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Bestandsmanagement

Kennzahlensysteme im Bestandsmanagement

Schlüsselkennzahlen (Key Performance Indicators oder KPIs) – treffen Sie als betriebswirtschaftliche Messgrößen mit vielseitiger Anwendung in nahezu jedem Unternehmensbereich an. Zur Steuerung und Einflussnahme auf die Unternehmensbestände bieten Bestandskennzahlen nicht nur eine ausgezeichnete Möglichkeit, sondern sie stellen ein wichtiges Instrument dar. Nutzen Sie die sich daraus ergebenden Chancen.

Schnell und einfach einen Überblick erhalten

Sie erhalten über den Einsatz von KPIs Informationen und Daten, welche Ihnen die komplexe Realität wirtschaftlicher Zusammenhänge verdichten.

Dadurch ist es einfach und schnell möglich, über Sachverhalte zu berichten, die sonst nur mit erheblichem Aufwand durchschaubar wären.

Nicht nur einzelne KPIs betrachten!

Wenn Sie Kennzahlen zur Steuerung Ihrer Bestände einsetzen, achten Sie darauf, dass Sie nicht nur einzelne Kennzahlen im Fokus haben, sondern möglichst die Auswirkung auf andere Parameter mitberücksichtigen.

In der Regel geben isoliert betrachtete Kennzahlen nur einen sehr kleinen Ausschnitt der betrieblichen Realität wieder.

Experten-Rat

Arbeiten Sie möglichst mit einem Kennzahlensystem, indem sie mehrere Kennzahlen zueinander in Beziehung setzen. Es wird Ihnen so ermöglicht, auch komplexe Zusammenhänge integriert darstellen zu können.

Einsatz von Kennzahlensystemen im Bestandsmanagement

Bestandskennzahlen lassen sich entweder sachlogisch oder rechnerisch zu Kennzahlensystemen verbinden. Sie arbeiten bei solchen Systemen typischerweise so, dass sie pyramidal aufgebaute Beziehungen herstellen (im Sinn einer Zielhierarchie auf das Unternehmensziel), die auf eine oberste Kennzahl oder den Key Performance Indicator hin ausgerichtet sind.

Formen von Kennzahlen

  • Absolute Zahlen geben den Zustand bzw. den Vorgang, der dahinter steht, unmittelbar wieder. Oft werden absolute Zahlen auch als Summen (z. B. Bilanzsumme) bzw. Differenzen (z. B. Working Capital) oder als Mittellwerte (z. B. durchschnittlicher Lagerbestand) angegeben.
  • Relative Zahlen bestehen aus zueinander in Beziehung gesetzten Größen. Auch diese können in mehrere Kategorien eingeteilt werden. Sie bringen ungleichartige Daten, zwischen denen ein sachlogischer Zusammenhang besteht, in Verhältnis zueinander.
  • Gliederungszahlen machen das Verhältnis zwischen einer Teilgröße und der Gesamtgröße überschaubar. Beispiel für Gliederungszahlen sind Kostenstruktur, Lagerstruktur oder Materialintensität (= Anteil der Materialkosten an den Gesamtkosten).

Relativen Kennzahlen wird generell eine höhere Aussagekraft zugeschrieben als absoluten, weil die relativen Veränderungen zweier Sachverhalte zueinander beispielsweise im Zeitverlauf beobachtet werden können.

Nachfolgend finden Sie einige Beispiele für Spitzenkennzahlen, die sich in der Praxis als Unterstützung herausgestellt haben. Bitte beachten Sie, dass es nicht darauf ankommt, wieviele Kennzahlen oder KPIs Sie erarbeiten. Es ist entscheidender, dass Sie Kennzahlen einsetzen, die zueinander in Beziehung stehen. Erst wenn Sie über Ihr Kennzahlensystem eine Steuerung ermöglichen, die Veränderungen in die verschiedensten Richtung erkennen können, sollten Sie zufrieden sein.

  • durchschnittlicher Lagerbestand

Das ist für Sie eine der wichtigsten Bestandskennzahlen. Dieser Wert findet in einigen anderen Kennzahlen eine weitere Verwendung. Sie benötigen den durchschnittlichen Lagerbestand beispielsweise, um die durchschnittliche Kapitalbindung zu errechnen.

  • durchschnittliche Lagerdauer

Mit dieser Kennzahl informieren Sie sich über die Entwicklung der Kapitalbindung im Bezug auf Bestände. Die Kennzahl stellt insbesondere im Zeitvergleich ein gutes Analyseinstrument dar.

  • Umschlagshäufigkeit

Mit der Umschlagshäufigkeit erhalten Sie Auskunft darüber, wie oft sich Ihre Bestände innerhalb einer Periode (meistens ein Jahr) gemessen am Umsatz umschlagen.

  • Anteil der Bestände am Umsatz

Mit dieser Kennzahl zeigen Sie die Bestandsintensität in Ihrem Unternehmen. Je höher der Anteil der Bestände am Umsatz ist, desto stärker ist der Einfluss auf den Unternehmenswert bzw. die Kapitalrentabilität (ROI).

  • Bestandsstruktur

Diese Kennzahl finden Sie als vielfältige artverwandte Variante. Sie erhalten Aussagen über die Zusammensetzung Ihrer Bestände. Der Klassiker hierzu ist die Unterteilung in A-, B- und C-Materialien.

  • Lagerreichweite

Mit dieser Kennzahl erhalten Sie eine sehr hilfreiche Information zu Ihrer internen Versorgungssicherheit. Sie zeigt Ihnen Ihre Bestände umgerechnet in Verfügbarkeit von Tagen, Wochen oder Monaten. In manchen Einkaufsabteilungen wird zur Sicherung der Versorgung auch mit Reichweitenstrategien gearbeitet.

  • Lieferbereitschaft

Die Lieferbereitschaft kann Ihnen helfen, zu einer systematischen Überwachung der Bestände zu gelangen. Je nach Lieferbereitschaft können Sie erkennen, ob Ihre Bestandspolitik und die eingesetzten Instrumente im Einkauf Ihren Anforderungen entsprechen.

  • Höchstbestand

Mit dieser Kennzahl ermöglichen Sie sich eine Kontrolle über die Höhe der Bestände in Bezug auf maximale Kapitalbindungskosten. Sie haben über diese Kennzahl eine weitere Möglichkeit, Schlechtleistung in der Planung, dem Bestellwesen und bei den Bestellintervallen zu erkennen.

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