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Lokalisierung von Websites

Global lokal

Ein mittelständischer Anlagenbauer investiert in China, die Werbeagentur eröffnet einen Standort in Osteuropa und der Küchenhersteller möchte den nordamerikanischen Markt erschließen. Alle drei wollen gute Geschäfte machen, neue Kunden gewinnen und ihr Unternehmen ausbauen. Damit liegen sie im Trend. Deutsche Unternehmen zieht es in die Welt. 47 Prozent investieren 2015 im Ausland – meldet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Wichtig für den Einstieg ins internationale Geschäft ist die richtige digitale Strategie. Unternehmens-Websites liefern mehr als nur Information: Sie sind Kommunikationsplattform für Kunden und Geschäftspartner, bieten Serviceleistungen und die Möglichkeit, Produkte zu kaufen. Trotzdem kommt es vor, dass Websites ohne Bedenken eins zu eins in eine andere Sprache übersetzt werden. Oft gesehen: Ein kleines Fähnchen oben rechts auf dem Bildschirm führt zur englischsprachigen Seite. Dem Anlagenbauer mit dem China-Invest wird diese Website keine Freude und erst recht kein gutes Business bringen. Zielführender wäre eine Seite auf Chinesisch.

Über das Sprachliche hinaus gibt es eine Reihe landestypischer Unterschiede bei der Nutzung von Websites. Etwa bei Bildmotiven: Eine Infografik mit einer Bildfolge von links nach rechts ist in arabischen Ländern schlicht unverständlich. Denn hier wird von rechts nach links gelesen. Auch scheinbar unkritische Details, wie Design und Farben einer Website können für Verwirrung oder Fehldeutungen sorgen. Die Farbe Weiß – bei uns durchweg positiv assoziiert – steht in China und Japan für Trauer und Tod. Und während in Deutschland Wert auf ein klares, dezentes Webdesign gelegt wird, bevorzugen asiatische Website-Nutzer Seiten mit viel Text, vielen Farben und Animationen.

Es gilt, die Website zu „lokalisieren“, also so zu optimieren, dass sie an fremde Märkte sprachlich, technisch und kulturell angepasst ist.

Zu beachten sind lokale und kulturelle Besonderheiten, etwa Maßeinheiten oder Adressformate. Wer über die Website Produkte verkaufen möchte, sollte besonders aufpassen. So kann die deutsche Garantieregelung – auch korrekt übersetzt – in anderen Ländern aus rechtlichen Gründen hinfällig sein. Und es geht auch um Technik: Lokalisierte Websites müssen in jeder Sprache funktionieren. Sie nutzen deswegen Dateiformate und Zeichen-Codierungen, die global lesbar und  verständlich sind. Dabei zählt jedes Detail: Wenn ein Produkt-Manual zum Download angeboten wird, sollte der entsprechende Link gleich mit übersetzt werden.

Das Gute: Ist die Website einmal lokalisiert, sind Änderungen auf der Seite problemlos integrierbar. Läuft das Auslands-Geschäft so gut wie erhofft, lässt sich die Seite ganz einfach anpassen.

Autor: Nelly Kostadinova

Geschäftsführerin des Übersetzer- und Dolmetscherservices Lingua-World
Website des Autors
Nelly Kostadinova

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