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30.05.16

eCommerce

Nachhaltiges Verpackungsmaterial als Verkaufsargument

Die Nachhaltigkeitsstrategien von Unternehmen werden vom Konsument immer kritischer unter die Lupe genommen. Ökologische Aspekte spielen dabei nicht nur im stationären Einzelhandel eine Rolle. Auch der Versandhandel muss umdenken und sich an die neuen Kundenansprüche anpassen. Ein besonders sensibles Thema ist der Verpackungsmüll. Dieser nimmt kontinuierlich zu. Wer auf umweltfreundliches Verpackungsmaterial setzt, kann bei der Kundschaft punkten.

Studie bestätigt Nachhaltigkeitsanspruch

Im Rahmen der globalen Umweltthemen unserer Zeit spielen Themen wie Ressourcenschonung, Rohstoffeffizienz, Klimaschutz, verantwortungsvolles Wirtschaften und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Auch der Kunde ist sensibilisiert und akzeptiert längst nicht mehr alles. Stattdessen blickt er kritisch auf nahezu alle Sektoren, die mit seinem Einkauf zusammenhängen. Aufgrund des Medienrummels, um die negativen Auswirkungen des Onlineshoppings achten Kunden noch intensiver darauf, wie Waren produziert und versandt werden. Das Verpackungsmaterial avancierte aufgrund dessen in den vergangenen Jahren zu einem nicht zu unterschätzenden Verkaufsargument. Wer beispielsweise CO2-neutrale Transporte und klimaschonende Verpackungen als Standard festlegt, kann damit viele Kunden begeistern. In einer Studie des Instituts für Handelsforschung ECC-Köln wurde untersucht, wie der Kunde das Thema Nachhaltigkeit im Online-Handel einschätzt. Demnach interessieren sich 60 Prozent der Onlinekäufer für Nachhaltigkeitsaspekte der Händler und entscheiden sich je nach dem, ob ihnen gefällt was sie sehen für oder gegen einen Kauf.

Verpackungsmaterial heute: recyclebar und kompostierbar

Unter Verpackungsmaterialien kann zwischen Füll- und Verschlussmaterialien unterschieden werden. Füllmaterialein werden zum Schutz von Gütern eingesetzt. Sie füllen Zwischenräume und verhindern damit unter anderem, dass Artikel während des Transports innerhalb von Kartons herumwirbeln und so womöglich beschädigt werden. Das Spektrum reicht von Füllchips über Schrenzpapier und Vermiculit bis hin zu Luftpolster. Luftpolster und Luftpolsterfolien werden aus Kunststoff hergestellt. Da Papier und Kartonagen geringere Auswirkungen auf die Umwelt haben, verlieren Kunststoff-Lösungen an Bedeutung. Schließlich geht mit ihrer Herstellung ein enormer Energieaufwand einher.

Die Recyclingquote ist beim nachwachsenden Rohstoff Holz wesentlich höher

Wellpappe erreicht hierbei sogar eine Quote von fast 100 Prozent. Diesen Trend haben auch die Hersteller erkannt und ihr Sortiment entsprechend angepasst. Wie die online präsente Medewo GmbH mit Sitz in Augsburg haben sich zwischenzeitlich viele Hersteller für Verpackungsmaterial FSC- und PEFC zertifizieren lassen. Denn die Verwendung von Verpackung aus Papier kann die Umwelt nur dann entlasten, wenn die Rohstoffe aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Die beiden anerkannten Zertifizierungen FSC- und PEFC im Überblick:

  • FSC: Steht für „Forest Stewardship Council“ und verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Weitere Informationen online bei FSC.
  • PEFC: Steht für „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ und garantiert die Herkunft von Papier- und Holzwaren aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Ein unabhängiges Zertifizierungssystem stellt dies sicher. Weitere Informationen online bei PEFC.

Auf den Internetpräsenzen von FSC und PEFC erfahren Unternehmen, wie eine Zertifizierung realisiert werden kann.

 

Bezüglich Füllchips gehören essbare Varianten aus Kartoffelstärke zu den gefragten Produkten. Sie lassen sich aufgrund der natürlichen Rohstoffe kompostieren und damit bequem entsorgen. Auch Schrenzpapier, das aus recyceltem Altpapier besteht, gehört zu den favorisierten Alternativen. Nicht zuletzt aufgrund der teilweise attraktiven Optik. Vermiculit ist in der chemischen Industrie häufig im Einsatz und spielt im eCommerce-Bereich eine eher untergeordnete Rolle. Das Füllmaterial kann Feuchtigkeit in hohen Mengen aufnehmen und ist unter anderem zum sicheren Verpacken von Gefahrstoffen im Einsatz. 

Grundsätzlich sollten Unternehmen darüber hinaus prüfen, ob Füllmaterial tatsächlich nötig ist beziehungsweise dessen Menge sich reduzieren lässt. Laut der Studie des ECC Köln begutachten 78 Prozent der Konsumenten überflüssiges Verpackungsmaterial kritisch.

Auch für klassische Verschlussmaterialien wie das bewährte Klebeband gibt es umweltfreundliche Alternativen. Durch sparsame Herstellungsprozesse konnten Produzenten von Paketklebeband Produkte aus Polypropylen nach EU-Umweltvorschriften herstellen und dabei bei gleichem Rohstoffeinsatz die Klebebandmenge drastisch erhöhen. Das spart Ressourcen und CO2.

Werben mit Verpackungsmaterial

Experten rechnen beim deutschen eCommerce-Sektor bis 2019 mit einem Wachstum von rund zwölf Prozent pro Jahr. Unternehmen, die sich von der Masse abheben und langfristig ihre Marktposition behaupten wollen, sollten das Thema Nachhaltigkeit mit cleveren Marketinglösungen kombinieren. Eine Möglichkeit besteht darin das ökologisch sinnvoll produzierte Verpackungsmaterial als Werbefläche zu nutzen. Gebrandete Kartonagen und Klebebänder als Verschlussmaterial sind prädestiniert für durchdachte Werbemaßnahmen. Mit gebrandeten Verpackungen steigt zum einen das Einkaufserlebnis für den Endkunden und zum anderen der Wiedererkennungswert der Marke sowie die Kundenbindung.

Fazit

Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass unter Füllmaterialien nachhaltige Lösungen wie Wellpappe und kompostierbare Alternativen an Bedeutung gewinnen und Füllchips sowie Luftpolster aus Kunststoffen zu meiden sind. Kartonagen aus recycelbarem Material, Minimierung von Füllmaterialien und die Konzentration auf klimaentlastende Transporte tragen zur Kundenzufriedenheit bei. Bezüglich Verschlussmaterialien sind leicht zu öffnende Produkte gefragt, die gleichzeitig zuverlässig halten. Bei Branchen mit zunehmender Retourenquote wie dem Textilhandel sollten sich Verpackungen außerdem wieder leicht verschließen und für die Retoure komfortabel vorbereiten lassen.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit in unseren Artikeln "SO FUNKTIONIERT DIE NEUE DIGITALE NACHHALTIGKEIT" und "WIE IHR UNTERNEHMEN MIT NACHHALTIGKEIT BEEINDRUCKT".

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