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Corporate Blogs - Unternehmenskommunikation im Web 2.0

Was sind eigentlich Corporate Blogs?

Der Wert einer guten Unternehmenskommunikation ist meist unschätzbar. Einen erheblichen Beitrag können dazu Corporate Blogs leisten – Blogs, die von Mitarbeitern eines Unternehmens geführt werden. Während Corporate Blogging in den USA bereits weit verbreitet ist, ist dieser Bereich für die meisten Unternehmen in Deutschland noch Neuland.

Darum geht's

Corporate Blogging dient der Unternehmenskommunikation. Die Weblogs von Unternehmen sind eine spezielle Art von Online-Tagebüchern und können entweder intern oder extern zum Einsatz kommen.

Interne Blogs sind ein praktisches Kommunikationsmittel, durch das sich die Mitarbeiter untereinander austauschen können. Sie lassen sich als "Schwarzes Brett", als Diskussionsplattform oder auch als Wissensarchiv nutzen. Neue Ideen und Ansätze werden darin gesammelt und laufen nicht Gefahr, in einer Schreibtischschublade zu verstauben. Gerade wenn Ideen allen Mitarbeitern zugänglich sind, steigt die Chance, dass sie bestmöglich weiterentwickelt werden.

Stößt ein neues Mitglied zum Team, kann es sich über das Blog vorstellen. Darüber hinaus vereinfacht dieses Werkzeug die Kommunikation zwischen Mitarbeitern aus unterschiedlichen Hierarchie-Ebenen. Außerdem bieten interne Blogs eine gute Möglichkeit, Meetings oder andere Termine anzukündigen sowie Protokolle zum Nachlesen zu veröffentlichen. Voraussetzung ist dafür selbstverständlich ein hohes Maß an Aktualität des Blogs.

Darüber hinaus können Blogs auch speziell für bestimmte Projekte ins Leben gerufen werden: So kann die Arbeit am jeweiligen Projekt dokumentiert und begleitet werden. Hier ist auch eine Einbindung von Zulieferern und Partnern denkbar.

Viele Firmen setzen Corporate Blogs auch als Marketinginstrument im Rahmen der externen Unternehmenskommunikation ein. Die Leser erhalten durch die Blogs Informationen, die sie auf der normalen Unternehmens-Homepage nicht finden: Sie können Einblicke in die Unternehmenskultur und das Betriebsklima gewinnen. Daneben kann natürlich auch eine bestimmte Produktlinie oder eine spezielles Erfahrungsfeld im Fokus der Blogbeiträge stehen. Die Leser haben nun die Gelegenheit, diese Artikel zu kommentieren, Fragen zu Produkten oder Dienstleistungen zu stellen und Kritik zu üben.

Üblicherweise erfolgt der Austausch zwischen Unternehmen und Kunden nur einseitig durch das Unternehmen. Die blogtypische, beidseitige Kommunikation hat verschiedene Vorzüge: Einerseits wird durch die sehr persönliche Blog-Schreibweise die Distanz zu den Lesern gering gehalten und im Idealfall eine engere Bindung an das Unternehmen erzeugt. Andererseits erhalten die Firmen durch den Dialog ein direktes Feedback zu ihren Leistungen und können auf etwaige Kritik unmittelbar reagieren. Sie können Kundenbedürfnisse ermitteln und Lösungen dafür entwickeln. 

Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Corporate Blogs"? Es handelt sich dabei um die Weblogs von Unternehmen. Diese stellen eine besondere Ausprägung der digitalen Tagebücher dar, die entweder intern oder extern genutzt werden können.

So sieht es in der Praxis aus

Beim Corporate Blogging können verschiedene Personen oder Personengruppen für das Erstellen der Inhalte aktiv werden. Am häufigsten gestalten dabei Angestellte der Firma das Blog. Ein solches von Mitarbeitern geführtes Online-Tagebuch ist hierzulande beispielsweise das Frosta-Blog, dessen Autoren aus den verschiedensten Unternehmensbereichen kommen.

Die Macher stecken dabei oft in einem Dilemma: Einerseits geht es beim Bloggen darum, persönliche Eindrücke zu schildern und die eigene Meinung zu kommunizieren. Andererseits dürfen gewisse Interna nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Die Gefahr liegt darin, dass der Blogger einerseits aus übertriebener Vorsicht nur über uninteressante Themen berichtet oder andererseits schlimmstenfalls vertrauliche Informationen preisgibt und so seinem Arbeitgeber Schaden zufügt. Um dies zu vermeiden, sollten alle Beteiligten im Vorfeld unbedingt genau absprechen, welche Inhalte offen gelegt werden dürfen und welche nicht.

Darüber hinaus gibt es noch sogenannte CEO-Blogs, also Inhalte, die von den Geschäftsführern oder leitenden Angestellten der Unternehmen geschrieben werden. Dabei versucht der CEO, sich durch das Internet-Tagebuch als Meinungsführer seiner Branche zu etablieren. Als prominente Beispiele seien hier die Blogs von Jonathan Schwartz (Sun Microsystems) und Bob Lutz (General Motors) genannt.

Wer für sein Unternehmen gerne einen eigenen Corporate Blog erstellen will, jedoch keinen schreibbegabten Angestellten hat, kann sich auch einen externen Profi ins Boot holen. Viele Blog-erprobte PR-Experten bieten ihre Dienste gegen ein vereinbartes Entgelt an. Mit den notwendigen Informationen zur Firma kann ein erfahrener Autor ein sehr professionell wirkendes Blog erstellen. Wichtig ist auch hier wiederum eine genaue Absprache der Themen. Nachteil dieser externen Variante: Die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke im jeweiligen Unternehmen fehlen. Dabei ist dies gerade die Komponente, die einen Corporate Blog ausmacht. Deshalb sollte man diese Möglichkeit nur in Ausnahmefällen in Betracht ziehen.

Fazit

Corporate Blogs stellen ein kostengünstiges Kommunikationsinstrument dar, das vielfältige Möglichkeiten eröffnet. Bei Kunden können sie durch die offene Dialogform Barrieren abbauen und den Unternehmen geben sie eine wichtige Feedback-Plattform. Die Option für die Leser, Kritik zu äußern, suggeriert außerdem, dass die Unternehmen bereit sind, diese Kritik anzunehmen und entsprechend darauf zu reagieren. Trotzdem stellen solche Blogs die Unternehmen auch vor Herausforderungen, da sie die veröffentlichten Themen stets sorgfältig auswählen müssen. Zudem können diese Blogs durch ihre Kommentarfunktionen eine zum Teil nur schwer kontrollierbare Eigendynamik entwickeln. Behält man diese Punkte im Hinterkopf, kann es sich durchaus lohnen, ein eigenes Corporate Blog zu erstellen und zu pflegen.

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