“. Kundenkarten setzen genau an diesem Punkt an. Mit der kleinen Plastikkarte wird eine Gruppenzugehörigkeit geschaffen, die Kaufentscheidungen bestätigt, eventuelle Zweifel ausräumt und zukünftige Entscheidungen beeinflusst bzw. erleichtert.

Vordergründig locken die Kunden natürlich noch ganz andere Aspekte:

  • exklusive Informationen
  • Treue- und Prämienkonzepte

Genau diese Punkte müssen daher detailliert auf die Zielgruppen des Unternehmens abgestimmt sein, um einen großen Kundenkreis für die Karte zu begeistern.

Kundendaten als Erfolgsfaktor

Unternehmen profitieren von den Kundendaten, die mit dem Einsatz einer Kundenkarte einhergehen. Neben den reinen Adress- und Kontaktdaten können unterschiedlichste Ansatzpunkte für das Marketing erhoben werden:

  • Einkaufsfrequenz
  • Einkaufshöhe je Einkauf / je Saison / je Jahr
  • bevorzugte Marken
  • Verbundkäufe
  • Reaktion auf Aktionen und Werbemaßnahmen
  • Nutzung von Newslettern / Apps / Online-Angeboten

Vor der Einführung einer Kundenkarte im Unternehmen sind daher die verfolgten Ziele mit dem Kartenmanagement festzuschreiben und zu priorisieren. Nur so kann die richtige Karte mit den passenden Funktionen ausgewählt werden. Das Angebot am Markt reicht von einer einfachen laminierten Pappkarte im Unternehmensdesign bis hin zu hochwertigen Chipkarten mit Bezahl- und Kreditfunktion.

Die richtige Karte für den richtigen Zweck

Kartensysteme bieten eine große Chance – können aber auch schnell zu einer Kostenfalle werden. Gerade kleine oder mittelständige Unternehmen müssen im Vorfeld genau überlegen, welchen Mehrwert die Karte bringen soll, welche Daten erfasst werden müssen und welche Funktionen wirklich gewinnbringend sind. Je komplexer das gesamte Kartensystem, desto aufwendiger und teurer ist nicht nur die benötigte Technik, sondern auch das Management der gewonnenen Daten. Informationen lediglich zu besitzen, schafft noch keinen Marketingvorteil gegenüber der Konkurrenz.

  •  Magnetstreifenkarten

Die Plastikkarten mit Magnetstreifen finden sich in nahezu jedem Portemonnaie: Als Mitgliedsausweis, als Kundenkarte, als EC-Karte. Der Magnetstreifen kann mit Daten beschrieben und ausgelesen werden. Zwei unterschiedliche Qualitätsstufen - HiCo (High Coercivity) und LoCo (Low Coercivity) – bieten Sicherheit nach individuellen Anforderungen. Den Vorteilen hohe Standardisierung, weite Verbreitung und weites Anwendungsspektrum stehen die Nachteile der beschränkten Speicherkapazität, die Anfälligkeit gegenüber Magnetfeldern und die geringe Fälschungssicherheit gegenüber.

  • Barcodekarten

Barcodekarten sind der Klassiker unter den Kundenkarten. Im Strichcode wird eine Zeichenfolge gespeichert, die je nach hinterlegtem System andere Informationen enthält. Diese können einfach, schnell und preiswert ausgelesen werden. Ein beschreiben der Karte mit Daten des Einkaufs ist allerdings nicht möglich, gleichzeitig sind bei der Gestaltung der Karte einige Aspekte zu beachten, um ein reibungsloses Funktionieren zu gewährleisten.

  • Chipkarten

Chipkarten – oder auch Smart Cards genannt – sind multifunktional einsetzbar. Der nicht-flüchtige Speicher erlaubt das Programmieren von einfachen Rechenoperationen bis hin zu vollständigen Betriebssystemen. Chipkarten gibt es in kontaktloser und kontaktbehafteter Ausführung. Beide Arten von Chipkarten können beliebig bedruckt und gestaltet werden, der Vorteil der kontaktlosen Smart Cards liegt im geringeren Verschleiß und der niedrigeren Störanfälligkeit beim Auslesen aufgrund von Verschmutzungen an den Kontakten.

  • Hybridkarten

Wie der Name bereits sagt, vereinen Hybridkarten unterschiedliche Technologien auf einer Karte, z.B. Magnetstreifen und Chip. Dies wird insbesondere bei einer weitgefächerten Anwendung der Karte sinnvoll. Die Kombination mehrerer Technologien erlaubt maximale Flexibilität und die Konzentration sämtlicher Vorteile in einer Karte – kundenfreundlich, mitarbeiterfreundlich, unternehmerfreundlich.

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