<< Weitere Artikel zum Thema Marketing

26.07.10Kommentieren

Fachbeitrag

Ärger mit dem AdWords Qualitätsfaktor

Die Konkurrenz bei Google AdWords nimmt zu. Hatten einige Advertiser noch vor kurzer Zeit den Vorteil, nahezu ohne Mitbewerber für bestimmte Produkte oder Dienstleistungen zu werben, sieht das heute ganz anders aus. Anzeigenplätze auf der ersten Seite der Suchergebnisse sind hart umkämpft und das treibt natürlich auch die Gebote in die Höhe. Um überhaupt noch auf der ersten Suchergebnisseite werben zu können, ist es extrem wichtig, dass der Qualitätsfaktor möglichst hoch ist. Umso erschreckender ist es für den Advertiser, wenn der Qualitätsfakor einzelner Keywords in den Keller rutscht. Es gibt verschiedene Gründe, die das Absinken des Qualitätsfaktors von Google AdWords verursachen können. Oftmals steht der Advertiser dann ratlos vor seiner Kampagne und rätselt, was diesen plötzlichen Qualitätsverlust ausgelöst hat, ohne zu einem Ergebnis  zu kommen.

Ein Beitrag von Sabrina Zebisch

Problem: Stark frequentiertes Keyword mit stetig sinkendem Qualitätsfaktor

Betroffen sind hier meistens Keywords, die aus einem oder zwei Worten bestehen und viele Impressionen erhalten. Der Qualitätsfaktor der Keywords sinkt in kleinen Schritten ab und das Gebot der ersten Seite steigt entsprechend an. Der Grund für den Abfall des Qualitätsfaktor ist in diesem Fall recht naheliegend: Zu viele Impressionen und eine zu geringe Klickrate.

Lösung: Um die Zahl der Impressionen zu senken, sollte die Kampagne bzw. die Anzeigengruppe mit negativen Keywords erweitert werden. Zusätzlich sollten genauer ausgerichtete Keywordoptionen, also Wortgruppe oder genau passend, für die betroffenen Keywords in Erwägung gezogen werden.

Um die Klickrate zu steigern, kann das Keyword in eine eigene Anzeigengruppe verschoben werden. In dieser Anzeigengruppe können Anzeigen und Ziel-URL dann perfekt auf das "Problem"-Keyword abgestimmt werden.

Problem: Hoher Qualitätsfaktor und trotzdem ein hohes Gebot der ersten Seite

Ein Problem, dass besonders in letzter Zeit zugenommen hat, da die Konkurrenz bei Google AdWords immer größer wird. Gerade bei begehrten Keywords, die von einer Großzahl an Mitbewerbern genutzt werden, steht man mit seinem guten Qualitätsfaktor nicht alleine da. Haben alle Mitbewerber einen ähnlich hohen Qualitätsfaktor, bleibt zur Ermittlung der Anzeigenposition nur noch das Gebot. Und da gilt dann das alte Prinzip: Je mehr man bietet, desto mehr bekommt man.

Lösung: In diesem Fall bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Gebot zu erhöhen. Das geht natürlich nur solange auch der ROI stimmt. Der Advertiser sollte also parallel daran arbeiten, den Conversion Prozess zu optimieren um so den ROI zu verbessern. Gelingt dies nicht, ist das betroffene Keyword nicht länger tragbar und muss pausiert bzw. gelöscht werden.

Problem: Plötzlicher Abfall des Qualitätsfaktor auf 1 bei fast allen Keywords und ein sehr hohes Gebot der ersten Seite

Hier handelt es sich um ein relativ häufig auftretendes Problem das im Englischen den netten Spitznamen "Google Slap" trägt.  Als "Ohrfeige" empfindet der Advertiser es bestimmt auch, wenn er den rapiden Einbruch des Traffics von Google AdWords bemerkt. In vielen Fällen brechen erst die Besucher aus dem Suchwerbenetzwerk weg, ehe auch das Content- oder wie es jetzt heißt Display-Werbenetzwerk folgt. Zu dieser "Abstrafung" kommt es wenn eine Prüfung der Landing Page durchgeführt wurde und Google zu dem Schluss kam, dass die Anforderungen, die an diese gestellt werden, nicht erfüllt werden. Die Ursache, warum eine Landing Page einer Überprüfung nicht standhält, ist meist eine der folgenden:

  • Es wird auf eine Doorway Page, also eine Seite die Suchmaschinen Schlüsselworte anbietet und nur als Zwischenseite fungiert, verlinkt.
  • Die Seite ist eine reine Affiliate-Seite ohne eigenen Inhalt.
  • Die Seite funktioniert nach dem beliebten und überaus unseriösen Schema "So werden Sie in einer Woche zum Millionär".
  • Der Zweck der Seite ist es primär Userdaten zu sammeln. Oft sind das Seiten auf denen einem Inhalte wie Whitepaper erst nach einer Anmeldung zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Seite ist eine AdSense-Arbitrage Seite. Dem User bleibt aufgrund fehlender Inhalte quasi keine andere Möglichkeit als auf eine AdSense Anzeige zu klicken.
  • Bei der Seite handelt es ich um eine Scam Seite, also eine reine Betrugsseite auf der der User dazu bewegt werden soll im Voraus Geld für fragwürdige Aktionen zu bezahlen.

Lösung: Das ist ein wirklich schwieriger Fall, bei dem einem nahezu nichts anderes übrig bleibt als in eine neue, Richtlinien-konforme Landing Page zu investieren. Wurde die Landing Page als Scam Seite eingeordnet kann man sogar mit einem Ausschluss von AdWords rechnen. So hart es ist, es interessiert niemanden, was Sie selbst von Ihrer Seite halten. Entscheidend ist was Google und der zugehörige AdsBot denken. Sind Sie auch nach sorgfältiger und vor allem realistischer Überprüfung noch immer der Meinung, dass Google Ihre Seite zu Unrecht abgestraft hat, kann man über das Kontaktformular Google um eine manuelle Prüfung der Seite bitten.

Egal welche Probleme man als Advertiser mit dem Qualitätsfaktor auch hat, es macht sich auf jeden Fall bezahlt die Keywords dementsprechend zu optimieren. Nicht nur um das Gebot für die erste Seite zu senken, sondern ganz allgemein um konkurrenzfähig bleiben zu können und einen möglichst hohen ROI zu erreichen.

Autor: Sabrina Zebisch

Autorin und Abteilungsleiterin
Website des Autors
Sabrina Zebisch

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Diesen Beitrag kommentieren:

Die Kommentare können nur zwischen 9 und 16 Uhr
freigeschaltet werden. Wir bitten um Verständnis.

Um Spam zu vermeiden, schreiben Sie bitte die Buchstaben aus diesem Bild in das nebenstehende Formularfeld:

Das könnte Sie auch interessieren

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer