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25.08.11Kommentieren

10 Jahre Führungstraining für Ingenieure

Vom sinnreichen Erfinder zum leitenden Mitarbeiter

Wie aus Ingenieuren erfolgreiche Führungskräfte werden, zeigt auf beeindruckende Weise ein Langzeitprojekt der AVL List GmbH. Über zehn Jahre Erfahrung, Spezialisierung und Optimierung stecken in den aktuellen Führungstrainings speziell für Ingenieure und Techniker – ein Einblick.

Ein Beitrag von Birgit Szillat, Claudia Kolar und Bernhard Posch

Es gibt deutliche Unterschiede! Diese Erkenntnis macht jeder Führungstrainer, der zum ersten Mal vor einer Seminargruppe aus Ingenieuren stand. Sie sind sachlich, ihre Sprache ist hoch technisch und sie sind es gewohnt, Probleme ohne Umschweife zu lösen. Führung, Kommunikation und zwischenmenschliche Konflikte gehören dagegen nicht zu ihren Schwerpunktthemen. Man kann behaupten, es gibt durchaus besser passende Kandidaten für eine Führungslaufbahn. Weit gefehlt, ist das eindeutige Resultat nach zehn Jahren Führungstraining bei der AVL List GmbH. Dies liegt zum Einen an besagtem Problemlösungsfokus, wenn er zuvor auch auf technische Herausforderungen spezialisiert war.

Es ist jedoch effizienter eine vorhandene Kompetenz für ein neues Aufgabengebiet zu trainieren, als sie neu zu entwickeln. Sobald die Führungsanwärter wissen, worauf es auf zwischenmenschlicher Ebene ankommt, können sie ihre Kompetenz hervorragend einbringen. Zum Anderen ist die typisch direkte und kollegiale Haltung unter Ingenieuren eine hervorragende Eigenschaft für eine Führungskraft, denn sie transportiert ehrliches Interesse an gemeinsamen Lösungen. Taktisch-strategische Spiele liegen ihnen fern, wodurch eine gelebte Wertschätzung entsteht.

So hervorragend diese Eigenschaften auch transferierbar sind, so bleiben Ingenieure dennoch verwurzelt in einer technischen Welt geregelter Prozesse. Diese Sicherheit und klare Struktur zugunsten der schwammigen Zwischenmenschlichkeit aufzugeben, ist eine der größten Herausforderungen innerhalb der Führungskräfteentwicklung. Es gilt also, die Ingenieure mit ihnen bekanntem Werkzeug an neue Herausforderungen heranzuführen. Hieraus leitet sich der zentrale Unterschied zu klassischen Führungsseminaren ab.
Die Ingenieure werden praxisnah in ihrer naturwissenschaftlichen Denkweise abgeholt und mit Führungsaufgaben konfrontiert, wie bspw. das Delegieren von Aufgaben, der Umgang mit Konflikten und das Einsetzen des situativ passenden Führungsstils.

Dieser klassisch konstruktivistische Lehransatz fordert eine Übersetzung weicher Führungsthemen in vertraute wissenschaftliche Modelle, deren Nutzung Ingenieure gewohnt sind. Auch wenn sich Emotionen nicht einfach schematisieren lassen, so helfen diese klaren Strukturen den Ingenieuren bei der Einschätzung von Führungssituationen und erleichtern den Lerntransfer. Durch kontinuierliche Praxis trauen sich die Führungskräfteanwärter schrittweise von den Schemata und theoretischen Modellen zu entfernen. Stattdessen entwickeln sie ein Gefühl von Sicherheit und Flexibilität, auf das sie vertrauen. Dies ist die beste Basis für eine erfolgreiche Führungskarriere als Ingenieur.

Autor: Birgit Szillat

Beraterin
Birgit Szillat

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