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30.11.07Kommentieren

Serie Unternehmen erfolgreich führen

Teil I: Sei kreativ!

Kreativität ist weder ein neuer Trend noch ein neues Gesetz. Ohne neue Gedanken, ohne Querdenken, ohne Innovation und ohne Andersartigkeit wird es für Gründer keine Einmaligkeit geben. Wenn alle Unternehmen gleich sind, dann sind sie austauschbar und müssen den Wettbewerb über den Preis führen.

Ein Beitrag von Cay von Fournier

Studien belegen, dass sich nur etwas 15 Prozent aller mittelständischen Unternehmen über den Preis auf dem Markt behaupten können. Die restlichen 85 Prozent sind darauf angewiesen, sich über unterscheidbare Produkte und Leistungen vom Wettbewerb abzuheben. Und es genügt nicht, diesen Unterschied einmal definiert und implementiert zu haben. Die Wettbewerbsvorteile  eines Gründers, der voller Elan und neuer Ideen an den Start geht, sind schnell imitiert, der Markt verändert sich, die Kundenbedürfnisse wandeln sich - und damit wird Veränderung zum kontinuierlichen Prozess. Dafür ist vor allem Kreativität notwendig, denn nur durch Kreativität entsteht etwas Neues.

Wie Kreativität entsteht

Kreativität entsteht durch Fragen als Auslöser von Denkprozessen:

  • Machen wir das richtige Geschäft?
  • Wie verändert sich der Markt um uns?
  • Gibt es neue Produkte, Dienstleistungen?
  • Ist unser Unternehmen kreativ in der Erzeugung neuer Ideen?
  • Nutzen wir die Kreativität der Mitarbeiter?
  • Gibt es definierte Quellen der Innovation und ein beschriebenes Vorgehen, diese Innovationen auch umzusetzen?
  • Ist der Markt reif für eine neue Idee? (Es gibt ein "zu früh"!)
  • Sind unsere Mitarbeiter in der Lage, gute Ideen auch umzusetzen?

Innovation als Kraft der Zukunft

Noch nie in der wirtschaftlichen Geschichte entstand etwas ohne Innovation und den Glauben daran, diese auch in die Realität umzusetzen - ganz gleich, ob man in einem innovativen Markt tätig ist oder einem konservativen. Es ist auch gleich, ob man etwas produziert oder entwickelt, ob man mit Waren handelt oder Dienstleistungen anbietet, ob man Marketing betreiben oder berät. Die Welt verändert sich schnell, man muss darauf vorbereitet sein und den eigenen Innovationsprozess definieren. Die nachfolgende Checkliste soll dabei konkrete Hilfestellung geben.

1. Grundlage der Innovation ist eine offene Grundhaltung jedes Einzelnen, der an dem Innovationsprozess beteiligt ist. Innovation ist und bleibt etwas Komplexes, ohne kompliziert sein zu müssen. Innovation muss im ganzen Unternehmen wertgeschätzt werden. Aussagen wie "das haben wir noch nie so gemacht" oder "das haben wir schon immer so gemacht", sind der Anfang vom Ende eines jeden Unternehmens.

2. Jeder ist am Innovationsprozess beteiligt und kann Ideen einbringen. Hierfür ist gelebtes Vertrauen und Wertschätzung wichtig.

3. Innovationen entstehen durch Probleme und Träume. Erst an Grenzen entstehen Innovationen. Kreativität entsteht, wenn man sich anstrengen muss.

4. Sammeln Sie selbst Ideen und ermutigen Sie auch Ihre Mitarbeiter, Ideen zu sammeln. Quellen für neue Ideen:

  • Was sagen unsere Kunden?
  • Wovon träumen sie?
  • Was sind ihre größten Probleme?
  • Was sehen wir bei anderen Unternehmen?
  • Welche Trends können wir auf unser Geschäft übertragen?
  • Was sagen Fachpresse, Medien und Messen?
  • Was macht unser Wettbewerb?
  • Was machen Unternehmen unserer Branche in anderen Ländern?
  • Was erfinden wir gemeinsam in einem Kreativworkshop?

5. Etablieren Sie ein Verfahren, die Ideen zu bewerten und eine Entscheidung zu treffen, ob diese umgesetzt werden sollen (oder verworfen oder für einen späteren Zeitpunkt gesammelt werden sollen).

6. Bestimmen Sie einen Verantwortlichen, der einen Projektplan für die Umsetzung erstellt. Dieser Projektplan enthält auch ein Enddatum, also ein konkretes Ziel. Unterstützen Sie seine Bemühungen der Umsetzung und seien Sie geduldig.

7. Führen Sie eine neue Idee mit Sorgfalt ins eigenen Unternehmen oder den Markt ein. Definieren Sie eine Testphase und sammeln Sie zuerst Erfahrungen. Bewerten Sie diese Erfahrungen und wenn sie gut sind:

8. Führen Sie die Innovation ein.

Der zweite Teil der Serie beschäftigt sich mit dem Thema "So bieten Sie außergewöhnlichen Nutzen".

Autor: Dr. Dr. Cay von Fournier

Arzt und Unternehmer.
Website des Autors
Dr. Dr. Cay von Fournier

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