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22.01.16Leser-Kommentar

3 Entscheidungskriterien für das richtige Startup Video

Erklärvideo oder Imagefilm?

Aus Startup-Perspektive scheint das Erklärvideo die Nase vorne zu haben, denn sowohl im finanziellen Kostenpunkt als auch beim zeitlichen Aufwand schlägt es den Imagefilm. Trotzdem sollte vorrangig ein Kriterium für die Wahl der richtigen Videoform herangezogen werden: Das Ziel des Videos.

fotolia © stockphoto-graf

Wussten Sie, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeit des Menschen mittlerweile kürzer als die eines Goldfisches ist? [1]

Das hört sich erstmal lustig an, ist aber vor allem ein eindrucksvolles Zeichen, wie schwierig es heutzutage ist eine Botschaft wirklich am Gegenüber anzubringen.

Der Verlust der Aufmerksamkeitsspanne ist auch für Startups sehr relevant. Schließlich gilt es Interessenten auf der Webseite vom eigenen Angebot zu überzeugen. Kaum ein Besucher liest sich heute noch lange und unstrukturierte Texte durch, sondern klickt sich lieber zur nächstbesten Seite. Studien bestätigen, dass die meisten Web-Nutzer Internetseiten nur noch scannen und nicht mehr komplett lesen. [2]

Viele Unternehmen haben deshalb erkannt, dass Videos eine effektive und leicht aufnehmbare Form der Informationsvermittlung sind und der Interessent durch die Ansprache des visuellen und auditiven Kanals besser überzeugt werden kann.

Ein gutes Beispiel dafür sind Crowdfunding Plattformen wie Kickstarter. Hier sind es vor allem Kampagnen mit einem gut produzierten Video, die erfolgreich Startkapital einsammeln.

Erklärvideo vs Imagefilm: Auf welche Videoform sollten Startups setzen?

Für Startups, die sich für eine Videoproduktion entscheiden, stellt sich daher die Frage: Welche Art des Videos sollen wir erstellen?

In diesem Artikel werden wir uns daher zwei der beliebtesten Videoformen genauer ansehen und hoffentlich eine Entscheidungshilfe geben, welche Videoart für Startups am meisten Sinn macht.

Kandidat Nr.1: Das Erklärvideo:

Erklärvideos sind typischerweise 60-120 sekündige Animationsfilme, die komplizierte Sachverhalte auf einfache und unterhaltsame Art und Weise erklären. Die Kurzvideos haben sich vor allem in den letzten Jahren erfolgreich am Markt etabliert und werden gerne von Startups eingesetzt, da damit innovative und komplexe Angebote einfach erklärt und deren Nutzen simpel dargestellt werden kann.

Kandidat Nr.2: Der Imagefilm:

Das Ziel eines Imagefilmes ist es das Unternehmen sowie oftmals auch die Gründer, Mitarbeiter sowie Unternehmenskultur vorzustellen. Sie werden fast ausschließlich als Realdreh umgesetzt, da die Atmosphäre, Werte und Vision der Firma besser vermittelt werden können, wenn der Zuschauer Mitarbeiter sowie Büroräume zu sehen bekommt.

An Hand der folgenden drei Entscheidungskriterien werden wir Ihnen eine Hilfestellung geben, wann welche Videoart für ein Startup Sinn macht.

1.       Entscheidungskriterium: Ziel des Videos

Bevor Sie ein Video produzieren, sollten Sie sich sehr genau überlegen, was das Ziel des Videos ist. Möchten Sie es auf Ihrer Webseite einsetzen, um interessierte Besucher in Anfragen oder zahlende Kunden zu verwandeln? Oder geht es darum potenzielle Mitarbeiter für das Startup zu gewinnen?

Wann macht ein Erklärvideo Sinn?

Erklärvideos sind besonders effektiv, wenn Sie ein Problem sowie die Vorteile der dazugehörigen Problemlösung vorstellen. Beispielsweise kann mit einem Erklärvideo ein komplexes oder neuartiges Produkt eingeführt und daraufhin erklärt werden, wie dieses Produkt ein bestimmtes Problem auf clevere Weise löst.

Häufig wird dieser Videoablauf mit dem Element des Storytellings verknüpft. Das heißt es wird ein Charakter vorgestellt, der zu Beginn des Videos vor einem Problem steht und dann im Verlaufe des Videos die dazugehörige Lösung entdeckt und am Ende als Held darsteht.

Erklärvideos sind daher besonders wirksam, wenn es darum geht Produkte, Dienstleistungen oder Differenzierungen vorteilhaft zu erklären und mögliche Interessenten davon zu überzeugen.

Der Einsatz eines Erklärvideos wird für Startups daher besonders empfohlen, wenn folgende Ziele erreicht werden sollen:

  • Conversionrate der Webseite steigern: Insbesondere auf Webseiten kann ein Erklärvideo durch die Steigerung der Conversionrate, also der Umwandlung von Interessenten in zahlende Kunden, erfolgreich eingesetzt werden. Für Startups, deren Kundengewinnung hauptsächlich online abläuft, können Erklärvideos einen guten ROI bieten.
  • Erfolg im Verkaufsgespräch: Auch für Startups, die vor Ort Verkaufsgespräche führen, kann ein Erklärvideo sehr effektiv sein. Auf dem Tablet abgespielt gewinnt es die Aufmerksamkeit des Gegenübers und überzeugt ihn vom Mehrwert des eigenen Angebotes.
  • Messen effektiver gestalten: Auf Messen können Erklärvideos vorbeilaufende Besucher zum Anhalten bewegen. Dadurch können sie leichter vom Messeteam angesprochen werden und auch im persönlichen Gespräch sind kurze Erklärvideos hilfreich, um die vorgestellten Lösungen anschaulich zu erklären.

Wann macht ein Imagefilm Sinn?

Imagefilm haben, wie der Name schon sagt, vorrangig das Ziel ein bestimmtes Image bzw. Bild einer Firma darzustellen. Im Gegensatz zu Erklärvideos werden Imagefilme mehr unternehmensbezogen eingesetzt, statt ein bestimmtes Produkt hervorzuheben.

In der Regel handelt es sich bei Imagefilmen um Realdreh-Videos, die Gründer, Mitarbeiter und das Unternehmen selbst vorstellen. Hierbei kann besonders gut die Vision und die Kultur des Unternehmens vermittelt sowie ein Eindruck gegeben werden, wie es sich anfühlt im Unternehmen zu arbeiten.

Der Einsatz eines Imagefilms wird für Startups daher besonders empfohlen, wenn folgende Ziele erreicht werden sollen:

  • Recruiting: Wenn der Imagefilm ein authentisches Bild des Unternehmens wiedergibt, kann dies sehr effektiv sein, um neue und vor allem auch passende Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen.
  • Branding: Um das Gefühl gegenüber eines Startups positiv zu beeinflussen, sind Imagefilme sehr gut geeignet. Durch die Vorstellung der Vision und Werte der Firma sowie die Darstellung wie das Unternehmen die Welt verbessert und einen Mehrwert schafft, bleibt das Startup positiv in Erinnerung und kann dadurch viele Bereiche wie z.B. Recruiting, PR oder sogar Kaufentscheidungen beeinflussen.

2.       Entscheidungskriterium: Das verfügbare Budget

Keine Überraschung: Das finanzielle Budget spielt besonders in Startups eine große Rolle. Viele Neugründungen starten mit wenig Kapital. Das hat zur Folge, dass jeder Euro zwei Mal umgedreht wird und jede einzelne Investitionsentscheidung gut getroffen sein sollte.

Wie viel Budget benötigt ein Erklärvideo?

Die Kosten eines Erklärvideos hängen von verschiedenen Faktoren ab. So beeinflussen zum Beispiel Länge und Animationsstil die Kosten des Kurzfilmes. Experten empfehlen, dass Erklärvideos nicht länger als 120 Sekunden sein sollten, da danach die Aufmerksamkeit des Zuschauers nachlässt. [3]

Für ein professionell produziertes Erklärvideo mit einer Länge von 90-120 Sekunden sollten zwischen 2000-8000€ eingeplant werden. Für Startups ist das natürlich kein unerheblicher Betrag, allerdings kann ein überzeugendes und simples Erklärvideo auch einen enormen Return on Investment bieten, wie diese Crazyegg- sowie Dropbox-Fallstudie beweisen.

Um den Startup Geldbeutel zu schonen, gibt es im Folgenden einige Tipps, wie ein günstiges Erklärvideo realisiert werden kann:

1.       DIY-Option: Bei besonders knappen Budget gibt es die Möglichkeit das Erklärvideo selbst zu produzieren. Dabei helfen Erklärvideo-Software-Baukasten wie z.B. Rawshorts, die eine Erstellung vereinfachen.

  • Vorteil: Günstige Option
  • Nachteil: Großer Zeitaufwand sowie keine professionelle Unterstützung
  • Kostenpunkt: < 100€
  • Tipp: rawshorts.com bietet verschiedene Erklärvideo-Templates

2.       Freelancer: Es gibt gute Freelancer, die für relativ kleines Budget Erklärfilme erstellen können.

  • Vorteil: Preiswert und “handwerklich” gute Produktion
  • Nachteil: Schwer planbar was Produktionszeit, Qualität und Professionalität des Freelancers angeht.
  • Kostenpunkt: 750 – 1500€
  • Tipp: Günstige Freelancer findet man auf Plattformen wie z.B. voivio.de

3.       Erklärvideo-Agenturen: Es gibt eine Vielzahl an Agenturen, die sich speziell auf die Erstellung von Animationsfilmen und Erklärvideos fokussiert haben.

  • Vorteil: Erklärvideos in sehr guter Qualität. Gute Produktionszeit, erfahrene Storyteller & Skript-Schreiber sowie professionelles Projektmanagement.
  • Nachteil: Je nach Agentur kann ein Erklärvideo für Startups relativ teuer werden.
  • Kostenpunkt: 2000-8000€
  • Tipp: Günstige Erklärvideo Agenturen wie z.B. Videoboost (Video ab 1890€)

Wie viel Budget benötigt ein Imagefilm?

Imagefilme werden in der Regel als Realdreh umgesetzt. Hier beeinflussen vor allem die Konzeption, das Drehteam, die Dreharbeiten sowie die Postproduktion (Videoschnitt) die Kosten des Videos.

Damit der Imagefilm authentisch wirkt, empfehlen wir möglichst keine Schauspieler zu engagieren, sondern die Gründer und Mitarbeiter des Unternehmens in Szene zu setzen. Selbst ohne Schauspieler sollte aber mit Kosten von 5.000 – 15.000€ gerechnet werden.

Für Gründer und Startups gibt es folgende Tipps, um günstig einen Imagefilm zu realisieren:

  • Bei Filmstudenten anfragen: Über die letzten Jahre wurden DSLR Spiegelreflexkameras mit Video-Funktion immer günstiger. Selbst mit wenig Budget kann eine Ausrüstung zusammengestellt werden, mit der die Produktion von professionellen Videos möglich ist. Um als Startup bei der Erstellung eines Imagefilmes zu sparen, kann es sich daher lohnen bei Design- und Filmstudenten anzufragen.  Eine gute Anlaufstelle sind hierfür Ausschreibungen und Aushänge an Film-Hochschulen und Universitäten in der Region.
  • DIY-Option: Wer wirklich auf jeden letzten Euro achten muss, der kann bei der Produktion eines Imagefilmes auf die Do-it-yourself Variante setzen. Im Freundeskreis lässt sich garantiert eine DSLR-Kamera mit Videofunktion finden. Mit einem Lichtset, Mikrofon und Stativ von Amazon ist die rudimentäre Ausstattung günstig zusammengestellt.
  • Tipp: Auf wistia.com/hub gibt es sehr hilfreiche Ratschläge und Anleitungen zur Erstellung von selbst gedrehten Videos

3.       Entscheidungskriterium: Zeitaufwand für die Videoerstellung

Neben dem finanziellen Budget spielt natürlich auch der Zeitaufwand für die Videoproduktion eine wichtige Rolle. Um den zeitlichen Aufwand sinnvoll vergleichen zu können, soll im Folgenden nur auf die Beauftragung einer Videoagentur eingegangen werden. Die Do-it-Yourself Option bleibt außen vor.

Wie viel Zeitaufwand sollte bei der Erklärvideo Produktion einkalkuliert werden?

Bei der Beauftragung einer Erklärvideo-Agentur ist der zeitliche Ablauf meist folgender: Der Auftraggeber sendet Info-Materialien und beantwortet verschiedene Verständnisfragen in einem ersten Fragebogen bzw. Briefinggespräch. Aus diesen Infos wird darauf folgend ein Sprechertext sowie Skript erstellt. Anschließend folgt die Animation sowie Vertonung des Videos. Nach jedem dieser Schritte wird Rücksprache mit dem Kunden gehalten und dessen Feedback in das Video eingearbeitet. Der Gesamtprozess dauert in der Regel 4-8 Wochen.

Der zeitliche Aufwand für den Auftraggeber ist relativ gering. Zu Beginn muss dieser 2-4 Stunden für die Beantwortung von Fragen einplanen – Hier lohnt es sich genug Zeit anzusetzen, da es die komplette Produktion beeinflusst und unnötige sowie zeitaufwändige Feedbackschleifen im Nachhinein verhindert. Steht erst einmal das Konzept und Skript des Erklärfilms kann die Agentur eigenständig arbeiten und muss nur noch durch Feedback angeleitet werden.

Wie viel Zeitaufwand sollte bei der Imagefilm Produktion einkalkuliert werden?

Auch bei der Produktion eines Imagefilmes wird zu Beginn ein Konzept und Storyboard entwickelt. Hierbei werden ebenfalls in einem ersten Briefinggespräch die Inhalte und Botschaft des Imagefilmes besprochen. Da sich der Inhalt in der Regel um die Firma, Gründer und Mitarbeiter dreht, kann allerdings nicht einfach eine Produktbroschüre versandt werden, sondern die Film-Agentur muss verstehen, wie das Unternehmen tickt und wie dieses am besten in Szene gesetzt wird.

Der zeitliche Aufwand bis ein Storyboard entwickelt wurde, ist daher im Regelfall etwas länger als bei einem Erklärvideo. Bedacht werden sollte außerdem, dass während der Drehtage die Zeit der Gründer und Mitarbeiter beansprucht wird, da diese oftmals in kurzen Interviews im Imagefilm zu sehen sind. Je nachdem wie rhetorisch begabt die Interview-Partner sind, kann sich dieser Prozess in die Länge ziehen.

Fazit: Ist das Erklärvideo oder der Imagefilm das bessere Startup Video? Es kommt darauf an…

Aus Startup-Perspektive scheint das Erklärvideo die Nase vorne zu haben, denn sowohl im finanziellen Kostenpunkt als auch beim zeitlichen Aufwand schlägt es den Imagefilm.

Trotzdem sollte vorrangig ein Kriterium für die Wahl der richtigen Videoform herangezogen werden: Das Ziel des Videos.

So kann beispielsweise für ein stark wachsendes Startup, das viele Mitarbeiter rekrutieren sowie eine Marke aufbauen möchte, der Imagefilm eine sehr effektive Form des Videos sein.

Viele Neugründungen starten allerdings mit einer innovativen Idee oder einem besonderen Alleinstellungsmerkmal. Um dies auf einfache und effektive Art darzustellen, kann ein Erklärvideo ein sehr wirksames Hilfsmittel sein, das auf Webseiten, Messen und in Verkaufsgesprächen einen direkten Einfluss auf den Umsatz des Startups hat.

Wann sollte also welche Videoform eingesetzt werden? Es kommt darauf an…

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Kommentare

  • PRinguin Full-Service-Agentur

    02.02.16 (12:15:56)

    Nicht nur das Ziel spielt bei der Entscheidung der Filmart eine große Rolle, sondern auch die Zielgruppe. Erklärvideos folgen in der Regel einem bestimmten Stil, der vorrangig bei jüngeren Zielgruppen beliebt ist. Auf ältere Zielgruppen wirken Erklärvideos je nach Machart schnell unseriös.

    Im Artikel fehlen außerdem die vielen weiteren Filmarten, die für Startups interessant sein können - beispielsweise Werbespots, Eventfilme und Viralspots.

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