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09.09.13Kommentieren

Personalmanagement

Wie lässt sich die Arbeitgeberattraktivität steigern?

Wie kann schaffen Sie es möglichst schnell neue Mitarbeiter zu finden oder möglichst wenig alte Mitarbeiter zu verlieren? Eine klare und einfache Antwort: Als Arbeitgeber müssen Sie attraktiver sein als andere Unternehmen. Fangen Sie einfach bei bestehenden Arbeitnehmern an mit einer familienfreundlichen Personalpolitik.

Ein Beitrag von Silke Mekat

Wie lässt sich die Arbeitgeberattraktivität steigern und ungewollte Fluktuation verhindern?

Stellenbesetzungen dauerten 2012 in westdeutschen Betrieben mit durchschnittlich 81 Tagen deutlich länger als im Vorjahr mit nur 76 Tagen. Im Osten Deutschlands war der Zeitraum zwischen dem Beginn der Personalsuche und dem Arbeitsbeginn der neu Eingestellten sogar erstmals länger als im Westen. Dort erhöhte sich die Besetzungsdauer von 75 auf 86 Tage, wie aus einer repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor geht.

Noch eine alarmierende Zahl: Bis Juli 2013 wurden bereits 434.069 offene Arbeitsstellen gemeldet, das sind fast so viele wie im ganzen Jahr 2011!

Nur einen einzigen Leistungsträger zu ersetzen kostet Ihr Unternehmen jedoch ein bis zwei Jahresgehälter! Zusammen mit den statistischen Zahlen ergibt sich daraus ein düsteres Bild.

Potenziale auf dem Arbeitsmarkt müssen also stärker als bislang genutzt werden. In Ballungsräumen der Großstädte bekommen die meisten Unternehmen noch zum Großteil ihre Fachkräfte, doch geht man nur etwas weiter raus, sieht das teilweise schon ganz anders aus.

Was können Unternehmen also tun, um Fachkräfte in ihre Region zu locken und die vorhandenen zu binden?

Die Förderung von  Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht nur die Frauen selber wünschen sich diese, auch immer mehr Männer setzen auf eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dabei ist es egal, ob mit oder ohne Familie: 80% der Arbeitnehmer würden für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie den Arbeitgeber wechseln.

Kleine und mittlere Unternehmen sehen sich im wachsenden Wettbewerb um die besten Köpfe Großunternehmen an attraktiven Standorten oft unterlegen. Jedoch können gerade diese eine Reihe von Maßnahmen für eine familienfreundliche Personalpolitik umsetzen, die keine großen Investitionen erfordern. Denn Mitarbeiterfreundlichkeit muss nicht teuer sein und wird laut Statistik als wichtiger oder ebenso wichtig wie mehr Gehalt angesehen. Studien belegen auch, dass Mütter effektiver arbeiten als Frauen ohne Kinder. Zusätzlich legen sie ein besonderes Organisationstalent an den Tag.

Bisher kehrt jedoch kaum eine berufstätige Mutter in Deutschland nach nur 10 Wochen Auszeit an ihren Arbeitsplatz zurück, wie es 2010 die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder getan hat. Fast 60 Prozent gehen zwei Jahre und länger in Elternzeit und kehren meist nur in Teilzeit an ihren Arbeitsplatz zurück. Das muss nicht sein!

 

Laut einer Untersuchung einer führenden Frauenzeitschrift wünschen sich zwar 90 Prozent aller Frauen Kinder, gleichzeitig wollen sie aber finanziell unabhängig bleiben und auch für ihr Alter vorsorgen. Die wirksamste Hilfe ist da die Unterstützung durch den Arbeitgeber für die baldige Rückkehr an den Arbeitsplatz.

Was können Unternehmen tun um ihre Fachkräfte auch während der Elternzeit an sich zu binden und die Abwesenheit kurz und planbar zu gestalten?

Als Arbeitgeber haben Sie ein großes Interesse daran mit den Mitarbeiterinnen bereits in der Elternzeit gemeinsam und rechtzeitig den Wiedereinstieg zu planen. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, persönliche Weiterentwicklung und Zufriedenheit im Job können Frauen langfristig an das Unternehmen binden. Sorgen Sie dafür, dass das so bleibt. Mit einer professionellen Begleitung für den beruflichen Wiedereinstieg ermöglichen Sie als Arbeitgeber diesen Mitarbeitern und deren Vorgesetzten die erfolgreiche Rückkehr in den Job.

Damit sparen Sie Ihrem Unternehmen hohe Kosten der Personalsuche und -einarbeitung. Je länger die Abwesenheit vom Arbeitsplatz dauert, umso höher steigen die Wiedereinarbeitungskosten. Besser ist, Arbeitgeber setzen frühzeitig daran Mitarbeiter ans eigene Unternehmen zu binden und deren Know How langfristig zu sichern. Zusätzlich präsentieren Firmen sich so als attraktiver Arbeitgeber, in Zeiten des Fachkräftemangels und des gegenseitigen Abwerbens ein entscheidender Vorteil.

Fazit:

Familienbewusste Personalpolitik ist ein Gewinn für Unternehmen und Mitarbeiter. Setzen Sie auf Ihre Leistungsträger, auch nach einer familienbedingten Auszeit und mit Familie.

Autor: Silke Mekat

Unternehmensberaterin
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Silke Mekat

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